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Region plant Millionen-Investition in S-Bahn-Netz

Neue Gleise, neue Haltestellen Region plant Millionen-Investition in S-Bahn-Netz

Seit 2007 sind die Fahrgastzahlen im S-Bahn- und Regionalzugverkehr im Raum Hannover um 30 Prozent gestiegen. Die Region hätte gerne höhere Zuwachsraten, aber die Infrastruktur macht nicht mit. Eine Studie zeigt jetzt auf, wie sich das ändern lässt - etwa durch zusätzliche Haltestellen und Gleise.

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S-Bahn im Hauptbahnhof Hannover.

Quelle: dpa

Hannover. "Wir haben seit vielen Jahren Probleme, zusätzlichen Nahverkehr zu bestellen", sagt Ulf-Birger Franz, Verkehrsdezernent der Region. Deshalb hat die Behörde gemeinsam mit dem Land und dem Zweckverband Großraum Braunschweig zwei Beratungsunternehmen mit der Studie beauftragt. "Wir haben Eckpunkte vorgegeben - etwa mehr S-Bahn-Verbindungen, bessere Anbindung Richtung Wolfsburg, Direktverkehr zwischen Flughafen und Messe oder eine durchgängige Metronom-Verbindung zwischen Hannover und Hamburg ohne Umstieg in Uelzen", schildert der Dezernent.

Eine Prämisse gibt es noch: "Im bundesweiten Vergleich hat der Hauptbahnhof Hannover eine erfreuliche Betriebsqualität", betont Thorsten Büker von der Via Consulting aus Aachen. Die Vorschläge sind darauf ausgerichtet, dass die Pünktlichkeit der Züge nicht weiter leidet. Dabei haben die Experten nicht nur den Hauptbahnhof selbst unter die Lupe genommen, sondern das gesamte Netz auf Schwachstellen und Verbesserungsmöglichkeiten untersucht. Unter dem Strich stehen folgende Vorschläge:

Neubau einer Station in Waldhausen: Diese befände sich auf der Brücke über die Hildesheimer Straße im Bereich Döhrener Turm und böte Umstiegsmöglichkeiten zur Stadtbahn. Weil der Bau dieser Haltestelle Voraussetzung für viele weitere Maßnahmen ist, hat er Priorität.

Linientausch: Die S4 soll nicht mehr von Bennemühlen über den Hauptbahnhof nach Hildesheim fahren, sondern nach Hameln und Paderborn. Die S5 verkehrt dann im Gegenzug zwischen Flughafen, Hauptbahnhof, Messegelände und Hildesheim. Der Hauptvorteil: Es gäbe wieder eine Direktverbindung zwischen Messe und Flughafen. Im Zusammenhang damit sind neue Haltepunkte geplant - Richtung Hameln an der Deisterpforte in Springe und Richtung Hildesheim in Laatzen-Mitte und Himmelsthür.

Neuer Regionalzug: Um den Reisenden Richtung Hameln und Paderborn weiter die  Direktverbindung zum Flughafen zu erhalten, könnte eine neue Regionalzugverbindung ins Angebot genommen werden. Die Züge würden zwischen Hannover und Hameln nur noch in Linden und Springe halten.

Braunschweiger Platz: Hier schlagen die Experten ebenfalls eine zusätztliche Station vor. Um die Betriebsabläufe im Netz zu gewährleisten, müsste aber gleichzeitig ein Abschnitt der Deisterstrecke im Bereich Barsinghausen zweigleisig ausgebaut werden. "Dadurch entstehen insgesamt hohe Investitionskosten", sagt Florian Zumklei vom Beratungsunternehmen SMA aus Zürich.

Der Osten: "Der Bereich Lehrte wird in den kommenden Jahren einer der größten Engpässe im gesamten bundesdeutschen Schienennetz", prophezeit Büker. Grund sei hauptsächlich der Güterverkehr. Um  die S-Bahn-Verbindungen Richtung Osten zu verbessern, schlagen die Experten deshalb keine neue Linie, sondern den Einsatz von Drei-Wagen-Zügen Richtung Burgdorf und Celle vor. Dafür müssten die Bahnsteige in Aligse, Otze und Ehlershausen verlängert werden.

Leichter nach Hamburg: Reisende mit dem Metronom ärgern sich regelmäßig über den in Uelzen fälligen Umstieg. Der soll künftig entfallen. Damit längere Züge eingesetzt werden können, müssen die Bahnsteige unter anderem in Großburgwedel und Isernhagen verlängert werden.

Zusätzliches Gleis im Hauptbahnhof: Die Region möchte die Verbindungen Richtung Braunschweig und Wolfsburg verbessern und auf beiden Strecken Züge im 30-Minuten-Takt fahren lassen. Das geht aber nur, wenn im Hauptbahnhof ein zusätzliches Gleis 15 als Entlastung gebaut wird. Dieses würde dann die S-Bahnen Richtung Osten aufnehmen.

Allgemeines: "Die Umsteigezeiten in Hannover sind teilweise zu lang, weil es auf den Bahnsteigen zu eng ist", sagt Zumklei. Die Gutachter empfehlen mehr Wartebereiche. Der Hauptbahnhof muss von 2020 an ohnehin saniert werden, dann könnte man Abhilfe schaffen.

Wenn Verkehrsnetze wie die hannoversche S-Bahn ausgeschrieben werden, will die Region Empfehlungen der Gutachter berücksichtigen, kündigt Elke van Zadel an, Leiterin der Verkehrsabteilung. Generell bleiben die Verantwortlichen bei Zeitangaben eher vage - vor allem, was Baumaßnahmen angeht. "Realistisch ist, dass wir 2020 mit einigen Dingen beginnen können", sagt Verkehrsdezernent Franz. Zu einem anderen wichtigen Punkt gibt es noch keinerlei Aussagen: den anfallenden Kosten.

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