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Aus der Stadt Hannover feiert sein Europaspiel
Hannover Aus der Stadt Hannover feiert sein Europaspiel
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14:31 18.08.2011
Gut gelaunt, auch wenn sie gegen 96 kein leichtes Spiel haben werden: Fußballer des FC Sevilla bei der Ankunft im Radisson Blue Hotel an der Expo-Plaza. Quelle: Reinhardt
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Hannover

Pünktlich um 12 Uhr mittags war es so weit: Termingerecht landete am Mittwoch die Boeing 757/256 im Terminal C des Flughafens Langenhagen. An Bord der Maschine der spanischen Fluglinie Privilege Style mit rund 200 Sitzplätzen waren die Männer, von denen elf am Abend beim Anpfiff um 20.30 Uhr auf dem Rasen der AWD-Arena stehen werden, um im Europapokal gegen Hannover 96 anzutreten. Zusammen mit den Fußballern des FC Sevilla traf gleich auch eine ganze Reihe spanischer Fans in Hannover ein. Nach der Ankunft am Flughafen ging es mit drei Bussen weiter in Richtung Expo Plaza – im dortigen Radisson Blu Hotel sind die Sportler ebenso wie ein Teil der mitgereisten Schlachtenbummler nach HAZ-Informationen untergebracht.

Unbemerkt blieb die Ankunft der Sportler allerdings nicht: Der Busfahrer rammte beim Rangieren auf der Plaza einen Laternenmast und zertrümmerte damit seine Seitenscheibe.

Die Hoteldirektion übt sich in perfekter Diskretion. Wer in diesen Tagen in dem Haus der Kategorie „Vier Sterne Plus“ nächtigt, dazu gibt es keinen Kommentar. Bekannt ist aber, dass das Radisson mit seinen 250 Zimmern öfter Teams der Fußballbundesliga beherbergt; im WM-Jahr 2006 war das Hotel eines der Mannschaftsquartiere, die der Fußballverband FIFA ausgewählt hatte. Auf sportliche Gäste ist man eingestellt: Es gib einen Fitnessraum und zwei Saunen. Und was Bundesliga-Profis serviert wird, schmeckt sicher auch den spanischen Kickern um Jesús Navas und Álvaro Negredo – eine gesunde Küche, die zugleich genug Kraft für 90 Fußballminuten gibt. Gemüse und Nudelgerichte dürften daher auf dem Speiseplan stehen. Das fetthaltige spanische Traditionsgericht Paella jedenfalls ist für die Fußballer aus Sevilla vor dem Spiel ebenso tabu, wie es für das Team von 96 ein Eisbein mit Sauerkraut ist.

Mit Anpfiff dürfte das öffentliche Leben in Hannover teilweise zum Erliegen kommen: Es ist nach langer Zeit das erste Europaspiel von 96, nicht nur eingefleischte Fans fiebern dem Ereignis entgegen. Das Stadion ist ausverkauft, aber weil das ZDF das Spiel in voller Länge überträgt, treffen sich in der ganzen Stadt Sportbegeisterte und Lokalpatrioten vor Mattscheiben und Leinwänden. Beim Südstädter SV Eintracht etwa trainieren donnerstagabends eigentlich die Zweiten Herren.

„Das Training ist auf Freitag verschoben“, sagt Spartenleiter Bernd Neumann: „Fußballfreunde sind Donnerstagabend ja im Stadion oder vorm Fernseher.“ Nicht nur Fußballfreunde. Auch bei der VSG Hannover, dem derzeit höchstplatzierten Volleyballteam der Region, fällt das Training aus. „Das hat es noch nie gegeben“, sagt einer der Spieler: „Aber an solch einem Tag wäre ja ohnehin niemand gekommen.“ Beim Bildungsverein laufen die Kurse weiter. „Während der WM haben wir bei der Planung der Wochenendseminare Rücksicht auf den Fußball genommen“, sagt Geschäftsführer Wolfgang Niess, „aber bei Abendkursen würde uns das aus dem Tritt bringen.“ Er ist sicher, dass der eine oder andere Kursus etwas schlechter besucht sein wird als sonst.

Andere Hannoveraner können sich nicht aussuchen, ob und wo sie Fußball gucken – wie die Schichtdienstler bei der Feuerwehr oder in den Kliniken. 98 Mitarbeiter sind bei der Berufsfeuerwehr gegen 20.30 Uhr im Dienst. „Wenn alles ruhig ist, dürfen sie aber fernsehen“, sagt Sprecher Michael Hintz. Für das Klinikum sagt Petra Kesten-Kühne: „In allen Stationszimmern gibt es Radios, sodass die Mitarbeiter das Spiel verfolgen können.“ In den Krankenzimmern, wo Fernsehgeräte stehen, ergebe sich zudem „eine gute Gelegenheit, gemeinsam mit Patienten das Spiel zu sehen“. Immer vorausgesetzt, dass nichts Dringendes zu tun ist.

Juliane Kaune, Conrad von Meding

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