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Warum ist es eigentlich so warm?

Ungewöhnliches Weihnachtswetter Warum ist es eigentlich so warm?

Warme Luft von den Kanaren hat Niedersachsen in diesem Jahr eines der mildesten Weihnachtsfeste seit Beginn der Wetteraufzeichnung beschert. Solche Wärmerekorde würden in Zukunft wahrscheinlicher, weiße Weihnacht dagegen noch seltener werden, sagen Klimaforscher. Viele fragen sich: Sind das nun die Folgen des Klimawandels oder nicht?

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Dezember 2010: Es ist kalt und schneit in Hannover. Dezember 2015: Frühlingshafte Temperaturen.

Quelle: Steiner/Hagemann/M

Hannover. In Hannover verzeichnete der Deutsche Wetterdienst (DWD) in der Nacht zum Mittwoch eine Lufttemperatur von 13 Grad – das sei die wärmste Dezembernacht, die jemals in Niedersachsen registriert wurde, sagte DWD-Sprecher Andreas Friedrich. Auch Heiligabend war mir etwa zwölf Grad eines der wärmsten überhaupt. Die lang anhaltende Wärmeperiode ist rekordverdächtig.

Warum ist es so warm?

Ursache für das seit Wochen viel zu milde Wetter sei eine Warmluftströmung aus dem Bereich der Kanaren, sagt DWD-Sprecher Friedrich. Weil die Luft derzeit in hohem Tempo über Spanien und Europa bis nach Deutschland ziehe, verliere sie auf ihrer Reise nur wenig Wärme. Dadurch werde dieser Dezember aller Voraussicht nach mit über fünf Grad über dem Durchschnitt zum wärmsten Dezember seit Beginn der Wetteraufzeichnung im Jahr 1881.

Kein Schnee in den kommenden 14 Tagen

Diese Wetterlage werde auch in den nächsten Tagen noch anhalten, sagte der DWD-Sprecher. Nach Weihnachten werden die Temperaturen auf unter zehn Grad Celsius sinken – „das sieht nicht nach einer Rückkehr zu winterlichem Wetter aus“. Mit Schnee und Eis sei in den nächsten zehn bis 15 Tagen nicht zu rechnen, was danach komme, könne man noch nicht vorhersagen.

Der Dezember 2010 und 2015 im Vergleich: Bitte schieben Sie den Regler in der Mitte der Bilder nach rechts und links

Der ausbleibende Wintereinbruch macht vor allem den Ski- und Rodelgebieten im Harz zu schaffen. Dort werden auch in den nächsten Tagen Temperaturen um die acht Grad Celsius erwartet. Auf dem Brocken werden nur nachts Temperaturen um die null Grad erwartet, tagsüber steigt das Thermometer wieder auf drei Grad. „Am Wetter können wir nichts ändern“, sagte eine Sprecherin der Harzer Tourismusinformation. Man hoffe nun auf die eigentliche Wintersportzeit Ende Januar und im Februar. „Das müssen wir abwarten.“

Klimawandel ist nicht die Ursache

Die milden Temperaturen seien noch keine Auswirkung des Klimawandels, betont der Kieler Klimaforscher Professor Mojib Latif gegenüber der HAZ: „Als Einzelereignis ist es eine Laune der Natur.“ Gleichwohl habe sich die durchschnittliche Temperatur seit Beginn der Wetteraufzeichnung vor über 100 Jahren um 1,3 Grad erhöht. Das klinge nicht nach einem großen Anstieg, aber für das Klima sei er sehr wohl gewaltig. Und im Winter sei dieser Temperaturunterschied für die Menschen noch am ehesten wahrnehmbar. Mit der Erwärmung werde es in Zukunft immer häufiger zu warmen statt weißen Weihnachten kommen, meint der Kieler Wissenschaftler. „Weiße Weihnachten sind aber im Flachland auch bislang eher eine Seltenheit gewesen“, sagt Latif.

Haselnusspollen fliegen bereits

Für Allergiker sind die milden Temperaturen keine gute Nachricht: Dem Pollenwarndienst des DWD zufolge sind seit Mitte Dezember bereits die ersten Haselnusspollen unterwegs. „Ich kann mich nicht erinnern, dass wir schon mal jemals Mitte Dezember die Pollenflugsaison eröffnen mussten“, sagt Friedrich. Normalerweise beginnt diese Zeit frühestens Mitte Januar.

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