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Aus der Stadt Hannover genehmigt Abholzen von Bäumen in der Brutzeit
Hannover Aus der Stadt Hannover genehmigt Abholzen von Bäumen in der Brutzeit
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21:20 10.06.2011
Von Andreas Schinkel
Hier sollen Bäume fallen: Der Parkplatz an der Mars-la-Tour-Straße im Zooviertel auf dem ein neues Wohnquartier entsteht. Quelle: Martin Steiner
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Hannover

Dem versucht die Baufirma jetzt dadurch nachzukommen, dass eine Ornithologin jeden Baum unter die Lupe nimmt und prüft, ob Nester gefährdet sind. „Kommt die Expertin zu dem Schluss, dass der eine oder andere Baum nicht gefällt werden darf, werden wir das berücksichtigen“, sagt Gabriele Stegers, Pressesprecherin von Hochtief Solutions.

Das Abholzen bildet den Startschuss für den Bau von 174 luxuriösen Wohnungen an der Mars-la-Tour-Straße im Zooviertel. Die Bäume müssen aber keineswegs neuen Häusern weichen, sondern machen Platz für sogenannte Ersatzparkflächen, die die Baufirma verpflichtet ist auszuweisen. Denn die Luxuswohnungen entstehen auf dem sogenannten Behelfsparkplatz neben dem HCC, und da die Stadt ein zusätzliches Parkhaus erst im September bauen will, ist Hochtief bereits jetzt in Zugzwang. Für die Wohnhäuser müssen dann noch einmal 78 Bäume abgesägt werden, jedoch erst nach der Brutzeit.

Die CDU im Rat kritisiert das ihres Erachtens allzu rasche Vorgehen der Baufirma. „Es ist schier unglaublich, dass die Stadt Baumfällungen während der Brutzeit genehmigt hat“, sagt der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU-Ratsfraktion Jens-Michael Emmelmann. Die Verwaltung messe offenbar mit zweierlei Maß: Privaten Grundstückseigentümern stelle sie mithilfe der Baumschutzsatzung Hürden in den Weg, aber für Bauvorhaben, die erwünscht sind, wie die Luxushäuser an der Mars-la-Tour-Straße, seien alle Regeln außer Kraft gesetzt. Dem hält die Stadt entgegen, dass grundsätzlich jedes Baurecht die Baumschutzsatzung aushebele. „Das gilt auch für einen Privateigentümer, der drei Eichen fällen will, um auf seinem Grundstück ein Haus zu errichten“, erklärt Stadtsprecher Klaus Helmer. Für Ausnahmegenehmigungen von artenschutzrechtlichen Bestimmungen sei im Übrigen die Region zuständig.

Doch auch bei den Grünen löst das Abholzen Kopfschütteln aus. „Da hätte man noch einige Wochen bis zum Ende der Brutzeit warten können“, sagt Grünen-Baupolitiker Michael Dette. Er wertet den Baubeginn mit der Kettensäge als „unglücklichen Start“ für das gesamte Projekt im Zooviertel.

Hochtief will jede Verzögerung vermeiden. „Es geht darum, einen möglichst großen Teil der Trockenperiode auszunutzen“, sagt Unternehmenssprecherin Stegers. Denn der Grundwasserpegel liege jetzt sehr niedrig, was die Bauarbeiten enorm erleichtere. Bereits im Juli rechnet sie mit dem ersten Spatenstich für die exklusiven Wohnhäuser.

Nicht zum ersten Mal zieht das Bauvorhaben Unmut auf sich. Anwohner haben in den vergangenen Monaten wiederholt gegen die Bebauung protestiert und sogar eine Bürgerinitiative gegründet. Sie befürchten, einen Verkehrskollaps im Zooviertel, wenn der Behelfsparkplatz am Congress Centrum bebaut wird.

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