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Aus der Stadt Ein Holländer soll Hannover zum Titel führen
Hannover Aus der Stadt Ein Holländer soll Hannover zum Titel führen
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00:34 19.05.2018
Schwärmt für Hannovers Plätze: Oeds Westerhof. Quelle: Clemens Heidrich
Hannover

 Mit der Bewerbung der niederländischen Stadt Leeuwarden hatte er schon Erfolg, jetzt soll Oeds Westerhof auch Hannover helfen, Kulturhauptstadt Europas zu werden. Am Mittwoch hat die hannoversche Stadtverwaltung den Niederländer als ihren neuen Berater vorgestellt. „Er bringt die größte Kompetenz mit“, sagt Kulturdezernent Harald Härke. Schließlich habe sich das beschauliche Leeuwarden mit Westerhofs Hilfe gegen Städte wie Den Haag und Maastricht durchgesetzt. Westerhof soll Hannover zunächst ein Jahr lang beratend zur Seite stehen – möglicherweise mit einer Verlängerung. 

Der 52-jährige Niederländer gibt sich bescheiden. Er könne gut einschätzen, wie die kulturelle Identität einer Stadt weiterentwickelt werden könne. „Eine Erfolgsgarantie gibt es nicht“, sagt Westerhof auf deutsch. Es komme wesentlich darauf an, dass sich viele Menschen an den Aktivitäten zur Kulturhauptstadtbewerbung beteiligen. „Ich kann sehr gut beurteilen, was für den Wettbewerb notwendig ist“, sagt der Niederländer. 

In Leeuwarden haben nach Angaben Westerhofs 30 000 Menschen Ideen eingebracht. Das Bewerbungsmotto lautete „offene Gemeinschaft“, ähnlich Hannovers Oberthema „Nachbarschaft“. Derzeit laufen in der amtierenden Kulturhauptstadt Europas mehrere Ausstellungen, etwa über den Graphiker M.C. Escher, einem Kind Leeuwardens. Aber auch zum Thema Biodiversität gebe es eine Ausstellung zu sehen, sagt Westerhof. Das zeige, was alles unter dem Etikett Kulturhauptstadt möglich ist. 

Der studierte Sprach- und Literaturwissenschaftler sieht viele historische und kulturelle Parallelen zwischen dem friesischen Leeuwarden und Hannover. Beide Städten seien nordisch geprägte Provinzhauptstädte. Eine Stadt wie Nürnberg bei der Bewerbung zu helfen, hätte ihn weniger gereizt, sagt der Westerhof. 

Zwei Mal hat der 52-Jährige Hannover bereits besucht. Im Sprengel Museum beeindruckten ihn die dadaistischen Werke von Kurt Schwitters. Orientiert hat sich der Niederländer bei seinen Spaziergängen am roten Faden, Hannovers Pinselstrich entlang bedeutender Sehenswürdigkeiten. Besonders ins Auge gefallen sind ihm viele kleine Plätze und Kioske. In solch schönen Ecken ließen sich „spezielle Aktivitäten“ organisieren, meint Westerhof, eben in der Nachbarschaft. „Aber wir brauchen mehr“, sagt der Kulturmanager. Er wolle sich in der kommenden Zeit ein genaueres Bild von der Stadt machen. 

Der Beratervertrag des Niederländers läuft bis zum Sommer 2019. Bis dahin muss die Bewerbungsmappe, das so genannte Bid Book, fertig sein. Es beinhaltet Konzepte und Wirtschaftspläne für die Vorbereitungen, für das Titeljahr selbst sowie für die Zeit danach. Es sei schon ein Erfolg, sagt Westerhof, das bestmögliche Bid Book abzugeben. 

Westerhof bekommt für sein Beraterjahr ein Honorar von 100.000 Euro. Wie oft er in Hannover weilen wird, soll jetzt konkret abgesprochen werden. Klar ist, dass Westerhof nicht dauerhaft nach Hannover zieht. „Ich bin kein Manager. Der muss ständig vor Ort sein“, sagt Westerhof. Er schließt nicht aus, dass er für bestimmte Fragen Experten aus seinem niederländischen Kulturhauptstadt-Team hinzuzieht.

Umtriebiger Kulturmanager

Der 52-jährige Oeds Westerhof hat bereits in vielen kulturellen Einrichtungen mitgewirkt, er hat Filmfestivals organisiert, Museen und Bibliotheken beraten. Seit 2012 unterstützt er die Kulturhauptstadt-Bewerbung Leeuwardens  – mit Erfolg. Die friesische 100.000-Einwohner-Stadt trägt den Titel europäische Kulturhauptstadt noch bis Ende des Jahres. Zur Schule gegangen ist Westerhof im beschaulichen Ort Drachten,  danach studierte er niederländische Sprach- und Literaturwissenschaften in Groningen. Es folgten Aufbaustudiengänge in Marketing und Management. Westerhof spricht fließend Deutsch, mit charmantem holländischen Akzent.asl

Von Andreas Schinkel

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