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Aus der Stadt Sechs Jahre Haft für Schläge mit der Eisenstange
Hannover Aus der Stadt Sechs Jahre Haft für Schläge mit der Eisenstange
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13:54 23.02.2018
Verteidiger Holger Nitz (r.) hatte für seinen Mandanten Alexander M. auf eine Freiheitsstrafe von lediglich drei Jahren plädiert. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

 Der Obdachlose, der einem Berufssoldaten vergangenen Sommer im Steintorviertel mit einer Eisenstange auf den Kopf schlug und ihn schwer verletzte, ist am Montag vom Schwurgericht zu einer Haftstrafe von sechs Jahren verurteilt worden. Die Kammer unter Vorsitz von Wolfgang Rosenbusch sprach den 39-jährigen Alexander M. des versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung schuldig. Bei dem Angriff auf eine Gruppe von insgesamt fünf Personen wurden auch zwei weitere Soldaten verletzt: ein 31-Jähriger bekam eine Wunde am Oberkörper zugefügt, einen 34-Jährigen verletzte die Stange am Oberschenkel. 

Mit dieser Eisenstange schlug Alexander M. auf die Soldaten ein. Quelle: Michael Zgoll

Die Kammer folgte in ihrem Urteil dem Antrag der Staatsanwaltschaft; Verteidiger Holger Nitz hatte wegen eines minderschweren Falls von versuchtem Totschlag und gefährlicher Körperverletzung auf eine Freiheitsstrafe von drei Jahren plädiert. Doch dem mochte das Schwurgericht nicht folgen. M. habe billigend in Kauf genommen, so der Vorsitzende, dass sein erheblich alkoholisiertes Opfer durch den Hieb mit der von einer Baustelle entwendeten Stange sterben könnte. Allerdings billigte die Kammer dem Angeklagten eine verminderte Steuerungsfähigkeit zu, da er bei der Tat am frühen Morgen des 24. August 2017 unter dem Einfluss von Heroin, Kokain und Beruhigungsmitteln stand. 

Entziehungskur zwecklos

Eine Entziehungskur erachtete das Gericht im Falle von M., der schon gut zwanzig Einträge im Vorstrafenregister gesammelt hat, nicht für sinnvoll. Der schon mehrfach durch Gewalttaten auffällig gewordene Angeklagte, so sagte Rosenbusch, sei in keiner Weise bereit, sich mit seiner Drogenabhängigkeit auseinanderzusetzen und von dieser loszukommen. Gingen die Erfolgsaussichten einer Therapie jedoch gegen Null, so müsse der Staat nicht in eine solch teure Wiedereingliederungsmaßnahme investieren. 

Der 29-jährige Bundeswehrsoldat, dem der bettelnde Obdachlose nach einer Zurückweisung die Eisenstange auf den Schädel geschlagen hatte, leidet bis heute unter der Tat. Zwar spielen Gedächtnisverlust und Wortfindungsstörungen inzwischen keine Rolle mehr, doch verursacht dem Opfer die unglückselige Begegnung vor der Sansibar bis heute Albträume.

Von Michael Zgoll

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