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Aus der Stadt Hannoveraner sollen den Titel Kulturhauptstadt holen
Hannover Aus der Stadt Hannoveraner sollen den Titel Kulturhauptstadt holen
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10:31 22.02.2018
Der Kulturausschuss gibt den Startschuss für die Bewerbung Hannovers um den Titel Kulturhauptsstadt Europas 2025.  Quelle: (c) www.photos24.de
Hannover

 Die Gesten können an diesem Freitagnachmittag im Künstlerhaus nicht groß genug sein. Regelrecht berauscht sind die Kulturpolitiker von ihrem Konzept für die Bewerbung Hannovers um den Titel Kulturhauptstadt. „Das ist ein großer Tag für die Kultur in dieser Stadt“, sagt FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke. Die Begeisterung habe sie alle gepackt, meint SPD-Kulturpolitikerin Belgin Zaman. Und Grünen-Ratsfrau Regine Kramarek gibt bekannt, dass sie  schon am frühen Morgen, als sie die Augen aufschlug, gespürt habe, dass heute ein bedeutendes Ereignis ansteht. Am Ende applaudieren sich die Politiker selbst. Mit großer Mehrheit haben sie beschlossen, dass die Stadtverwaltung das Bewerbungsverfahren einleiten soll.

Auch der angeschlagene Kulturdezernent Harald Härke setzt auf demonstrative Einigkeit. Das Kulturdezernat stehe zusammen mit Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) sowie allen Verwaltungsmitarbeitern hinter der Bewerbung. „Wir werden unser bestes geben“, sagt Härke in der Ausschusssitzung.

Doch mit dem Schulterschluss zwischen ihm und Schostok scheint es nicht weit her zu sein. „Es wird sich in den nächsten Monaten zeigen, ob die Kulturverwaltung unter der Leitung von Herrn Härke in der Lage ist, die anspruchsvolle Aufgabe einer Kulturhauptstadtbewerbung zu bewältigen“, sagt Schostok im Gespräch mit der HAZ. Dass Härke jetzt wieder für das Bewerbungsverfahren zuständig ist, sei „für die Stadt ausgesprochen unglücklich“.

Schostok hatte im Dezember eigene Ideen vorgestellt, wie Hannover den Titel Kulturhauptsstadt bekommen könnte. Das Bewerbungsverfahren habe er später dem Sozialdezernat übegeben wollen, sagt der OB. Damals ging er noch davon aus, dass Härke, wie angekündigt, vorzeitig in den Ruhestand geht und das Kulturdezernat im April von Sozialdezernentin Konstanze Beckedorf übernommen wird.  „Da Herr Härke nun doch nicht vorzeitig in den Ruhestand geht, findet dieser Zuständigkeitswechsel nicht statt“, sagt Schostok. Das bedeutet: Härke hält die Fäden für die Bewerbung in der Hand, zum Unmut des OB.

Schostok hatte seine Vorschläge für die Bewerbung unter das Motto „In aller Bescheidenheit“ gestellt. Eine seiner Ideen war, ein Konzerthaus am Hohen Ufer zu bauen. Die Ratspolitik hat den Vorschlag aber nicht aufgegriffen. Schostok gibt sich gelassen. „Was aus dieser und vielen anderen Ideen wird, bleibt abzuwarten“, sagt er. Der Beteiligungsprozess habe erst begonnen.

Tatsächlich beginnt jetzt die Hauptarbeit. Die abstrakt gehaltenen Formulierungen im Konzept der Ratspolitik müssen mit Inhalt gefüllt werden. Um „Nachbarschaft“ soll sich alles drehen und um einen erweiterten Kulturbegriff, der nicht nur Künste umfasst. „Darunter kann man sich alles vorstellen“, sagt SPD-Frau Zaman. Jetzt komme es darauf an, mit allen Bürgern ins Gespräch zu kommen. Schließlich lege die Kulturhauptstadt-Jury viel Wert auf Beteiligung.

Der Zeitplan ist straff. Bis zum Jahresende sollen die Hannoveraner befragt werden, danach hat die Stadtverwaltung bis zum Sommer 2019 Zeit, eine Bewerbungsmappe zu erstellen. 

Von Andreas Schinkelund Heiko Randermann

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