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Aus der Stadt Ausstellung zu Schätzen der Bibliothek
Hannover Aus der Stadt Ausstellung zu Schätzen der Bibliothek
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00:24 09.06.2018
Wollen Neugier wecken: Kurator Timo Kirschberger und Bibliotheksdirektorin Anne May in der Ausstellung „Wissenswelten“. Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

Davon, was eine Bibliothek sein sollte, hatte der große Gelehrte eine klare Vorstellung: „Eine Bibliothek muss ein Generalinventar sein, eine Stütze für das Gedächtnis, ein gedrucktes Archiv, eine Kurzform der schönsten Einfälle der größten Menschen“, befand Gottfried Wilhelm Leibniz. Er hegte ja selbst den Gedanken, dass in der Welt des Wissens alles mit allem zusammenhängt. So gesehen wäre er mit der Schau, die jetzt in der Leibniz-Bibliothek zu sehen ist, wohl zufrieden gewesen.

So sind die „Wissenswelten“ in der Leibniz-Bibliothek

In der Ausstellung „Wissenswelten“ präsentiert die Bibliothek sich selbst als Enzyklopädie. Als wäre sie ein einziges, großes, begehbares Lexikon, sind an einem guten Dutzend Stationen Exponate zu Stichwörtern wie „Botanischer Garten“ oder „Militärwissenschaft“ zu sehen. Die Schau zeigt Landkarten, Urkunden und prachtvoll gestaltete Bücher. Zum Stichwort „Orient“ präsentiert Kurator Timo Kirschberger ein birmanisches Palmblattbuch, zum Thema „Verfassung“ das aufwendig gestaltete Staatsgrundgesetz des Königreichs Hannover von 1833.

Goldstaub der Zarin

Alte Atlanten illustrieren beim Thema „Kartographie“ buchstäblich, wie sich die Entdeckung der Welt vollzog: Auf einer Karte von 1667 ist Kalifornien noch als Insel vor der amerikanischen Küste eingezeichnet – wenige Jahre später war das Wissen über die Geografie in dieser Ecke der Welt bereits gewachsen. Auch Preziosen wie der berühmte Goldene Brief oder die von Leibniz persönlich konstruierte Rechenmaschine sind in den „Wissenswelten“ zu sehen. „Wir zeigen, welche Breite an Schätzen und Sammlungen über 350 Jahre in unserem Haus zusammengekommen sind“, sagt Direktorin Anne May. „Wir wollen neugierig auf unsere Bestände machen.“

Die Ausstellung ist auch eine Leistungsschau in eigener Sache. Doch wie eine Enzyklopädie ordnet sie ihre einzelnen Objekte darüber hinaus in größere Zusammenhänge ein. Und wie eine Enzyklopädie lädt sie zum ziellosen Stöbern ein: Neben mittelalterlichen Handschriften aus Heideklöstern findet sich hier jene Urkunde, mit der Peter der Große 1712 Leibniz zum russischen Geheimen Justizrat ernannte. Oder ein Brief, den Katharina die Große einst an den hannoverschen Arzt Johann Georg Zimmermann schrieb. Die Schrift glitzert bis heute ein wenig, weil die Zarin Goldstaub in den Streusand mischen ließ.

Vergleichsweise profan wirkt da das kleinste Stück der Ausstellung: Neben einem alten Lexikon, dessen Bände mehrere Regalmeter füllen, liegt in einer Vitrine ein Datenstick. Auf diesem ist die gesamte deutsche Wikipedia-Ausgabe gespeichert. Er ist nur so groß wie eine Fingerkuppe.

Die Ausstellung „Wissenswelten“ ist dauerhaft in der Leibniz-Bibliothek zu sehen. Infos zu Führungen gibt es unter (0511) 12 67 363. Zur Eröffnung spricht am Donnerstag, 7. Juni, 17 Uhr, der Leipziger Kulturwissenschaftler Ulrich Johannes Schneider.

Von Simon Benne

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