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Aus der Stadt Kommt jetzt in Hannover Sport in Freilufthallen?
Hannover Aus der Stadt Kommt jetzt in Hannover Sport in Freilufthallen?
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00:32 02.03.2018
Eine Freilufthalle wie hier in Neustadt am Rübenberge stellen sich Ratspolitiker auch für Hannover vor. Quelle: NP
Hannover

 Der Bau von überdachten Sportplätzen, sogenannten Freilufthallen, ist vor einigen Jahren im Sande verlaufen, jetzt unternimmt die Ratsmehrheit einen neuen Versuch. Auf Antrag von SPD, Grünen und FDP hat der Sportausschuss beschlossen, einen Ausflug nach Göttingen zu unternehmen, um sich dort Freilufthallen anzuschauen und Anregungen für Hannover zu holen. Die CDU hält das für Geldverschwendung. „Hannover sollte sich besser auf die Sanierung bestehender Sportanlagen konzentrieren oder geschlossene Hallen bauen“, sagt CDU-Sportpolitiker Thomas Klapproth. Auch bei Hannovers Sportvereinen herrscht Skepsis. „Kosten und Nutzen von Freilufthallen stehen in keinem vernünftigen Verhältnis“, sagt Manfred Duttke, Vorsitzender des TSV Bemerode.

Freilufthallen sind Beton- und Kunstrasenflächen mit einem Dachgestell und offenen Seiten. Je nach Bodenbelag eignen sie sich für Basketball und Fußball, aber auch für Trendsportarten wie Inlinehockey und Skateboarden. „Die Hallen könnten zu einem Drittel von Sportvereinen genutzt werden, zu zwei Dritteln von Sportlern, die keinem Verein angehören“, sagt Grünen-Sportpolitiker Mark Bindert. Nach wie vor sei er von dem Prinzip überzeugt. Auch sein Kollege von der SPD, Angelo Alter, hält Freilufthallen für eine gute Idee. „Damit können wir eine Alternative zu den Schulsporthallen schaffen“, sagt er. Alter schwebt eine Sportanlage vor, die generationenübergreifende Angebote bereithält.

Vor sechs Jahren ist bereits Geld investiert worden, um den Bau von Freilufthallen in Hannover voranzutreiben. Für rund 15 000 Euro hat die Stadt auf Wunsch des Rates eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Das Berliner Architekturbüro Gruppe Planwerk hat vier mögliche Standorte für Freilufthallen untersucht: ein Spielfeld beim TSV Bemerode, eine Rollsportanlage des ERC in Vahrenheide, ein Minispielfeld beim SV 07 Linden und einen Parkplatz unterhalb der Straßenbrücke Bremer Damm. Ergebnis: Nur beim TSV Bemerode und beim Rollsportverein ERC sind überdachte Sportplätze möglich. Jedoch liegen die Kosten deutlich höher als erwartet. Rund eine Million Euro verschlingt der Bau jeweils einer Freilufthalle. „Im Sporthaushalt standen zu keiner Zeit ausreichend Mittel zur Verfügung, um eine Freilufthalle zu bauen“, sagt Stadtsprecher Udo Möller. Dennoch habe sich die Stadt nie vom Thema Freilufthallen verabschiedet, weil sie zur Verbesserung der Sportraumsituation beitragen können.

„Wir sind froh, dass der Bau der Freilufthalle damals nicht geklappt hat“, sagt Duttke vom TSV Bemerode. Die Öffnung der Halle und damit des Vereinsgeländes in Richtung Bahnstation wäre problematisch geworden. „Wir hätten nicht mehr kontrollieren können, wer zu uns kommt“, sagt er. Auch der Rollsportverein ERC hatte Bedenken. „Unsere Rollkunstläuferinnen können nicht im Winter in einer offenen Halle trainieren“, sagt ERC-Chef Holger Jakobs. Zudem sei eine Freilufthalle nicht für Wettkämpfe tauglich, etwa im Inlinehockey. 

Die SPD schlägt jetzt vor, künftige Freilufthallen nicht mehr an Vereine anzubinden. „Letztlich muss sich die Stadt um die Anlagen kümmern“, sagt SPD-Mann Alter.

SPD: Sportausschuss soll in Vereinen tagen

Der Ausflug der Sportpolitiker zu Vereinen mit Freilufthallen soll kein Einzelfall bleiben. Die SPD wünscht sich, dass der Sportausschuss weniger nach Aktenlage entscheidet, sondern häufiger die Lage vor Ort in Augenschein nimmt. „Ich stelle mir vor, dass wir unsere Ausschusssitzungen auch in Vereinsheime verlegen und nicht nur im Rathaus abhalten“, sagt SPD-Sportpolitiker Angelo Alter. Auf diese Weise verstärke sich der Kontakt zwischen Ratspolitik und Sportvereinen.

Bisher ist es so, dass Vertreter des Stadtsportbunds den Ausschusssitzungen im Rathaus beiwohnen. Der Stadtsportbund wiederum vertritt die hannoverschen Vereine. Hannovers Sportpolitiker sind aber auch persönlich mit dem Vereinswesen verbunden. So ist FDP-Sportpolitiker Andreas Bingemer, früher ein erfolgreicher Amateur-Boxer, stellvertretender Vorsitzender des TSV Anderten.  Der CDU-Ratsherr Arne Borstelmann, Mitglied des Sportausschusses, leitet als erster Vorsitzender den MTV Groß Buchholz.asl

Von Andreas Schinkel

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