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Aus der Stadt Hannover entwickelt sich zum Top-Robotikstandort
Hannover Aus der Stadt Hannover entwickelt sich zum Top-Robotikstandort
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21:29 30.05.2017
Von Bärbel Hilbig
Institutsleiter Prof. Tobias Ortmaier demonstriert einen Roboterarm. Quelle: Kutter
Hannover

Klein und vor allem überaus gelenkig sind die Roboterarme, an denen Studenten der Leibniz-Uni neue Anwendungen ausprobieren. „Uns interessiert, wie sie sicher ganz feine Bohrungen bei minimalinvasiven Operationen ausführen können“, erklärt Prof. Tobias Ortmaier, Leiter des Instituts für Mechatronische Systeme. Dann könnten hoch komplizierte Eingriffe eines Tages zur preiswerten Routinebehandlung werden.

Die Zusammenarbeit von Roboterforschern und Spitzenmedizinern gehört bereits zu den ausgewiesenen Stärken am Uni-Standort Hannover. Insgesamt forschen 42 Institute an Leibniz-Uni, Hochschule Hannover und Medizinischer Hochschule an Robotik und Automatisation. Firmen, die Robotersysteme herstellen, gibt es vor Ort jedoch nicht. Die Wirtschaftsförderung der Region will der Robotik deshalb mit einem Bündel an Hilfen einen Schub verleihen – von Schule über Uni bis zur Firmengründung. „Dieses durchgängige Konzept ist einzigartig“, unterstreicht Prof. Ortmaier.

„Mit Blick auf die Wissenschaft haben wir ideale Bedingungen für die Entwicklung als Robotikstandort“, betont Wirtschaftsdezernent Ulf-Birger Franz. Nachwuchsakademiker mit guten Ideen konnten sich bereits beim Robotics Incubator am Mechatronik-Zentrum der Leibniz-Uni bewerben. Region und die Wirtschaftsförderung Hannoverimpuls finanzieren mit jährlich 400  000 Euro drei Teams von Firmengründern, die in einem Jahr einen Prototyp ihres Produkts entwickeln sollen. Eine Jury wählt in Kürze die ersten Gründerteams aus. Professoren helfen bei der Suche nach größeren Firmen als erste Pilotkunden.

„In Deutschland fehlt die Kultur, für junge Start-ups Risikokapital zu geben. Deshalb begleiten wir das“, sagt Franz. Sollten die Jungunternehmer erfolgreich sein, fließt das Beteiligungskapital in den Fonds zurück.
Besondere Chancen für die regionale Wirtschaft sieht Franz bei kollaborativen Robotern, sogenannten Cobots, die mit Menschen Hand in Hand arbeiten. Für Großroboter gibt es längst etablierte Produzenten in Deutschland. Hersteller kleinerer Robotersysteme würde der Wirtschaftsdezernent gerne in der Region ansiedeln. „Wenn Cobots preiswerter werden, ziehen sie in viele Bereiche ein, die wir uns jetzt noch nicht wirklich ausmalen.“ So könnten leicht zu bedienende Alltagsroboter in Handwerk und Pflege zum Einsatz kommen.

Für die Ideen-Expo schaffen Region, Industrie- und Handelskammer sowie Leibniz-Uni kleine Roboterarme an, die Schüler ausprobieren können. Danach gehen die Systeme an die Berufsbildende Schule Neustadt, denn die BBS bekommt im Herbst eine Smart Factory als Lernwerkstatt. „Auszubildende können selbst per Handy einfache Abläufe programmieren“, berichtet der Wirtschaftsdezernent. Im Roboterzentrum der Region Roberta tüfteln Schüler bereits seit 2013 an eigenen Maschinen.

Roberta Regio zieht in eine Roboterfabrik, die im Sommer an der Uni startet. Die Region fördert die neue Einrichtung für Schüler und Studenten, die auch die Wirtschaft einbinden will, mit 600 000 Euro. Dazu passt, dass die Leibniz-Uni ab Herbst einen Masterstudiengang Mechatronik/Robotik anbietet. Das Fach Robotik haben bereits rund 400 Studenten belegt.     

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