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Aus der Stadt So reagieren Hannovers SPD-Genossen auf den GroKo-Entscheid
Hannover Aus der Stadt So reagieren Hannovers SPD-Genossen auf den GroKo-Entscheid
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11:17 07.03.2018
Die Südstädter Genossen grillen für die GroKo: Knud Hendricks (v.li.), Frank Straßburger und der Ehrenvorsitzende des Kleingärtnervereins Tiefenriede, Thomas Schrader. Quelle: Andreas Schinkel
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Hannover

Grillwürstchen dampfen, der gefrorene Boden knirscht unter den Sohlen,   der Chef des Südstädter SPD-Ortsvereins, Frank Straßburger, rückt seinen roten Schal zurecht und greift nach einem Teller. Angrillen in der Kleingartenkolonie Tiefenriede aus aktuellem Anlass. Deutschlands Sozialdemokraten haben sich entschieden, zusammen mit der CDU eine Regierung zu bilden, und die Entscheidung ist sehr deutlich ausgefallen (zwei Drittel dafür, ein Drittel dagegen). In der Kleingartenkolonie Tiefenriede will keine Partylaune aufkommen. „Ich hatte ein knapperes Ergebnis erwartet“, sagt Straßburger. Aber gut sei, dass jetzt endlich eine Regierung gebildet werden könne.

Auch Hannovers führende Genossen atmen auf. Die ehemalige SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi, gerade frisch in den Bundestag gewählt, ist erfreut über das klare Votum für die Große Koalition. „Aber jetzt kann es kein Zurücklehnen geben, im Gegenteil“, sagt sie. Die SPD müsse den Schwung aus der Debatte mitnehmen und für die Erneuerung der Partei nutzen. Hannovers SPD-Chef und Landtagsabgeordneter Alptekin Kirci hat ein knapperes Abstimmungsergebnis erwartet. „Die Zustimmung zur GroKo ist gut für Deutschland und gut für Europa“, sagt er. Eigentlich sei er kein Freund großer Koalitionen, aber der ausgehandelte Vertrag könne sich sehen lassen. „Da kann man nur zustimmen“, sagt der SPD-Chef. Dennoch dürfe die SPD am Ende der Regierungszeit nicht wieder als Verlierer dastehen. „Wir dürfen nicht jammen, sondern müssen nach vorne schauen und selbstbewusst agieren“, sagt er. Eine gewisse Fröhlichkeit stünde der Partei auch gut zu Gesicht.

In der Südstädter Kleingartenkolonie verbreitet zumindest der würzige Grillduft gute Laune. „Die Deutlichkeit des Zuspruchs für die GroKo entspricht nicht der Stimmung in Hannover“, meint Knud Hendricks. Der SPD-Mann ist in Linden beheimatet, aber leistet seinen Parteifreunden im Süden beim Angrillen gerne Gesellschaft. Überzeugt ist Hendricks, dass am Ende ein Sozialdemokrat aus Niedersachsen am Kabinettstisch sitzen wird. „Alle reden jetzt von einer Erneuerung der Partei. Das wurde schon vor vier, ja vor acht Jahren gefordert“, sagt er grinsend.  Sein Parteifreund Claus Mohr nickt. „Wir müssen das Beste draus machen“, meint er. Dabei sei auch Improvisationskunst gefragt, als Rollstuhlfahrer wisse er ein Lied davon zu singen, sagt Mohr und blickt skeptisch auf die hohe Türschwelle am Laubeneingang. Kurzerhand packen alle Genossen mit an und hieven Mohr über die Schwelle.

Erleichterung auch bei der hannoverschen CDU. „Ich wünsche der GroKo einen guten Start“, sagt Hannovers CDU-Chef Dirk Toepffer. Er hoffe, dass es in Berlin ähnlich gut laufe wie in Niedersachsen. Toepffer ist zugleich Fraktionschef im Landtag. Nach der gewonnenen Landtagswahl hat die SPD ein Bündnis mit der CDU geschmiedet, das bisher ohne viel Streiterei funktioniert. 

Von Andreas Schinkel

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