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Aus der Stadt Rechner soll Staus vorhersagen
Hannover Aus der Stadt Rechner soll Staus vorhersagen
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00:18 06.01.2018
Hannovers Ampeln sollen mit neuer Verkehrs-EDV besser gesteuert werden. Quelle: Behrens
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Hannover

Die Grüne Welle gehört zu den Standardforderungen von CDU und FDP im hannoverschen Rat, und sie verursacht oft Gähnanfälle bei anderen Parteien. Doch die Stadtverwaltung investiert Millionensummen, um den Verkehrs auf Hannovers Straßen flüssiger zu bekommen. Ein Verkehrsrechner für rund zwei Millionen Euro wurde im vergangenen Jahr angeschafft, jetzt will die Stadt ihre Verkehrs-EDV weiter ausbauen. Ziel ist es, Stauvorhersagen für die nächsten 15 bis 30 Minuten zu treffen und die Ampeln darauf einzustellen. „Damit soll die der Verkehrslage entsprechend optimale Steuerung ausgewählt und so eine Staubildung minimiert werden“, sagt Stadtsprecherin Michaela Steigerwald auf Nachfrage der HAZ.

Tatsächlich gibt es noch viel zu tun auf Hannovers Straßen. Eine Studie des Verkehrsdienstleisters Inrix hat Anfang des Jahres festgestellt, dass Autofahrer in Hannover durchschnittlich 36 Stunden im Stau stehen. Das seien 20 Prozent mehr als der Bundesdurchschnitt von 30 Stunden. Das Unternehmen Tomtom, Hersteller von Navigationsgeräten, kam auf einen noch höheren Stau-Wert für Hannover.

Alle Ampeln am Rechnernetz

Solche Berechnungen werden im Rathaus skeptisch gesehen. Häufig werde in solche Studien der viel befahrene und stauanfällige Abschnitt der Autobahn 2 am Rande Hannovers hineingezählt, heißt es zur Begründung.  Dennoch nehme die Stadtverwaltung viel Geld in die Hand, um den Verkehr zu verflüssigen.

An den neuen Verkehrsrechner sind inzwischen alle Ampeln Hannovers angeschlossen. Im Grunde gibt es nicht die eine große Rechenmaschine mit vielen Kabeln und blinkenden Dioden, sondern ein hochkomplexes Netzwerk von Computern. Ein Zentralrechner steht in der Bauverwaltung neben dem Rathaus, weitere acht Computer sind über das Stadtgebiet verteilt. Sie stehen mit insgesamt 500 Kleincomputern in Verbindung, die an jeder Ampel angebracht sind. 

Ziel der Verkehrs-EDV ist es, möglichst viele und genaue Informationen über das aktuelle Verkehrsgeschehen zu bekommen, zu verarbeiten und daraus Schlüsse für Hannovers Ampelschaltungen zu ziehen. Induktionsschleifen im Asphalt registrieren jedes Fahrzeug. Zudem sind auf nahezu jeder Ampel Videosensoren angebracht, die wie ein Bewegungsmelder funktionieren und Fahrzeugtypen erkennen können. So wird dem Rechnernetzwerk gemeldet, ob ein Bus durchfährt oder ein Radfahrer. Auch greift die Stadt auf Staumeldungen zurück, die Verkehrsdienste anbieten. Aus den Datenströmen erstellt der Rechner ein Gesamtbild.

Einer fährt, einer wartet

Im kommenden Jahr rüstet die Stadt ihre Verkehrs-EDV weiter auf. Verkehrserfassungsgeräte und neue Programme sollen noch mehr Informationen sammeln und verarbeiten können. Am Ende steht ein neues Verkehrsmanagementsystem, das so etwas wie eine Grüne Welle ermöglichen soll. Dennoch dürfte sich eine Hürde kaum umgehen lassen: Wenn die einen grüne Welle haben, müssen die anderen warten.

Von Andreas Schinkel

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