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Aus der Stadt Hannover bekommt ein 18. Gymnasium
Hannover Aus der Stadt Hannover bekommt ein 18. Gymnasium
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00:17 25.11.2017
Unterricht mit neuen Methoden: In der 5e am Gymnasium Limmer wird der Klassenrat bestimmt. Foto: Franson
Hannover

 Das 17. Gymnasium der Stadt, das Gymnasium Limmer, hat erst im Sommer 2016  seinen Betrieb aufgenommen, doch das 18. Gymnasium ist schon in Planung. „Hannover braucht ein neues Gymnasium mit mindestens fünf Zügen“, hat Bildungsdezernentin Rita Maria Rzyski am Mittwoch im Schulausschuss der Stadt gesagt. Das liege nicht nur an generell steigenden Schülerzahlen, sondern auch daran, dass sich immer mehr Familien nach der Grundschule für ein Gymnasium entschieden – vermutlich auch wegen der Rückkehr zum Abitur nach 13 Jahren an den Gymnasien. Derzeit gehen 52,9 Prozent der insgesamt 4000 Fünftklässler auf ein Gymnasium, 34,4 auf eine Integrierte Gesamtschule, 9,1 Prozent auf eine Realschule, 2,6 Prozent besuchen eine Oberschule. Mehr Gymnasialplätze seien auch wegen der relativ hohen Anzahl von Wiederholern in der 5. Klasse nötig, betont die Dezernentin. 

Die Klassen bis zur Obergrenze von 30, im Ausnahmefall 31 Kindern zu füllen, ist keine Lösung, da sie im Gegenteil durch mehr Schüler mit Förderbedarf künftig eher kleiner sein dürften. Schüler mit Handicap zählen doppelt . Erklärtes Ziel der Stadt ist es denn auch, Kinder mit Förderbedarf gleichmäßiger auf alle Schulformen zu verteilen. Bislang werden sie vorrangig von Integrierten Gesamtschulen aufgenommen. 

Da die vorhandenen Gymnasien sich – bis auf die Wilhelm-Raabe-Schule – nicht ohne weiteres erweitern ließen, laufe alles auf einen Neubau hinaus, sagt Rzyski. Wo das neue Gymnasium entstehen soll, ist noch völig unklar. Spätestens zum Schuljahr 2022/2023 soll es jedenfalls an den Start gehen.

Weitere Oberstufen an IGSen nötig

Benötigt werden laut Rzyski weitere Oberstufen an den Integrierten Gesamtschulen. Etwa jeder 5. IGS-Schüler strebt mittlerweile ein Abitur an. Für die Errichtung einer Oberstufe sind mindestens 54 Schüler nötig. Spätestens im Schuljahr 2018/19, wenn die IGS Südstadt und die IGS Bothfeld entsprechend hochgewachsen seien, müsse man mit einer steigenden Nachfrage an Oberstufenplätzen rechnen. Da der Bau einer Oberstufe am Standort IGS Südstadt nicht möglich sei, biete sich hier eine Kooperation mit benachbarten Gymnasien an, wie man das im Schulverbund Herrenhausen-Stöcken zwischen der Goetheschule und der IGS Stöcken bereits erfolgreich praktiziere. An der IGS Bothfeld soll dagegen eine neue Oberstufe gebaut werden. Erste Vorgespräche mit den Schulleitern seien bereits geführt worden, betont Rzyski. 

Auch im laufenden Schuljahr sind die Schülerzahlen wieder gestiegen – auf insgesamt 47.701 Schüler in Hannover. Der Aufwärtstrend habe sich aber im Vergleich zu den Vorjahren etwas abgeschwächt, hieß es vonseiten der Stadt. Gegenüber dem Vorjahr gab es ein Plus von 0,5 Prozent, von 2015 zu 2016 lag der Zuwachs noch bei 1,1 Prozent. Die Zahl der Grundschüler stieg stärker, um 0,9 Prozent auf nun 17.822 Kinder. Dabei verringerte sich Zahl der Sprachlernklassen für Schüler ohne Deutschkenntnisse erheblich, von 15 im vergangenen Schuljahr auf nur noch sechs. Unklar ist, ob es weniger Kinder mit Sprachproblemen in den Grundschule gibt oder ob die Schulen sie lieber gleich in Regelklassen anstatt in extra Sprachlernklassen stecken. „Das wollen wir jetzt herausfinden“, sagt Rzyski.

Auslaufmodell Hauptschule

Reine Hauptschulen wird es ab dem nächsten Schuljahr nicht mehr geben,  die Ada-Lessing-Schule und die Bertha-von-Suttner-Schule laufen aus. Da sich immer weniger Familien für die Schulform entschieden hatten, hatten sich schon im Sommer 2016 die Pestalozzischule in Anderten und die Peter-Ustinov-Schule in Ricklingen von Hauptschulen zu personell besser ausgestatteten Oberschulen  gewandelt. Nach den bisherigen Planungen laufen die städtischen Förderschulen für Kinder mit Lernschwierigkeiten im Sommer 2022 endgültig aus. Die neue rot-schwarze Landesregierung will unter bestimmten Bedingungen die Neugründung oder den Ausbau von Förderschulen Lernen zulassen. Ob in Hannover dafür überhaupt Bedarf bestehe, müsse sich noch zeigen, sagt Rzyski.

Ganztagsschulen werden ausgebaut

Der Schulausschuss der Stadt hat einstimmig die Anträge von zwei Misburger Grundschulen verabschiedet, die ab dem nächsten Sommer auch ein Nachmittagsangebot anbieten wollen.

Von Saskia Döhner

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