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Aus der Stadt Lord of the Dance begeistert das Publikum
Hannover Aus der Stadt Lord of the Dance begeistert das Publikum
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00:43 28.02.2018
In der Swiss Life Hall ging es am Sonntag vor allem um Eins: Das Tanzen. Quelle: Frank Wilde
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Hannover

 Spätestens als der Lord of the Dance sein Hemd auszieht, um mit nacktem Oberkörper weiter gegen das Böse zu kämpfen, ist allen in der ausverkauften Swiss Life Hall klar: Er wird gewinnen. Die Macher der neuen Tanzshow mit dem Untertitel „Dangerous Games“ wissen außerdem, dass sich Pathos und Romantik mit einer Spur Selbstironie noch besser verkaufen. Das Publikum will körperliche Leistungen und gelungene Choreografien sehen. Aber es will auch lachen, und sei es über die eigenen Bedürfnisse.

Allzu viel Geschichte steckt nicht in der neuen Inszenierung von Michael Flatley. Letzlich geht es wie in den bisherigen Shows auch um den Kampf von Gut gegen Böse, bunt bebildert mit Versatzstücken einer irgendwie irischen Fantasywelt und dynamisch umgesetzt von hervorragenden Tänzern. Die Bühnenerzählung entspringt dem Traum einer kleinen Elfe, berührend dargestellt von der international prämierten Akrobatin und Gymnastin Jess Judge. 

Nicht alle mythologischen Figuren erschließen sich dem Betrachter. Aber letztlich zählt ein Satz aus dem Programmheft: „Gefahr sah noch nie so gut aus.“ Darin, seine Tänzer gut aussehen zu lassen, hat Flatley über 20 Jahre Erfahrung. Seit 1996 erfindet er „Lord of the Dance“ immer wieder neu. Zwar steht er seit zwei Jahren nicht mehr selbst auf der Bühne, doch er führt weiter die Regie. Sogar die Flöten im Soundtrack spielt er noch selbst – er wurde in Chicago in eine irischstämmige Familie geboren und war mit 17 bereits irischer Flöten- und Tanz-Champion zugleich. 

Aus der Erweiterung irischer Tänze entwickelt er neuartige Choreografien, die er mit Elementen aus Flamenco, Ballett oder Line Dance anreichert. Kernelement ist der Ensemble-Stepptanz geblieben, der auch in “Dangerous Games“ Wucht, Präzision und Leichtigkeit auf mitreißende Art und Weise miteinander verbindet. Hinzu kommen fantasievolle Kostüme zwischen klassischer Fantasy und düsteren Cyberpunk-Visionen.

 Bevorzugtes Mittel der Auseinandersetzung zwischen Gut und Böse ist natürlich der Tanz, der zwar hier und da asiatischen Kampfsport zitiert. Vor allem aber geht es um ein Kräftemessen: Wer steppt härter, schneller oder länger? Das Publikum ist begeistert. Und manch einer mag sich denken: Wäre es doch nur immer so einfach.

Von Thomas Kaestle

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