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Aus der Stadt Schläger bekommt Bewährung – und muss zahlen
Hannover Aus der Stadt Schläger bekommt Bewährung – und muss zahlen
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17:44 21.02.2018
Einer der Schläger erschien im Amtsgericht - der andere wird per Haftbefehl gesucht. Quelle: Michael Zgoll
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Hannover

 Zwei Brüder sollen im April 2017 nahe der Goseriede zwei  ihnen unbekannte Passanten wegen einer Nichtigkeit zusammengeschlagen haben. Doch verurteilen wegen gefährlicher Körperverletzung konnte Amtsrichter Olaf Wöltje am Donnerstag nur Hawbeer A. (24) – sein Bruder war nicht zur Verhandlung erschienen. Haval A. (28) dürfte seine Gründe haben: Der gebürtige Iraker mit deutschem Pass wird per Haftbefehl gesucht, weil er eine vom Landgericht verhängte Haftstrafe nicht angetreten hat. Von diesem Gericht war Haval A. wegen Diebstahls und Betrugs in neun Fällen zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und drei Monaten verurteilt worden; rechtskräftig wurde dieses Urteil im August 2017. Weil der 28-Jährige fehlte, stellte Wöltje das Körperverletzungs-Verfahren gegen ihn vorläufig ein. Sollte A. gefasst werden, wird er sich aber erneut vor dem Amtsrichter verantworten müssen.

Tritte gegen Bewusstlosen

Der Streit nahe der Goseriede an einem frühen Sonntagmorgen hatte sich daran entzündet, dass sich das bereits  mehrfach vorbestrafte Brüderpaar über die orangefarbene Hose eines der späteren Opfer lustig machte. Als sich die Passanten diese Schmähungen verbaten, schlugen Hawbeer und Haval A. erbarmungslos zu. Einer der Männer ging bewusstlos zu Boden und wurde dort so heftig mit Fußtritten malträtiert, dass er schwere Kopfverletzungen erlitt. Richter Wöltje verurteilte Hawbeer A. zu einer Bewährungsstrafe von zehn Monaten, außerdem muss er an ein Opfer 1000 und an das andere 500 Euro zahlen.

Das Verfahren entbehrt nicht einer gewissen Pikanterie. So war in dieser Sache bereits im November 2017 ein Verhandlungstermin anberaumt worden – und geplatzt. Damals saß Haval A. auf der Anklagebank, der ältere der Brüder, der sich aktuell dem Zugriff der Justiz entzogen hat. Gefehlt wegen einer angeblichen Erkrankung hatte im November Hawbeer A., den Richter Wöltje jetzt verurteilen konnte. Theoretisch hätte man Haval A. im November festnehmen können – doch damals existierte noch kein Vollstreckungshaftbefehl.

Von Michael Zgoll

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