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Stadt gibt eine Million für den Wasserturm

Wasserstadt Limmer Stadt gibt eine Million für den Wasserturm

Der Turm in der künftigen Wasserstadt Limmer ist ein Sanierungsfall. Doch der Investor sieht keinen Nutzen im Erhalt. Jetzt gibt die Stadt eine Million, damit das Denkmal bleibt. Es gilt als ein Wahrzeichen der hannoverschen Industriegeschichte - das soll es auch für das künftige Wohngebiet werden.

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Gilt als Wahrzeichen: Der Wasserturm auf der Industriebrache in Limmer.

Quelle: Rainer Dröse

Hannover. Der 51 Meter hohe Schornstein mit Wasserbehälter gilt als Wahrzeichen des limmerschen Wasserstadtgeländes – doch sein Zustand ist schlimmer als gedacht. Ein Gutachten bescheinigt „schleichenden Verfall“ des Denkmals. Immerhin sei es aber derzeit noch in einem sanierungsfähigen Zustand. Das Problem: Der Eigentümer des Geländes, die zur Papenburg-Gruppe gehörenden Wasserstadt Limmer GmbH, will nicht investieren, weil sie keinen wirtschaftlichen Nutzen in dem Bauwerk sieht. Jetzt kommt die Stadt ihr entgegen. Sie übernimmt die Sanierungskosten von fast einer Million Euro, weil das Bauwerk später auf einer öffentlichen Grünfläche stehen soll.

Ab 1899 produzierten die Excelsior-Gummiwerke auf der heutigen Halbinsel zwischen Leine-Abstiegskanal und Stichkanal Limmer Gummiwaren. 1928 gingen sie in der Continental auf. Auf dem 240 000 Quadratmeter großen Gelände sollen in den nächsten Jahren Wohngebiete entstehen, Areal und vor allem der Boden werden dazu seit etwa 13 Jahren saniert. Nur noch wenige historische Gebäude sind erhalten und zum Teil in einem desolaten Zustand, der Wasserturm soll aber weiterhin das weithin sichtbares Wahrzeichen sein. Er war ursprünglich ein hoher Schornstein, der später gekürzt und um den ringförmigen Wasserbehälter ergänzt wurde.

Kostenpunkt: 932.960 Euro 

Die Bauform erschwert die Sanierung: Allein 130 000 Euro kalkuliert die Stadt für Gerüste. Teuerster Einzelposten ist der Korrosionsschutz, der 155 000 Euro verschlingt. Weitere Positionen wie das Bearbeiten der Außenwände (145 000 Euro) und Instandsetzungen (120 000 Euro) summieren sich als Gesamtbaukosten auf 932 960 Euro – wenn nichts Unvorhergesehenes passiert.

Im Bauausschuss des Rates wurden die Pläne jetzt einstimmig abgenickt. Auf Nachfrage des CDU-Ratsherrn Felix Blaschzyk, wer denn aber später für Schäden aufkomme, sagte Sonderplanerin Juliane Schonauer, dass weitere Instandsetzungs- und Pflegekosten dem Eigentümer übertragen würden.

Zuletzt hatte der Wasserturm Schlagzeilen gemacht, weil sich im Sommer fünf Schüler an dem Schaft emporgehangelt hatten, oben waren sie durch eine Luke in den Wasserbehälter gelangt. Die Feuerwehr musste sie retten – weil die Drehleitern nicht hoch genug sind, kletterten Höhenretter mit voller Montur nach oben und seilten die Schüler ab. den Einsatz mussten die Eltern bezahlten.

Ende des Jahres könnte es losgehen

Die Wasserstadt Limmer GmbH hat eine Baustraße quer über das Gelände geführt – sichtbares Zeichen, dass in Kürze mit dem Wohnungsbau begonnen wird. Derzeit läuft das Bebauungsplanverfahren. „Wenn es keine unüberwindbaren Einsprüche gibt, dann könnten noch vor Jahresende die Erschließungsarbeiten beginnen“, sagt Projektmanager Bernd Hermann, der die Wasserstadt-Gesellschaft gemeinsam mit Mitgeschäftsführer Martin Pietsch vertritt. 2017 starte dann der Bau der Wohnhäuser. Mehrere Wohnungsbauunternehmen hätten Interesse gezeigt, sagt Hermann. Zunächst wird auf einem etwa 100 000 Quadratmeter großen im Osten mit der Wohnbebauung begonnen, dann geht es weiter Richtung Spitze des Areals.

Der Bauausschuss hat ebenfalls einstimmig zugestimmt, für etwa 200 000 Euro entlang dem Ufer des Leineabstiegskanals eine temporäre Grünfläche anzulegen. Sie umfasst etwa 14 000 Quadratmeter Wiesenansaat mit Sitzbänken und Wegen, die zur Inselspitze führen, dem sogenannten Deutschen Eck. Weil die Bebauung des Wasserestadt-Areals sich über viele Jahre hinziehen wird, will die Stadt mit dem Begrünungsprojekt „bereits zu Beginn ein gepflegtes Umfeld schaffen“ und ein positives öffentliches Bild vermitteln. Die Anlage wird aus Städtebaufördermitteln finanziert, je ein Drittel zahlen also Bund und Land.

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