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Aus der Stadt Hannover lässt es krachen
Hannover Aus der Stadt Hannover lässt es krachen
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00:17 03.01.2015
Von Andreas Schinkel
Mit Partys – wie hier im HCC – haben die Hannoveraner ins neue Jahr gefeiert. Quelle: Felix Peschke
Hannover

Eine Rakete nach der anderen jagt in den Nachthimmel, Böller zerplatzen auf dem Opernplatz, Funkenregen sprühen aus Pappkegeln – dabei dauert es noch eine knappe Stunde, bis das neue Jahr beginnt. Der junge Eric aus dem Dorf Käshofen in Rheinland-Pfalz kommt aus dem Staunen nicht heraus. „Bei uns im Dorf werden um Mitternacht nur ein paar Böller gezündet“, sagt er. Hier in Hannover beginne das Feuerwerk noch vor dem offiziellen Startschuss. „Die Leute verschießen ihr gesamtes Pulver schon vorher“, sagt er und schaut auf die paar Raketen, die er und seine Freundinnen Sarah und Silke mitgebracht haben.

Partybilder von den Silvesterfeiern im HCC, im Wasserturm und in der Galerie Luise.

Doch weit gefehlt. Um Punkt 0 Uhr nehmen Frequenz und Intensität der Explosionen deutlich zu. Tausende Hannoveraner begrüßen das neue Jahr 2015 auf den Cityplätzen mit einem bunten Feuerwerk. Rauchwolken hängen zwischen den Häuserschluchten, auf dem Opernplatz ist die Fassade des Opernhauses kaum zu erkennen. Viele Menschen liegen sich in den Armen, die gegenseitigen Glückwünsche für das neue Jahr sind angesichts der Knallerei kaum zu verstehen.

Willkommen 2015! Die Hannoveraner haben das neue Jahr traditionell mit einem Feuerwerk in der City begrüßt. Tausende versammelten sich und schickten ihre Raketen in den Himmel.

Den ersten Kuss des Jahres schenkt Lynn Alber ihrem Freund Martin Köring. „Für mich und meine Familie gehört es zur Tradition, um Mitternacht in der City Silvester zu feiern“, sagt sie. Doch nach dem Feuerwerk zieht es die beiden Studenten nach Linden ins Veranstaltungszentrum Faust. „Dort legt ein Freund Platten auf“, sagt Köring. Vorsätze für das neue Jahr haben die beiden schon gefasst. „Ich will mehr Sport treiben“, sagt Alber. Köring hat sich noch mehr vorgenommen: „Ich will ein verantwortungsbewussteres Leben führen“, gibt der Biologiestudent zu Protokoll.

Ganz in den Moment versunken ist Negin Seyed. Wie die Freiheitsstatue steht sie auf der Freitreppe des Opernhauses – mit wehendem Haar, die Fackel in der erhobenen Hand. Eigentlich ist es ein Stab, aus dem in kurzen Abständen Leuchtkugeln fliegen. „Ich bin das erste Mal Silvester auf dem Opernplatz. Schon aufregend“, sagt sie. Ihr Freund Khaled Wardak entzündet derweil mit stoischer Ruhe einen Böller nach dem anderen und wirft sie in die Mitte des Platzes. Seyeds Eltern haben sich in einem persischen Restaurant verschanzt. „Die wollten etwas Abstand zur Knallerei wahren“, sagt Seyed grinsend. Später werde sie mit ihnen anstoßen.

Zwischen den Rauchschwaden neben dem Opernhaus taucht ein bekanntes Gesicht auf. Der langjährige Grünen-Ratspolitiker Lothar Schlieckau beobachtet mit seiner Frau Traudel den lautstarken Funkenflug aus gebührender Distanz. Er hat sich zuvor die Silvester-Gala im Schauspielhaus angesehen. „Die Show war ein bisschen trashig“, findet er. Nach dem Feuerwerk will der 64-Jährige zur Party ins Theaterhaus zurückkehren und das Tanzbein schwingen.

Um 0 Uhr hat die Nacht für viele Hannoveraner erst begonnen. Nach der Böllerei zieht es sie in Klubs und Diskotheken. Auch Eric aus Käshofen hat seine Munition verschossen. „Jetzt geht’s richtig los mit der Feierei. Wie bei uns auf dem Dorf“, sagt er.

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