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... und der Dreck bleibt liegen

Abfall in Grünanlagen ... und der Dreck bleibt liegen

Plastikbecher in Parks, Wodkaflaschen auf Wiesen und Picknickreste neben Papierkörben: Wenn die Hannoveraner laue Sommernächte nutzen, um sich in Grünanlagen zu amüsieren, sind die Folgen am nächsten Morgen oft unübersehbar. Der Stadt fehlt jedoch das Personal für eine zeitnahe Abfuhr.

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Im Maschpark auf der Treppe hinterm Neuen Rathaus wurde am Vorabend offenbar kräftig gepichelt, ohne Flaschen und Becher zu entfernen.

Quelle: Michael Zgoll

Hannover. Scherben von kaputten Flaschen gefährden Kinder, Papiertaschentücher und Chipstüten fliegen durch die Gegend, die Anlagen sehen einfach nicht mehr schön aus. Die HAZ hat am Sonntagmorgen eine Test-Tour unternommen und verschiedene Grünflächen unter die Lupe genommen. Das Fazit: Viele Ecken waren tipptopp sauber, doch an anderen sah es verheerend aus.

Unschön ist der Anblick des Ihme-Ufers zwischen Lavesallee und Spinnereistraße. Unaufgeräumt und verdreckt präsentiert sich das Grün gegenüber dem Ihme-Zentrum, an etlichen Stellen stößt man auf Lagerplätze, an denen das Partyvolk den Rest vom Fest einfach liegengelassen hat. Mal mitten auf der Wiese, mal locker verteilt neben Papierkörben häufen sich Aluschalen, Bierdosen und Pappkartons.

Telefon gegen Müll

Abfall fällt nicht vom Himmel: Weil es die Stadt nicht immer schafft, Müll in Grünanlagen zeitnah zu entsorgen, appelliert sie an die Freunde des Freiluftfeierns, ihre Reste in einen der zahlreichen Abfallbehälter zu werfen oder – bei Überfüllung – daheim zu entsorgen. Wer größere Müllberge im Grünen sieht, kann beim Infotelefon des Fachbereichs Umwelt und Stadtgrün unter der Nummer 16843801 anrufen.

Auch der Maschpark macht auf Flaneure und Familien keinen einladenden Eindruck. Hier sind es vorwiegend Plastikbecher und Flaschen, die großflächig neben und hinter dem Rathaus herumliegen. Mit Vorliebe konsumiert wurden offenkundig Wein und Wodka, gerne auch Bier. Gegenüber vom Landesmuseum ist das Grün unter einem Mäuerchen übersät von den Zeugnissen eines Trinkgelages. Einem Passanten im Park sind diese Zustände schon lange ein Dorn im Auge. Seine rhetorische Frage: „Warum können Zeitgenossen in Feierlaune ihre Überreste nicht mitnehmen und vernünftig entsorgen?“ Zudem habe er bei der Stadt schon mehrfach eine schnellere Beseitigung des Mülls angemahnt, sei aber stets auf taube Ohren gestoßen.

Würde der Maschpark zum Zuständigkeitsbereich von Peter Krajewski und seinen Kollegen vom Abfallwirtschaftsbetrieb Aha gehören, sähe es dort jetzt sicher anders aus. Ordentlich. Aufgeräumt. Immerhin ist der Mann in Orange schon seit 3 Uhr morgens unterwegs, hat die City rund um den Kröpcke und die Altstadt vom Abfall befreit. Jetzt sind die Randstreifen neben der Stadionsporthalle dran; bei Massen an Müll greift Krajewski sogar zum Laubbläser. Für die großen städtischen Grünanlagen, erklärt Aha-Sprecherin Anke Voigt, sei ihr Unternehmen allerdings nicht zuständig, nur für die Asphaltflächen in der Stadt und das „Verkehrsbegleitgrün“ zwischen Wegen und Straßen.

Die Grünflächenpflege in den kommunalen Parks ist Sache der Stadt. „Im Sommer sind unsere Mitarbeiter häufiger unterwegs als im Winter, im Schnitt werden die Grünflächen alle zwei Wochen gereinigt“, sagt Sprecher Dennis Dix. Besonders prominente Anlagen kämen häufiger an die Reihe: So kontrolliere man den Georgengarten täglich, der Maschpark werde dreimal pro Woche vom Unrat befreit. Bei besonderen Anlässen und Veranstaltungen, so Dix, lege man natürlich Sonderschichten ein. Doch überall und sofort sauber machen: das könne die Stadt nicht leisten, dazu fehle ihr das Geld und Personal.

Und es ist offenbar auch nicht überall nötig. Rundum rein präsentiert sich an diesem Sonntag der Georgengarten - ein durchaus unerwartetes Vergnügen in diesem sonst oft mit Müll gespickten Park. Der Dreiecksteich in Ricklingen und die Hoppenstedtwiese in der Südstadt haben eins gemeinsam: Eigentlich sehen auch sie schön aufgeräumt aus. Eigentlich. Zwar steht die breite Masse an Mülltonnen und Papierkörben ohne Anzeichen von Überfüllung in der Natur herum, sind Rasenflächen und Buschwerk frei von Abfall. Jeweils ein Mülleimerplatz aber sticht ins Auge: Dort sind Essensreste und Verpackungen neben den Behältern aufgehäuft. Krähen können keine Deckel anheben, Flaschensammler leeren gemeinhin keine Papierkörbe aus - wer also war’s? Auch neben der Limmeraner Kanalschleuse am Stockhardtweg türmt sich ein Müllberg aus Tüten - wenigstens am Straßenrand abgestellt, bereit zum raschen Abtransport.

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