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Aus der Stadt Sollte es in Hannover ein zentrales Silvester-Feuerwerk geben?
Hannover Aus der Stadt Sollte es in Hannover ein zentrales Silvester-Feuerwerk geben?
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12:19 01.03.2018
Silvesterfeuerwerk über Hannover - lässt es sich bündeln?  Quelle: dpa
Döhren-Wülfel

  Die Stadt soll bis Ende Juni 2018 ein Konzept für neue Formen des Silvesterfeuerwerks in dicht besiedelten Wohngebieten vorlegen. Ziel soll sein, als Alternative zum flächendeckenden Privatfeuerwerk in Döhren-Wülfel ein zentrales Licht- oder Feuerwerksspektakel zu inszenieren. Diesem Antrag der Grünen-Fraktion hat der Bezirksrat  in seiner jüngsten Sitzung mehrheitlich zugestimmt. Vor einem Jahr hatte ein ähnlicher Antrag in dem Gremium noch keine Mehrheit gefunden, doch das war jetzt anders: Auch die SPD und der Vertreter der „Partei“ konnten sich mit dieser Idee anfreunden. CDU, FDP und der Linken-Bezirksratsherr stimmten dagegen mit „Nein“.

Döhren-Wülfel biete sich als Modellbezirk für die Stadt Hannover an, erläuterte Grünen-Fraktionschef Michael Rinker. Die Erfahrungen aus den südlichen Stadtteilen könnten später herangezogen werden, um eine Ausweitung des Projekts auf andere Quartiere zu prüfen. Einen konkreten Vorschlag, wo eine derartige Veranstaltung im Stadtbezirk über die Bühne gehen könnte, machten die Grünen nicht.

Das Abfackeln von Feuerwerkskörpern birgt Gefahren. Quelle: dpa

Nach Ansicht der Bezirksratsmehrheit sprechen verschiedene Argumente dafür, das millionenfache Abbrennen von Feuerwerkskörpern zu Silvester einzudämmen. So würden durch die Böllerei in Deutschland alljährlich rund 4000 Tonnen Feinstaub produziert – fast so viel wie die Menge, die der Autoverkehr in zwei Monaten erzeugt. Die Wohnquartiere würden durch das Feuerwerk zum Jahreswechsel zugemüllt und Kinder sowie Tiere verschreckt. Außerdem, so die Grünen, steige die Gefahr von Bränden, auch gebe es jedes Jahr durch das unsachgemäße Hantieren mit Feuerwerkskörpern Verletzte. 

„Schönere Effekte“

„Ein zentral organisiertes, etwa von Feuerwerkskünstlern gestaltetes Feuerwerk böte ebenso wie eine Licht- und Lasershow eine sichere Alternative und die weitaus schöneren Effekte“, sagte Rinker. Hannover habe mit Festivitäten wie dem Feuerwerks-Wettbewerb, dem Schützenfest oder der Lasershow zum Maschseefest bereits viele positive Erfahrungen gesammelt. Der Fraktionsvorsitzende verwies auf eine Umfrage in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung aus dem Vorjahr, wo 47 Prozent der Befragten die Idee böllerfreier Zonen unterstützt hätten.

Auch dieses Jahr bot das Silvester-Feuerwerk in Hannover spektakuläre Anblicke am Maschsee, auf dem Opernplatz – oder auf der Fensterbank daheim. Wir sammeln die Bilder unserer Leser in einer großen Galerie.

„Man kann den Verkauf von Feuerwerkskörpern nicht verbieten“, hielt CDU-Bezirksratsherr Gerd Sommerkamp dagegen. Seine Parteifreundin Gabriele Jakob sprach von einer angestammten Familientradition zum Jahreswechsel, die man nicht einfach abschaffen könne. „Man sollte den Jugendlichen nicht ihren Spaß nehmen“, argumentierte Linken-Vertreter Manfred Milkereit in die gleiche Richtung. Und FDP-Bezirksratsherr Björn-Christian Seela warnte vor den hohen Kosten, die eine zentrale Veranstaltung verursache; so müsse sich die Stadt um ein gastronomisches Angebot kümmern und für Sanitäreinrichtungen sorgen. „Auch wird in der Silvesternacht viel Alkohol konsumiert – wie sollen die Menschen dann weitere Strecken zu einem zentralen Platz bewältigen?“, lautete einer seiner Fragen.

Es geht nicht um Verbote

Es gehe nicht darum, irgendetwas zu verbieten, sondern um ein alternatives Angebot, meinte demgegenüber die Grünen-Politikerin Sarah Röttger. Auf die „fantastischen zentralen Silvesterfeuerwerke“ in ganz Europa wies „Partei“-Vertreter Jan Weinmann hin. Und SPD-Bezirksratsfrau Brigitta Miskovic zeigte sich optimistisch, dass bei einem solch herausragenden Lichtspektakel in Döhren-Wülfel ein ganz anderes Gemeinschaftsgefühl zum Jahreswechsel entstehe als bei der privat betriebenen Böllerei: „Ich finde die Idee super.“

Von Michael Zgoll

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