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Aus der Stadt Polizei geht gegen Falschparker auf Radwegen vor
Hannover Aus der Stadt Polizei geht gegen Falschparker auf Radwegen vor
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00:16 27.01.2018
Die Polizei Hannover will verstärkt gegen Falschparker vorgehen. Quelle: Alexander Körner
Hannover

 In vielen deutschen Großstädten sind sie inzwischen an der Tagesordnung: Aktionswochen der Polizei gegen Falschparker auf Radwegen, Busspuren und Bürgersteigen. In Berlin, Hamburg oder Stuttgart gehen Beamte regelmäßig gemeinsam mit den Kollegen der Ordnungsämter gegen rücksichtslose Autofahrer vor. In Hannover erledig die Polizei diese Aufgaben bislang im Rahmen von Streifenfahrten.

Das soll sich jetzt ändern. Nach Auskunft der Behörde planen Polizei und Stadt im April und im August „konzentrierte Aktionen“ gegen Falschparker. Wie lange die jeweiligen Einsätze laufen sollen und welchen Umfang sie haben werden, ist noch unklar. Die Planungen stecken noch im Anfangsstadium. „Wir sind derzeit in Gesprächen, in welcher Woche die Aktion stattfinden soll und in welchen Vierteln“, sagt Stadtsprecher Udo Möller.

Wie in anderen Städten zuvor, war die Polizei auch in Hannover von Radfahraktivisten immer wieder per Twitternachrichten auf die Probleme mit Falschparkern im gesamten Stadtgebiet hingewiesen worden – teilweise mit deutlichen Worten: „In Berlin wird abgeschleppt, um Menschenleben zu retten. Wann wird in Hanover gehandelt“, heißt es in einem Tweet der Aktivisten. „Ihre Untätigleit regt viele Bürger auf, insbesondere, wenn woanders gehandelt wird“, heißt es in einer weiteren Nachricht an die Polizei.

Hinter den Kurznachrichten steckt die Gruppe Hannovercyclechic, ein Kreis von Radfahraktivisten, die regelmäßig mit den Probleme auf Hannovers Straßen befassen. Oliver Thiele ist einer von ihnen. Er begrüßt die Ankündigung von Polizei und Stadt: „Wir möchten gerne mit Ihnen an einem Strang ziehen und geben Ihnen so viel Rückendeckung, wie wir können“, schreibt Thiele per Twitter an die Polizei.

Ihm und seinen Mitstreitern geht es nicht ausschließlich um zugeparkte Radwege. „Es geht auch um durch Autos blockierte Bürgersteige, wenn Kinder morgens zur Schule gehen, um Senioren mit Rollatoren und um Rollstuhlfahrer, denen oft an Kreuzungen die Sicht durch Falschparker genommen wird“, sagt Thiele der HAZ. Als Beispiele von Radwegen, die regelmäßig von Lieferwagen oder Autos zugeparkt werden nennt er die Falkenstraße in Linden-Mitte oder die Podbielskistraße zwischen der Straße Vier Grenzen und der Lortzingstraße. 

Aus Sicht der Radfahraktivisten ist auf lange Sicht insbesondere die Politik gefragt, wenn die Probleme auf den Straßen dauerhaft gelöst werden sollen. „Die Polizei und die Stadt können nur  kontrollieren, bei den Planern muss ein Umdenken einsetzen“, sagt er. Dabei fordere er nicht die Neuerfindung des Rades. „Man muss nur nach Holland oder Kopenhagen schauen und die dort seit Jahren gut funktionierenden Ansätze kopieren“, sagt Thiele.

Von Tobias Morchner

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