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Aus der Stadt Hannover feiert Bagaluten-Wiehnacht
Hannover Aus der Stadt Hannover feiert Bagaluten-Wiehnacht
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16:13 27.12.2015
Auch dieses Jahr hat die von Klaus Büchner und Raymond Voß gegründete Kultband Torfock im hannoverschen Capitol bei Bierstimmung für gute Laune gesorgt. Quelle: Frank Wilde
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Hannover

An Weihnachten kreuzen Zigtausende das Land für kurzzeitige Familienzusammenführungen. Sie wissen nicht, warum Tante Inge und Onkel Franz immer noch streiten, welcher Wochentag eigentlich ist und wann der Supermarkt wieder aufmacht. In dieser Zeit der vielen Rituale, kirchlich, heidnisch, familiär, da bietet schon seit vielen Jahren eine Band die Erlösung ganz besonderer Art: mit der Bagaluten Wiehnacht.

Die Musiker von Torfrock laden nun schon seit 26 Jahren dazu ein. Bagaluten, das sind, man könnte es so übersetzen, herzensgute Radaubrüder, die man im „Großstadtrevier“ kurz einnorden und dann wieder aus dem Revier werfen würde. Ziellos, harmlos, trinkfreudig. Die besondere Weihnachtstour von Torfrock beginnt schon im November, ihren wahren Platz aber hat sie an Weihnachten – wo sie seit vielen Jahren im Capitol aufgeführt wird. Am ersten Weihnachtsfeiertag strömen denn auch etwa 1500 Fans in die Konzerthalle am Schwarzen Bären.

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Auch dieses Jahr hat die von Klaus Büchner und Raymond Voß gegründete Kultband Torfock im hannoverschen Capitol bei Bierstimmung für gute Laune gesorgt.

Sänger Klaus Büchner steht dort auf der Bühne, bald wird er 70, mit schwarzer Cap und Teufelshörnern. Ein Bagalut, soll das wohl heißen. Büchner hatte Torfrock 1977 mit Gitarrist Ray Voss gegründet. Im Jahr 1990 kam der Durchbruch für („An der Nordseeküste“) Büchner ist die ideale Synchronstimme für Brösels „Werner“, der damals in die Kinos kommt. Torfrock liefert mit „Beinhart“ auch den Titelsong, in dem Voss mit seiner tiefen Stimme gut zur Geltung kommt ( „Wir ridern easy über Berg und Tal / stoppen kann uns nur ein Begrenzungspfahl“).

Das Stück ist an diesem Abend ein Hit, aber es ist nicht der Hit, auf den alle warten und nach dem alles wieder abflacht. Torfrock ist längst ein Gesamtkunstwerk, nur denkbar mit den Fans. Büchner ruft sein „Vielen vielen Danke!“ nach jedem Lied ins Publikum, die Zuschauer antworten mit „Vielen vielen Bitte!“. Torfrock ist ein buntes Universum. Die Band spielt auch „He Jo“, die norddeutsche Variante des Hendrix-Stücks. Mit der Idee, Klassiker des Rock mit plattdeutschen Texten zu spielen hatte die Band vor fast 40 Jahren begonnen. Es gibt dazu Geschichten aus dem fiktiven Heimatort Torfmoorholm, Lieder über Haithabu, die Wikinger-Siedlung in Schleswig-Holstein – weshalb die Fans auch immer wieder „Odin“ skandieren und ihre Plastik-Horn-Helme tragen. Die Band macht sich mit Stücken wie „Butterfahrt“ immer auch ein wenig über die Gesellschaft lustig.

Schön auch immer: Büchners Weihnachtsgedichte. „Es gibt die Bösen und die Guten / Doch hier sind alle Bagaluten“, ist nur einer von vielen kurzen und längeren Reimstücken. Der Abend mit Torfrock ist ein schöner gemeinsamer Nenner für die Zuschauer, von denen an diesem viele recht viel Bier trinken. Sie stehen da, mit Plastikwikingerhelmen auf dem Kopf, rufen nach alten Göttern. Und können natürlich fast alles mitsingen. „Volle Granate, Renate“ etwa, diese Ode an die kräftige Frau von Rollo dem Wikinger („Wenn ich dich antick / dann kippst du in Atlantik“). Und natürlich „Presslufthammer Bernhard“. Denn auch um die harte Arbeit geht es bei Torfrock, um ehrliche Handarbeit.

Von Gerd Schild

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