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Aus der Stadt Rathaus-Sanierung wird deutlich teurer als geplant
Hannover Aus der Stadt Rathaus-Sanierung wird deutlich teurer als geplant
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00:16 02.02.2018
Die eingerüstete Südfassade des Rathauses ist zum gewohnten Anblick geworden.  Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

 Der Satz steht etwas lapidar am Ende einer Beschlussvorlage der Verwaltung für die Politik: „Insgesamt ist damit zu rechnen, dass für das Neue Rathaus in den kommenden zehn Jahren ein mittlerer zweistelliger Millionenbetrag aufzuwenden sein wird.“ Nicht nur die seit langem auf der Südseite eingerüstete Fassade ist ein Sanierungsfall. Handlungsbedarf besteht auch bei der energetischen Modernisierung, bei Brandschutz und Sicherheit, bei der Barrierefreiheit, dem Küchenbetrieb und der Ausstattung von Büros und Sälen. Dazu kommen Maßnahmen im Außenbereich. 

Hauptsächlich geht es in der Drucksache um die Südfassade. Allein für sie muss die Stadt mehr als doppelt soviel Geld in die Hand nehmen wie ursprünglich erwartet. Waren zu Beginn knapp 3 Millionen Euro einkalkuliert, rechnet die Verwaltung jetzt mit 7,2 Millionen Euro allein für diesen Bereich. „Der Mehraufwand ist ungeplant“, schreibt die Stadt. Daher müsste der Rat zusätzliches Geld bewilligen, wenn die Sanierung nicht zulasten anderer Projekte gehen soll.

Bekannt war, dass nicht nur die zunächst angenommenen 30 Prozent der Fassadenflächen aus Tuffstein schadhaft sind, sondern 70 Prozent. Es gibt aber weitere Gründe für die Kostenexplosion. Der Gerüstbau hat sich wegen statischer Anforderungen verteuert; außerdem kommen die Arbeiter nicht so schnell voran wie sie könnten. „Die Baumaßnahmen sind regelmäßig mit dem laufenden Rathaus-, Kindergarten- und Gartensaalbetrieb abzustimmen und auf Grund der Lärmemissionen zu unterbrechen“, teilt die Stadt mit. Resultierende Ausfallzeiten ließen sich die Firmen gesondert vergüten.

Dieses Muster gilt auch für die jährliche Freiluftoper-Aufführungen, die zweimonatige Sommerpausen für die Handwerker mit sich brachten. Vorher mussten sie Teile des Gerüstes zurückbauen, die Baustelleneinrichtung abbauen und Material zwischenlagern. Zu Buche schlug laut Stadt die Illumination für die Rigoletto-Aufführung im vergangenen Jahr, für die das Veranstaltungsmanagement des NDR die Vorgaben machte. „Eine konkrete Zahl für diesen Kostenblock können wir nicht nennen, da die zusätzlichen Leistungen in großen Teilen nicht ausdifferenziert werden können“, sagt Stadtsprecher Dennis Dix. Will heißen: Man weiß nicht genau, wie teuer die Oper die Stadt zu stehen kommt. Einnahmen aus dem Kartenverkauf erzielt sie nicht, das Geld erhält der Veranstalter Hannover Concerts. Die Aufführungen – in diesem Jahr wird es die Mozart-Oper Don Giovanni sein – sahen und hörten nicht nur zahlende Gäste, sondern jeweils mehr als 20.000 Musikfreunde auf den Wiesen im Maschpark. 

Passieren keine weiteren Überraschungen, sind die Arbeiten am Mittelteil der Südfassade im April beendet – also vor dem nächsten Opernspektakel. Bis Frühjahr 2020 will man mit den Außenseiten fertig sein. Es folgen bis 2025 nacheinander Westfassade und Hauptturm, Ost- und zum Schluss die Nordfassade am Trammplatz. „Für diese Bauabschnitte wird im kommenden Jahr eine Gesamtkostenermittlung vorgelegt“, teilt die Stadt mit.

Von Bernd Haase

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