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Aus der Stadt Hannover-Lexikon: Grünspan, Herschel
Hannover Aus der Stadt Hannover-Lexikon: Grünspan, Herschel
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12:34 14.10.2009

1935 Schulentlassung. Aufnahme religiöser Studien in einer Lehranstalt in Frankfurt/Main. 1936 Emigration; Aufenthalt in Paris. Nachdem am 28. 10. 1938 die Juden polnischer Staatsangehörigkeit, darunter die in Hannover lebende Familie Grünspans, aus Deutschland deportiert worden waren, erschoss Herschel Grünspan in einem Verzweiflungsakt den in der deutschen Botschaft tätigen Diplomaten vom Rath. Das Attentat diente den Nationalsozialisten als Vorwand für den Terror der Reichskristallnacht. Im Juli 1940 wurde Grünspan von der Vichy-Regierung ausgeliefert, zuerst im KZ Sachsenhausen u. später im Gefängnis Moabit inhaftiert. Ein gegen Grünspan geplanter Schauprozess, der Kriegsführung u. Judenverfolgung rechtfertigen sollte, wurde abgesagt. Vermutlich kam Grünspan Anfang 1945 in einem KZ ums Leben. Rückblickend wird Grünspans Tat widersprüchlich kommentiert, zwischen Heroisierung u. Tabuisierung. Wiederholt wurde spekuliert, dass er als Überlebender 1945 nach Paris zurückgekehrt sei. – Name u. Schicksal von Grünspan sind seit 1994 auf einer Schrifttafel des hannoverschen Mahnmals an der Oper eingraviert.

In unserer Serie stellen wir Auszüge aus dem jetzt von Klaus Mlynek und Waldemar R. Röhrbein herausgegebenen „Stadtlexikon Hannover“ vor. Das Buch gibt es auch in den HAZ-Geschäftsstellen sowie im Internet unter shop.haz.de oder telefonisch unter (01801) 518518. (3,9 Cent pro Minute aus dem Festnetz der T-Com, mobil ggf. teurer).

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