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Aus der Stadt Personalrat wirft Stadt Lohndumping vor
Hannover Aus der Stadt Personalrat wirft Stadt Lohndumping vor
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00:15 03.07.2013
Von Andreas Schinkel
SPD und Grüne in Hannover wollen den Preis für das Mittagessen in Schulkantinen senken. (Symbolbild) Quelle: dpa
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 „Das sind Dumpinglöhne, die die Stadt hier anstrebt“, kritisiert der Vorsitzende des Gesamtpersonalrats, Hans-Jürgen Jeroschewski. Der Beschluss des Rates, die Helfer in den Kantinen nach Tarif zu bezahlen und vor allem Frauen eine Chance auf eine Arbeit zu geben, von der sie leben können, werde „nur unzureichend umgesetzt“. Damit unterstütze die rot-grün geführte Stadt jene ausbeuterischen Verhältnisse, die SPD und Grüne auf Bundesebene eigentlich mit ihrer Forderung nach Mindestlöhnen bekämpfen wollen.

Hintergrund ist die Forderung von SPD und Grünen im Rat, den Preis für ein schulisches Mittagessen zu verringern. Statt durchschnittlich 3,50 Euro soll ein Essen nur noch 2,80 Euro kosten. Das soll durch eine Neugestaltung der Verträge mit den Caterern erreicht werden, aus denen die Nebenkosten für die Essensausgabe herausgerechnet werden. Diese Aufgabe soll künftig städtisches Personal übernehmen.

Hansmann weist Kritik zurück

Kämmerer Marc Hansmann weist die Kritik der Personalvertreter zurück. „Es gibt mehrere Varianten, die wir gerade hinsichtlich Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit prüfen“, sagt er. Nach der Sommerpause werde man dem Rat die verschiedenen Modelle vorstellen. So sei unter anderem vorstellbar, Fördervereine in Schulen, die bereits die Essensausgabe übernommen haben, mit einem Sachkostenzuschuss zu unterstützen. Dann könne man auch darauf verzichten, zusätzliches Personal der Stadt in die Mensen zu schicken. Das müsse aber von Schule zu Schule individuell entschieden werden, meint der Kämmerer. Sollte die Essensausgabe an allen Ganztagsschulen von städtischem Personal erledigt werden, müsste die Stadt bis zu 70 zusätzliche Kräfte einstellen. Die Subvention des Mittagessens belastet die Stadtkasse mit bis zu sechs Millionen Euro pro Jahr.

Letztlich entscheidet der Rat, welches Subventionsmodell umgesetzt werden soll. Erst im kommenden Jahr dürfte der vergünstigte Essenspreis angeboten werden. In den Genuss der reduzierten Preise kommen alle Kinder, nicht nur solche aus einkommensschwachen Familien.

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