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Aus der Stadt Hannover fehlen die Fachlehrer
Hannover Aus der Stadt Hannover fehlen die Fachlehrer
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00:17 03.03.2016
Fachlehrer fehlen: Besonders betroffen ist das Fach Musik. Quelle: Orlowski
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Hannover

„Wir sind chronisch unterbesetzt“, sagt Klaus Ihl, Leiter der Gerhart-Hauptmann-Realschule in Groß-Buchholz. „Wir versuchen die Löcher so gut es geht zu stopfen. Es gibt Vertretungsunterricht, was an anderer Stelle wiederum zu Unterrichtsausfall führt.“ Heinrich Frommeyer (Bismarckschule) sucht händeringend Pädagogen für Informatik, an der Wilhelm-Raabe-Schule freut sich Direktor Martin Thunich, dass er in diesem Jahr einen Vertretungslehrer für Physik gewinnen konnte. Was im Sommer passiert, wenn dieser das Gymnasium wieder verlässt, ist allerdings unklar. „Kunst und Musik können wir seit Jahren nur sehr eingeschränkt, also nicht der Stundentafel entsprechend unterrichten“, sagt Gudrun Hubrig von der Johannes-Kepler-Realschule.

Am Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymnasium fällt in diesem Halbjahr für alle 9. Klassen und eine 7. Klasse der Musikunterricht erstmals komplett aus, weil eine Lehrerin ihre Stellenzusage zurückgezogen hat und die Stelle bislang nicht wieder besetzt werden konnte. Es sei nicht leicht, geeignetes Personal zu finden, sagt Schulelternratsvorsitzender Thomas von Hodenberg. So hatte sich auf die Stelle ohnehin nur eine Interessentin beworben, die jetzt leider abgesprungen sei. Das Kultusministerium verweist darauf, dass das aktuelle Stellenbesetzungsverfahren noch bis Ende März laufe.

Der Ausfall von Pflichtmusikunterricht sei kein singuläres Problem, heißt es auch beim Verband Deutscher Schulmusiker. Gerade an Grundschulen, aber auch an weiterführenden Schulen, fehlten häufig ausgebildete Fachpädagogen.

„Der Markt ist leergefegt“, bestätigt auch Karin Haller von der Peter-Ustinov-Schule. „Keiner will mehr an die Hauptschule, Feuerwehrlehrkräfte gibt es ebenfalls nicht mehr.“ Die Schulleiterin setzt deshalb auf Quereinsteiger, die über pädagogische Fortbildungen allmählich in den Schulbetrieb „hineinwachsen. Dennoch: „Ausgebildete Lehrkräfte wären mir natürlich lieber.“

Von Saskia Döhner und 
Isabell Rollenhagen

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