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1000 Wörterbücher für Leseschwache

Funktionale Analphabeten 1000 Wörterbücher für Leseschwache

1300 Wörter umfasst das Nachschlagewerk, das für all jene Menschen entwickelt wurde, denen der Umgang mit dem gedruckten Wort schwerfällt. 1000 Exemplare des Wörterbuchs für Lese- und Schreibschwache verteilt der Verband jetzt an Schulen und Bildungseinrichtungen in der Region Hannover.

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VHS-Leiter Michael Guttmann (li.) kann die Wörterbücher von Peter Hubertus (re.) gut gebrauchen. Die Sparkasse, vertreten durch Jens Bratherig, übernimmt die Kosten.

Quelle: Felix Schledding

Hannover. „Einen Grundwortschatz wollten wir an die Hand geben“, sagt Herausgeber Peter Hubertus vom Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung. Der Fundus umfasst Begriffe, die im Alltag gebräuchlich sind, übersichtlich angeordnet, in großen Lettern gedruckt, leicht lesbar. 1000 Exemplare des Wörterbuchs für Lese- und Schreibschwache verteilt der Verband jetzt an Schulen und Bildungseinrichtungen in der Region Hannover. Die Druckkosten von 5000 Euro hat die Sparkasse Hannover übernommen. „Auch wir sehen Bedarf. Denn früher war das Niveau unserer Bewerber auf Ausbildungsplätze höher“, sagt Jens Bratherig vom Vorstand der Sparkasse.

Tatsächlich sind die Zahlen alarmierend. Eine wissenschaftliche Studie der Universität Hamburg zeigt, dass 14,5  Prozent der erwerbsfähigen Bevölkerung in Deutschland „funktionale Analphabeten“ sind, mehr als sieben Millionen Bundesbürger. Sie sind zwar in der Lage, kurze Sätze zu schreiben und zu entziffern, haben aber Probleme mit Satzgebilden und Texten. „Diese Menschen bewegen sich auf dem Schreib- und Leseniveau eines Zweit- oder Drittklässlers“, erklärt Hubertus. Die gesellschaftliche Teilhabe sei dadurch massiv eingeschränkt. Hochgerechnet auf die Region Hannover komme man auf 100 000 Erwachsene im erwerbsfähigen Alter, die zu den funktionalen Analphabeten zählen. „Es ist nicht einfach, diese Menschen zu erreichen“, sagt Hubertus.

Die Volkshochschule Hannover macht es sich seit Jahrzehnten zur Aufgabe, Lese- und Schreibfähigkeiten zu verbessern. „Wir bieten 30 Sprachförderkurse pro Jahr an“, sagt Hannovers VHS-Leiter Michael Guttmann. 250 Menschen könne man pro Semester helfen, ihre Schwierigkeiten zu überwinden. Das Kursangebot richtet sich an Einwanderer, die Deutsch als Fremdsprache lernen und sich zum Teil das lateinische Alphabet aneignen müssen. „Anschlusskurse führen die Absolventen zu einem Schulabschluss“, sagt Guttmann. Da auch etliche Erwachsene, die einen Beruf ausüben, Probleme mit dem Textverständnis haben, biete die VHS Unterricht zu verschiedenen Tageszeiten an. „Das Wörterbuch wird in unseren Kursen eine wichtige Hilfe sein“, sagt Guttmann.

Allein die VHS bekommt 250 Exemplare, die restlichen 750 verteilt der Verband Alphabetisierung an Förder- und Berufsschulen sowie an Bibliotheken.Beim Durchblättern fällt auf, dass auf jeder Seite Raum für Notizen bleibt. Das liegt nicht daran, dass dem Herausgeber kein Wort mehr eingefallen ist. „Vielmehr wollen wir Benutzer ermuntern, Wörter aus ihrer Berufswelt einzutragen“, sagt Herausgeber Hubertus. So könne ein Gärtner verschiedene Fachbegriffe in die freien Spalten schreiben. „Unter ,V’ kann er das schwierige Wort Veilchen eintragen“, sagt Hubertus. Bei einem Boxer mache das zusätzliche Wort ebenfalls Sinn.

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