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Hannover fehlen Wohnungen für Alte
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„Zahl der Pflegebedürftigen wird rasant wachsen“ Hannover fehlen Wohnungen für Alte

In Hannover werden die Wohnungen knapp. Aber nicht nur günstiger Wohnraum ist rar gesäht, auch altengerechte Wohnungen gibt es nicht genug. Um den Bedarf zu decken, müssen offenbar mehr als 550 Millionen Euro investiert werden.

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„Dringend erforderlich, Neubau stärker zu fördern“: Einweihung eines Seniorenwohnprojektes in Stöcken im Herbst 2012.

Quelle: Wilde (Archiv)

Hannover. In der Stadt Hannover und dem Umland werden in den komm enden Jahren mehr als 35.000 altengerechte Wohnungen fehlen. Das geht aus einer Studie des in Hannover ansässigen Pestel-Instituts für Systemforschung hervor. Um den Bedarf zu decken, müssten mehr als 550 Millionen Euro investiert werden, heißt es in der Untersuchung.

„Es ist dringend erforderlich, Neubau und Sanierung von barrierearmen Wohnungen finanziell stärker zu fördern“, folgert Studienleiter Matthias Günther. In der Stadt Hannover war die Wohnungsbaupolitik zuletzt des öfteren Debattenthema – allerdings unter dem Fokus, dass generell mehr preiswerter Wohnraum geschaffen werden müsse.

Auftraggeber der bundesweit angelegten Studie ist das sogenannte „Verbändebündnis Wohnen 65plus“, in dem sich Sozialverbände, Bauwirtschaft, Architekten und Ingenieure zusammengeschlossen haben. Für das Werk hat das Pestel-Institut die aktuellen Bevölkerungsdaten aus dem Zensus als Grundlage genutzt und hochgerechnet. Demnach werden im Jahr 2035 in der Region Hannover 311 000 Menschen älter als 65 Jahre sein, das sind ein Drittel mehr als heute. „Damit wird auch die Zahl der Pflegebedürftigen rasant wachsen“, sagt Günther. Zu erwarten sei, dass in der Region in 20 Jahren knapp 50.000 Menschen auf Hilfe angewiesen sind. Die Entwicklung betreffe alle Kommunen der Region. Allerdings werde die Vergreisung in Umlandstädten schneller voranschreiten als in Hannover selbst. Dort werde der Prozess durch den Zuzug jüngerer Bevölkerungsgruppen wie etwa Studenten etwas gebremst.

Das Pestel-Institut erwartet, dass die künftige Rentnergeneration durchschnittlich weniger Geld zur Verfügung haben und damit auch Probleme mit steigenden Mieten bekommt. Es müsse aber trotzdem Ziel sein, ältere und pflegebedürftigen Menschen so lange wie möglich in ihren eigenen vier Wänden wohnen zu lassen. Das altersgerechte Sanieren einer Wohnung kostet nach Angaben des Bundesbauministeriums durchschnittlich 15.600 Euro.

Die Auftraggeber der Studie werfen der Politik vor, das Thema „Wohnen im Alter“ zu vernachlässigen. Ihre Forderungen richten sich dabei weniger an die Kommunen, sondern in erster Linie an die Bundesregierung. Die müsse etwa über die Kreditanstalt für Wiederaufbau günstige, zinsverbilligte Kredite zur Verfügung stellen und steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten für barrierearme Wohnungen verbessern.

Hannovers Rat hatte erst Mitte Juni ein Wohnungsbauprogramm für die kommenden zwölf Jahre beschlossen. Danach sollen bis 2025 rund 8000 neue Wohnungen in der Stadt entstehen. „Es soll nach Möglichkeiten gesucht werden, den Bedarf an barrierefreien Wohnungen zu ermitteln“, heißt es darin. Die Stadt werde diese Wohnform in jedem Fall fördern, teilt Sprecher Alexis Demos mit: „Allerdings lässt sich zu diesem frühen Zeitpunkt noch nicht sagen, in welchem Umfang und wo wir barrierearme Bauvorhaben umsetzen werden.“

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