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Aus der Stadt Pelikan-Ehepaar Beindorff feiert Eiserne Hochzeit
Hannover Aus der Stadt Pelikan-Ehepaar Beindorff feiert Eiserne Hochzeit
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00:50 26.03.2018
Vier Kinder, vier Enkel, fünf Urenkel: Johann-Christoph und Marianne Beindorff in ihrer Wohnung in Kleefeld. Quelle: (Alexander Körner)
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Hannover

 Wie gemalt sehen sie aus, wenn sie nebeneinander auf dem Sofa sitzen. Er im eleganten Zweireiher, sie mit der dezenten Perlenkette. Schon zu Schulzeiten waren Marianne und Johann-Christoph Beindorff ein Paar. „Kennengelernt haben wir uns im November 1945, und ein bisschen später haben wir geheiratet“, sagt der 89-Jährige lächelnd. Am Sonnabend feiern die Beindorffs ihre Eiserne Hochzeit. Ein Eheleben von 65 Jahren.

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Johann-Christoph und Marianne Beindorff feiern ihre eiserne Hochzeit, an diesem Tag heiratet auch sein Enkel Jens Feuerhake seine Freundin Sina.

Nach dem Krieg gingen sie in dieselbe Klasse. Sie stammte aus einer gutbürgerlichen Familie, ihr Vater war Inhaber der Buchdruckerei Piepenbrink, die unter anderem für Pelikan arbeitete. Und seiner Familie gehörte Pelikan. Die Beindorffs zählten schon damals zu Hannovers Industrieadel. Seine Familie böte Stoff für eine generationsübergreifende TV-Familiensaga; eine Dynastie wie die Buddenbrooks, nur eben mit Füllfederhaltern.

„Als Kind war ich in den Ferien oft bei meinem Großvater Fritz Beindorff“, sagt der 89-Jährige. Sein Opa lebte damals auf Gut Auermühle bei Gifhorn, in einer Villa mit Park und Personal und eigenem Mausoleum. Dass die Fritz-Beindorff-Allee wegen dessen Rolle in der NS-Zeit jetzt umbenannt werden könnte, macht den Enkel sprachlos: „Er war kein Freund von Hitler“, versichert er kopfschüttelnd.

Die Schulzeit schweißt zusammen

Nach dem Krieg hatte Johann-Christoph Beindorffs Vater dann das Areal mit der zerstörten Jugendherberge am Maschsee gepachtet, in der die Waldorfschule entstehen sollte. „Er war Anthroposoph, schon mein Urgroßvater Günther Wagner hatte in der Schweiz Rudolf Steiner kennengelernt“, sagt er. „Anfangs hingen in der Ruine noch Säcke vor den Türen, und im Turnunterricht haben wir geholfen, das Dach neu zu decken.“

Das Paar kam sich im Unterricht näher. „Er saß in der Reihe hinter mir und spielte immer stolz mit dem Taschenmesser von seinem Urgroßvater herum“, sagte Marianne Beindorff. Heimlich schnitt er ihr dabei eine Locke ab. „Jungs sind doch blöde, dachte ich da“, erzählt sie und lacht herzhaft. Dennoch kam man sich näher, und am 24. März 1953 heirateten sie  in der deutschen evangelischen Kirche in Barcelona. Dort lebte das junge Paar damals für einige Monate: „Wir hatten in der Stadt eine Fabrik“, sagt Beindorff.

Gemeinsam haben sie die Welt bereist

Lange war er bei Pelikan als Exportleiter für globale Geschäfte zuständig. Das Ehepaar lebte in Spanien und in Venezuela, bereiste Hong Kong, Singapur und Ecuador. Wenn Johann-Christoph Beindorff in seinem markanten hannoverschen Tonfall über den japanischen Füllermarkt spricht, wirkt das sehr weltläufig und zugleich sehr bodenständig „Es war ein Glück, die ganze Welt kennenlernen zu dürfen“, sagt auch Marianne Beindorff dankbar. 

An der Wand in ihrer Wohnung in Kleefeld hängen Bilder: vier Kinder, vier Enkel und fünf Urenkel haben die Beindorffs. Sie erzählen vom Nachwuchs, von ihren Hobbys – früher Segeln und Golf, heute Skat – und natürlich von der Firma. Schon vor Jahren hat Fritz Beindorff sich aus dem Traditionsunternehmen verabschiedet. Er war am Ende der letzte der 14 Enkel von Fritz Beindorff, der noch im Betrieb war. Noch immer sagt er „wir“, wenn er von Pelikan spricht. „Wir haben letztes Jahr den historischen Sitzungssaal des Unternehmens wieder hergerichtet“, sagt er dann zum Beispiel.

In diesem Saal soll es am Sonnabend einen Empfang geben. Im Mittelpunkt steht dabei allerdings ein anderes Paar: Beindorffs Enkelsohn Jens heiratet just am Tag der Eisernen Hochzeit. Zur Freude seiner Großeltern. „Wenn das Paar in der Kirche den Segen bekommt“, sagt Marianne Beindorff, „dann möchten wir davon etwas abbekommen.“

Von Simon Benne

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