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Aus der Stadt Straße vor dem HCC soll einspurig werden
Hannover Aus der Stadt Straße vor dem HCC soll einspurig werden
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00:16 06.01.2018
Gibt es bald einen neuen Engpass? Wegen des Ausbaus der Stadtbahnhaltestelle vor dem Kuppelsaal soll die Straße von zwei- auf einspurig umgebaut werden. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

 Für Besucher von Konzerten und Tagungen im Hannover Congress-Centrum (HCC) wird die Anfahrt mit der Stadtbahn künftig bequeme – Autofahrer aber müssen sich auf dichteren Verkehr einstellen. Am Theodor-Heuss-Platz soll die Haltestelle der Linie 11 einen Hochbahnsteig bekommen, dadurch verengt sich die Straße an dieser Stelle auf eine Fahrspur. Der Bezirksrat Mitte hat dem Vorhaben gegen den Widerstand von CDU und FDP zugestimmt, jetzt erhebt sich auf Ratsebene Protest. CDU und FDP glauben, dass sich bei größeren Veranstaltungen im HCC Staus bilden.

Fast sechs Millionen Euro kostet der Bau des Hochbahnsteigs vor dem HCC. Anfang 2019 sollen die Arbeiten beginnen. Die Straße entlang der Haltestelle im Osten des Platzes hat derzeit eine Breite von sechs Metern, künftig stehen nur noch 4,50 Meter zur Verfügung. „Das wäre für zwei Fahrbahnen zu schmal“, sagt Stadtsprecherin Konstanze Kalmus. Eine nachträgliche Verbreiterung würde zu Lasten der Baumreihen auf dem Platz gehen. 

„Wir benötigen beide Fahrspuren am HCC, um den Verkehr zu bewältigen“, sagt CDU-Baupolitiker Felix Blaschzyk. Die geplante Verengung sehe er sehr kritisch. Zudem sei kaum zu vermitteln, dass wenige Hundert Meter entfernt die Hans-Böckler-Allee um zwei Spuren erweitert werde. Damit spricht Blaschzyk den geplanten Ausbau der Pferdeturm-Kreuzung und des Knotenpunktes Clausewitzstraße/Hans-Böckler-Allee an. Die Stadtverwaltung will zusätzliche Fahrspuren schaffen, um das steigende Verkehrsaufkommen nach dem Bau des Conti-Hauptsitzes an der Hans-Böckler-Allee zu bewältigen. „Aber die Conti-Mitarbeiter reisen nicht nur über den Messeschnellweg ab, sondern auch über das Zooviertel und den Theodor-Heuss-Platz“, sagt Blaschzyk.

Sein Kollege von der FDP, Wilfried Engelke, hält die Bahnsteig-Pläne für misslungen. „Für den alltäglichen Verkehr rund um den Platz dürfte eine Fahrspur ausreichen, aber nicht für den Verkehr bei großen Konzerten“, sagt er. Zudem bezweifelt er, ob ein Hochbahnsteig mit einer Breite von vier Metern an dieser Stelle sinnvoll sei. „Ein historischer Platz sollte nicht verändert werden“, sagt Engelke.

HCC-Parkhaus kaum ausgelastet

Das Parkhaus in der Schackstraße unweit des Hannover Congress Centrums (HCC) ist noch immer kaum ausgelastet. „Außerhalb der Spitzenzeiten, etwa bei großen Konzerten, haben wir Leerstände“, sagt HCC-Direktor Joachim König. Zwar habe man gezielt für das Parkhaus geworben, aber der Erfolg halte sich in Grenzen. „Bei Konzerten, die ein Publikum aus der Region anziehen, werden noch immer die Parkplätze im Viertel bevorzugt, die nichts kosten“, sagt König.

Wiederholt haben sich Anwohner des Zooviertels im Bezirksrat Mitte beschwert, dass die Straßen rund ums HCC regelmäßig zugeparkt werden. Eigentlich wurde das Parkdeck 2012 für rund acht Millionen Euro errichtet, um genau das zu verhindern. Fast 900 Plätze umfasst das Gebäude, viele stehen unter der Woche leer.

Dabei sind die Preise für das Parkhaus Schackstraße moderat. Die Parkzeit von bis zu zwei Stunden kostet nur einen Euro, für jede weitere Stunde werden 50 Cent verlangt. Wer den gesamten Tag parken will, zahlt lediglich 3,50 Euro.asl

Dem widerspricht HCC-Direktor Joachim König. „Uns ist eine barrierefreie Anreise zu unseren Veranstaltungen wichtig“, sagt er. Zudem gehe er davon aus, dass die Stadt den Bau des Hochbahnsteigs mit dem Denkmalschutz abgestimmt habe. Auch der Zutritt zum historischen Congress-Centrum, bisher über eine Treppe, soll für mobilitätseingeschränkte Menschen erleichtert werden. „Wir bauen in diesem Jahr einen Aufzug“, sagt König. Ob die neuen Pläne für den Theodor-Heuss-Platz den Autoverkehr ausbremsen, könne er nicht beurteilen.

Infra-Chef Christian Weske beruft sich auf ein Verkehrsgutachten. Das Ingenieurbüro SHP habe vier Szenarien für den Theodor-Heuss-Platz durchgerechnet: Den täglichen Verkehr zu den Pendlerzeiten morgens und am späten Nachmittag sowie die An- und Abreise bei Veranstaltungen im HCC. „Die Gutachter sind zu dem Schluss gekommen, dass ein leistungsfähiger Straßenraum gewährleistet sei“, sagt Weske. Nur beim Konzert-Anreiseverkehr müsse möglicherweise mit Behinderungen gerechnet werden, die Situation sei aber unkritisch.

Die CDU zieht das Verkehrsgutachten in Zweifel. „Ich fordere ein neues Gutachten“, sagt CDU-Baupolitiker Blaschzyk. Merkwürdig sei, dass die Stadtverwaltung sehr oft das Ingenieurbüro SHP zu Rate ziehe. „Die Stadt sollte Aufträge für Gutachten ausschreiben“, findet Blaschzyk. 

Von Andreas Schinkel

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