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Aus der Stadt Braucht Hannover ein 18. Gymnasium oder eine ganz neue Schulform?
Hannover Aus der Stadt Braucht Hannover ein 18. Gymnasium oder eine ganz neue Schulform?
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13:40 23.02.2018
Noch trist, bald vielleicht schon Baustelle: Auf dem Schützenplatz in Bemerode könnte ein 18. Gymnasium entstehen. Oder vielleicht eine Werkstattschule für Schüler, die sich mit herkömmlichen Lehrplänen eher schwertun? Noch ist alles offen. Quelle: Frank Wilde
Hannover

 Die Stadt braucht in den nächsten Jahren ein 18. Gymnasium. Das ist schon jetzt sicher. Solange mehr als die Hälfte der Eltern der angehenden Fünftklässler sich für ein Gymnasium entscheiden, bleibt dem Schulträger keine große Wahl. „Die Planungen für ein weiteres Gymnasium ergeben sich aus dem Wahlverhalten der Eltern“, sagt Bildungsdezernentin Rita Maria Rzyski. „Der Schulträger ist verpflichtet, ein nachfragegerechtes Schulangebot vorzuhalten. Dem Wunsch der Eltern, ihre Kinder an der Schulform Gymnasium beschulen zu lassen, hat der Schulträger zu folgen. Bildungspolitische Bewertungen spielen hier keine Rolle.“

Ein Schule mit mehr Praxisbezug oder ein neues Gymnasium?

 Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hatte die Errichtung eines weiteren Gymnasiums rückwärtsgewandt genannt. Auch Kathleen Fleer, Leiterin der Integrierten Gesamtschule (IGS) Kronsberg, wirbt mit ihrem Team für neues Denken. Natürlich gebe es in den Jahrgängen 5 und 6 Bedarf für weitere Gymnasialplätze, aber spätestens ab der 7. Klasse wechselten zunehmend Kinder, die es auf dem Gymnasium nicht schafften, auf Gesamt-, Real- und Oberschulen. Und dann seien da noch zunehmend  Bildungsverlierer, die vielleicht überhaupt einen Abschluss erreichen könnten. Für die fordert das Leitungsteam der IGS Kronsberg eine „Schule neuen Typs“.

Nach Ansicht der vieler Schulpolitiker braucht Hannover beides – mehr Gymnasialplätze und mehr Hilfe für besonders schwache Schüler.  Dass mehr als 130 Kinder am Gymnasium zuletzt die 5. Klasse wiederholen mussten, sei sehr bedauerlich, betot Silvia Klingenburg-Pülm, Schulexpertin der Grünen. Die Schulen  müssten so ausgestattet werden, dass sie auch leistungsschwächere Kinder besser fördern könnten. Andererseits müsse die Stadt auch mehr Angebote für Schüler aus bildungsferneren Schichten vorhalten, die nach den herkömmlichen Lehrplänen nicht unterrichtet werden könnten, forderte Klingenburg-Pülm.

 Dazu sei aber keine neue Schulform nötig, sondern bestehende Schulen, wie etwa die Oberschulen, könnten weiterentwickelt werden. So hatte sich Karin Haller von der Peter-Ustinov-Oberschule sich dafür stark gemacht, den Schülern mehr Praxisangebote zu machen und verstärkt mit Betrieben zu kooperieren.

Parteien wollen sich auf keine Schulform festlegen

Es läge nahe, das 18. Gymnasium in Bemerode zu bauen. Dort entsteht ein Neuabugebiet für 7000 Menschen. Am Schützenplatz hält die Stadt „eine Vorbehaltsfläche für eine eventuell erforderliche weiterführende Schule“ bereit. Dies müsse auch noch mit den örtlichen Sportvereinen diskutiert werden, sagt die Schulexpertin der CDU, Stefanie Matz. Sie würde den Ausbau bestehender Gymnasien bevorzugen statt eines Neubaus. Aber da die Gymnasien durch die Umstellung auf G 9 ab 2020 sowieso mehr Platz brauchen, weil sie einen weiteren Jahrgang unterbringen müssen, dürfte dies kaum möglich sein. „Ob die Fläche in Bemerode für die Errichtung eines weiteren Gymnasiums genutzt wird, kann zum jetzigen Zeitpunkt weder bestätigt noch verneint werden“, sagt Rzyski. Auch die SPD fordert, die Entscheidung offenzuhalten. „Wir diskutieren das erstmal in unseren Gremien“, sagt Afra Gamoori.

Rzyki regt eine grundsätzliche Schulstrukturdebatte in der zweiten Jahreshälfte 2018 an, da könnten auch Fleers Ideen aufgegriffen werden.

Von Saskia Döhner

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