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Aus der Stadt Unternehmen werben für Frauen in Männerberufen
Hannover Aus der Stadt Unternehmen werben für Frauen in Männerberufen
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00:16 08.10.2016
Von Gunnar Menkens
Überzeugungsarbeit, beinfrei: Üstra-Arbeitsdirektor Wilhelm Lindenberg (4.  v. links) und Kollegen beim Versuch, Frauen zu überzeugen. Quelle: Wilde
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Hannover

Die Lage an der Gleichstellungsfront war in den Nachmittagsstunden am Mittwoch in Hannovers Innenstadt dieselbe wie seit Jahrzehnten. Zu erklären, dass Frauen gefördert werden sollen, ist immer noch in aller Regel Chefsache – seltener Sache von Chefinnen. Gestern taten das vorm Hauptbahnhof fünf Männer, Führungskräfte allesamt, untenrum mit Röcken statt Hosen bekleidet, wie auch Dutzende ihrer männlichen Kollegen auf dem Ernst-August-Platz. Anliegen während dieser Arbeitgeberkampagne mit dem Titel „Hannover Rockstars“ war es, um Frauen zu werben, die in ihren fünf Unternehmen (Üstra, Bahlsen, TÜV Nord, Protec und Continental) auf Chancengleichheit und Karriere rechnen könnten. Röcke waren da Symbol und Ausdruck von Solidarität in einem einzigen Stück Stoff.

Zahlen erklären, warum sich bei kühlen Temperaturen Männer in dreiviertellangen Röcken versammelten und Passanten, Frauen vor allem, informierten. Nur 16 Prozent aller Beschäftigten bei der Üstra sind Frauen. Beim TÜV Nord sind 30 Prozent der Mitarbeiter weiblich, aber in technischen Berufen sinkt die Zahl auf wenige Prozent ab. Lediglich 15 Prozent der Wachleute beim Sicherheitsunternehmen Protec sind Frauen. Männer werden Ingenieure, Frauen gehen ins Büro, das ist grob gesagt die gestern erneut ans Licht getretene Wirklichkeit.

Firmenchefs wollen Frauen motivieren

Üstra-Personalchef Wilhelm Lindenberg würde das gerne ändern, wie er im ungewohnten, über die Knie reichenden schwarzen Rock am Dienstag vorm Bahnhof sagte: „Aber die meisten Frauen bewerben sich immer noch als Bürokauffrau.“ Busfahrerinnen etwa seien deutlich unterrepräsentiert. Der Fahrbetrieb, der trotz dieser Aktion weiterhin Üstra und kaum Rock ’n’ Roll heißen wird, will bis 2025 einen Frauenanteil von 30 Prozent erreichen. Das passt gut, weil bis zu diesem Zeitpunkt ohnehin rund 1000 neue Mitarbeiter eingestellt werden, ein Generationenwechsel. Ganz oben, in der höchsten Etage, wäre sogar leicht ein besserer Wert zu erreichen: Wird Lindenberg nach seinem Ausscheiden in zwei Jahren durch eine weibliche Führungskraft ersetzt, betrüge die Frauenquote im Vorstand bereits 50 Prozent.

Vor einem Jahr erregte die Üstra erstmals Aufmerksamkeit mit ihrer Rocknummer. Anfragen aus Taiwan und von einem Strumpfhosenhersteller waren die Folge. Gestern machten weitere Unternehmen mit und warben in Zeiten von Lehrlingsmangel um Frauen und deren Bedeutung fürs eigene Unternehmen. Bahlsens Kommunikationschef Christian Bahlmann erinnerte daran, dass Frauen in Führungspositionen Tradition hätten im Konzern. Ingo Holstein, Leiter Personal Reifen bei Continental, berichtete, dass gemischte Teams bessere Ergebnisse erzielten und Frauen vielfältige Karrieremöglichkeiten hätten. Für die Üstra Tochter Protec sagte Geschäftsführer Mathias Lindscheid, Frauen könnten dort als Sicherheitsmitarbeiter eine berufliche Zukunft haben, „es gibt viele Aufgaben, die nichts mit Kraft zu tun haben“. Harald Reutter, Arbeitsdirektor vom TÜV Nord, fasste eine Erkenntnis des beginnenden 21. Jahrhunderts in einem Satz zusammen: „Frauen und Männer können gleichermaßen technische Berufe ausüben oder Führungsaufgaben in Unternehmen übernehmen.“     

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