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Aus der Stadt Hannover erhält großen Römerschatz
Hannover Aus der Stadt Hannover erhält großen Römerschatz
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17:11 10.03.2014
Von Juliane Kaune
Historische Hingucker: Rund 3000 Fundstücke aus der Römerzeit umfasst die Ausbeute der Grabungen rund um Hedemünden im Kreis Göttingen – und alle sind bereits restauriert Quelle: dpa
Hannover

Ein unschätzbar wertvoller Fund aus der Römerzeit kommt nach Hannover: Rund 3000 Werkzeuge, Waffen, Münzen und andere Relikte eines römischen Militärlagers, die in Hedemünden im Landkreis Göttingen ausgegraben wurden, werden von der nächsten Woche an ins hannoversche Landesmuseum transportiert. Die mehr als 2000 Jahre alten metallenen Fundstücke sollen zentraler Teil einer neu konzipierten Dauerausstellung der Abteilung Archäologie werden. „Der Fund ist eine archäologische Sensation“, sagt die zuständige Expertin Babette Ludowici: „Wir sind außerordentlich froh und stolz, dass er in unser Museum kommt.“

Die Relikte gehören zu einer von römischen Soldaten errichteten Lagerstätte, die in ihrer Art einmalig in Niedersachsen ist. „Es handelt sich um das erste und bisher einzige Marschlager, das auf niedersächsischem Boden entdeckt wurde“, sagt Archäologin Ludowici. Es habe eine wichtige Rolle beim Vormarsch der Legionäre auf ihrem Weg von der damals bereits existierenden Stadt Mainz bis zur Elbe gespielt. Bei den bekannten niedersächsischen Ausgrabungsstätten aus der Römerzeit wie Kalkriese bei Osnabrück und Harzhorn handele es sich um Schlachtfelder, nicht um Stationen des römischen Feldzuges auf germanischem Gebiet.

Entdeckt wurde das Hedemündener Lager am Unterlauf der Werra bereits im Jahr 2003. Seitdem war ein Expertenteam unter Federführung des Göttinger Kreisarchäologen Klaus Grote damit beschäftigt, die historischen Fundstücke auszugraben, zu dokumentieren und zu restaurieren. Dafür hat das Land Niedersachsen, offizieller Eigentümer des Römerschatzes, unterm Strich rund 170 000 Euro bereitgestellt. Die Grabungs- und Restaurierungsarbeiten sind nun abgeschlossen. Weil den Göttingern aber das Geld für ein eigenes Römermuseum fehlt und es vor Ort keine Möglichkeit gibt, die Fundstücke dauerhaft zu lagern, geben sie diese nun an das hannoversche Landesmuseum ab.

Dort hat man für die etwa 3000 wertvollen Metallteile bereits Platz in speziell klimatisierten Räumen geschaffen. Weil die einzelnen Relikte nicht allzu groß seien, habe man aber keine anderen Objekte auslagern müssen, sagt Betriebsleiter Matthias Görn. Die Kisten, in denen die Fundstücke geliefert werden, passten alle in einen handelsüblichen Transporter, wie man ihn in der Regel für kleinere Umzüge benutzt.

Für das Landesmuseum habe der Zuwachs eine erhebliche Bedeutung, sagt Ludowici: „Das ist der umfangreichste und qualitativ hochwertigste Komplex von Metallteilen aus der Zeit der römischen Armeen auf dem Gebiet des heutigen Niedersachsen.“

Schon nach der Sommerpause sollen einige der Fundstücke den Museumsbesuchern in einer kleinen Sonderschau präsentiert werden. Bis sie hier in größerem Rahmen zu sehen sein werden, wird es allerdings noch etwas dauern. Zunächst wird der Schatz in einer größeren Römer-Ausstellung 2013 in Braunschweig zu sehen sein. Weil im hiesigen Landesmuseum 2014 die große Landesausstellung rund um die Welfen läuft, können die Relikte aus der Römerzeit dort erst im Folgejahr gezeigt werden – in der dann neu konzipierten Archäologie-Abteilung.

 

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