Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Geldstrafe nach Falschgeld-Tausch
Hannover Aus der Stadt Geldstrafe nach Falschgeld-Tausch
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 06.01.2018
Der angeklagte Ibrahim S. (links) mit Verteidiger Christoph Rautenstengel.  Quelle: Alexander Kšrner
Hannover

 Er habe da, schrieb der 25 Jahre alte Ibrahim S. per WhatsApp-Nachricht seinem Kumpel Sufyan, „eine Sache laufen“ und dafür 500 Euro bekommen. Auf die Hand natürlich. Ob der Kumpel diesen Schein in einer Diskothek am Steintor wechseln könne? Der tat es arglos, bekam zehn Scheine zu 50 Euro vom Kassierer für den einen Großen heraus, erhielt selbst 50 Euro Prämie und Taxigeld von S. obendrauf. Dann stellte sich heraus: Der 500-Euro-Schein war gefälscht. Der Inhaber der Diskothek bemerkte den Betrug und rief Sufyan an, der über diese neue Entwicklung „voll erschrocken“ war. 

Ibrahim S., deutscher Staatsbürger und bei Gericht bekannt wegen Cannabisverkauf und einer Jugendstrafe wegen Körperverletzung, landete vorm Amtsgericht Hannover. Zum Vorwurf, Falschgeld in Umlauf gebracht zu haben, sagte Verteidiger Christoph Rautenstengel für seinen Mandanten: „Er hatte ein schlechtes Gefühl, dass der Schein möglicherweise unecht ist. Dann hat er ihn wechseln lassen und sich gefreut, dass er offenbar echt ist.“ So sehr gefreut, dass er seinem Kumpel 50 Euro gab fürs Eintauschen. Ibrahim S. sagte: „Es tut mir leid, auf jeden Fall bereute ich das Ganze.“  

Falschgeld beschäftigt Ermittler regelmäßig. In der Polizeidirektion Hannover gibt es pro Jahr rund 1400 Fälle, berichtete ein geladener Beamter dem Gericht, 500-Euro-Scheine seien aber eher die Ausnahme. In diesem Fall sei die Fälschung hochwertig gewesen, hergestellt auf einer Druckmaschine, offenbar waren mehrere Merkmale der echten Euro-Noten enthalten, darunter auch die ins Papier eingelassenen Sicherheitsfäden. 

Richterin Wiebke Gratz verurteilte Ibrahim S. zu einer Geldstrafe von 2000 Euro, zu zahlen in 50 Raten zu 40 Euro: „Ich bin überzeugt, dass Sie wussten, dass es sich um Falschgeld handelt.“ Die Gründe dafür: der Schein, der dem Kumpel gefaltet übergeben wurde, der Bonus für den Eintausch, das Geld, das aus einer „dubiosen Quelle“ stamme. Der 25-Jährige muss den Betrag nun von seinem monatlichen Lohn von 1200 Euro netto abzweigen. 

Ungeklärt blieb im Gericht: Was war das für eine Sache, die mit Falschgeld belohnt wurde? Und wer war der Überbringer dieser 500-Euro-Note?

Von Gunnar Menkens

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

In Hannover haben am Dienstag fünf Unbekannte einen Pizzabote im Stadtteil Sahlkamp ausgeraubt. Die Gruppe bedrohte den 43-Jährigen und floh mit der Beute. Die Polizei bittet um Zeugenhinweise.

03.01.2018

Das interkulturelle Weihnachtsfest findet in diesem Jahr am Sonnabend, 13. Januar, statt. Auf den Gotttesdienst in der Lister Matthäuskirche, der um 15 Uhr beginnt, folgt ein buntes Weihnachtsfest. 

03.01.2018

Sturmtief „Burglind“ ist am Mittwoch mit orkanartigen Böen von mehr als 120 Kilometern pro Stunde über Niedersachsen hinweggefegt. An der Küste fielen Fährverbindungen aus, am Morgen stürzte ein Baum auf die Gleise zwischen Egestorf und Wennigsen. Auch am Nachmittag gibt es noch Behinderungen im Bahnverkehr.

03.01.2018