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Aus der Stadt Behörden-Hickhack stoppt Osterfeuer in Wülfel
Hannover Aus der Stadt Behörden-Hickhack stoppt Osterfeuer in Wülfel
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00:35 29.03.2018
Für das Feuerholz gibt es in Wülfel keine Verwendung mehr, das Osterfeuer ist abgesagt. Quelle: Philipp von Ditfurth
Hannover

 Am Sonnabend lodern in etlichen Stadtteilen die traditionellen Osterfeuer, in Wülfel aber fällt das beliebte Fest nach 30 Jahren aus. Grund ist ein Hin und Her um die Genehmigung des Feuerholzes. Am Ende hat die Stadtverwaltung sogar ihre Erlaubnis für den Osterspaß erteilt, doch da war dem Veranstalter die Lust vergangen. „Ich mache auch im nächsten Jahr kein Osterfeuer“,  sagt Erich Knoke vom örtlichen Schützenverein.

Die Stadt erteilt den meist ehrenamtlichen Osterfeuer-Veranstaltern hohe Auflagen. Das Holz darf frühestens eine Woche vor dem Brenntag auf dem Sammelplatz angeliefert werden. „Es darf nur trockener Baum- und Strauchschnitt verbrannt werden“, sagt Stadtsprecher Udo Möller. Damit seien frische Zweige, die noch biegsam sind, ausgeschlossen. Auch Holz, das mit Lacken oder Ölen behandelt wurde, sowie Holzpaletten, Holzkisten und Spanplatten erlaubt das Ordnungsamt nicht. Gleiches gilt für Grünschnitt und Gartenabfälle.

Osterfeuer-Organisator Knoke sind die Auflagen bekannt, schließlich organisiert er das Fest seit mehr als 30 Jahren. „Für mich bedeutet das Feuer Tradition“, sagt er. Und so hatte die Schützengesellschaft auch für dieses Jahr alles vorbereitet. Auf dem Festplatz hinter dem Hotel Wienecke XI an der Hildesheimer Straße sollten die Flammen in die Höhe schießen. Anwohner hatten bereits Feuerholz angeliefert, doch dann ging bei der Stadtverwaltung der Hinweis ein, dass die Wülfeler Schützen auch Frischholz und Frühjahrsschnitt verbrennen wollen. „Im Vorfeld erfolgte eine Beschwerde auf die Verfeuerung dieser Materialen“, bestätigt Stadtsprecherin Konstanze Kalmus.

Knoke beteuert, dass man sehr sorgfältig auf das Feuerholz achte. „Wenn unerlaubtes Brennmaterial auf dem Haufen landet, sortieren wir es aus“, sagt er. Doch offenbar habe sich die Stadt von dem Hinweis beeinflussen lassen. Bei der Anmeldung des Feuers beim Ordnungsamt habe der Schützenverein eine mündliche Absage bekommen, berichtet Knoke. 

Tatsächlich ist es nicht unüblich, dass an den Holz-Sammelstellen auch Dinge abgeladen werden, die in Osterfeuern nichts zu suchen haben. „Wir hatten einmal ein Waschmaschine vorgefunden“, sagt Bürgermeister Thomas Hermann, der viele Jahre mit dem SPD-Ortsverein Südstadt-Bult das Osterfeuer auf der Alten Bult organisiert hat. Auch Grünschnitt aus Gärten finde man häufig. „Daher müssen wir vor dem Aufschichten des Holzes alles sorgfältig sortieren“, sagt Hermann.

Im Falle des Wülfeler Traditionsfeuers hat die Stadt am Ende doch noch eine Genehmigung erteilt, aber da war dem Schützenverein bereits die Lust vergangen. „Die Schützengesellschaft ist deswegen sehr traurig“, sagt Knoke. „Wir machen das nicht für uns, sondern für die Bevölkerung.“ Nach Ostern werde er sich zusammen mit seinen Vereinskollegen um den Abtransport des bereits angelieferten Holzes kümmern. Die Kosten übernimmt der Schützenverein.

Von Manuel Behrens und Andreas Schinkel

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