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Aus der Stadt Viel blitzendes Chrom für Auto-Fans
Hannover Aus der Stadt Viel blitzendes Chrom für Auto-Fans
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00:15 26.07.2016
Von Michael Zgoll
Ein Traum für Liebhaber älterer Autos: Die Street-Mag-Show auf dem Schützenplatz. Marco Kukla hat in seinen Audi allerlei Spielereien eingebaut. Quelle: Jan Philipp Eberstein
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Hannover

Das ist schräg: Marco Kukla kann seinen Audi 80 GTE anheben und senken. 20 Zentimeter links oder rechts, vorne oder hinten. Er steht neben seinem glänzend roten Lowrider, das Bedienpult für die hydraulische Pumpe in der Hand. Während der Fahrt darf er das Gefährt nicht aus der Balance bringen, das ist verboten. Das Gewackel macht keinen Sinn, zeugt aber von den technischen Fertigkeiten des Wunstorfers. 2001 hat der gelernte Kfz-Mechaniker den Audi als Unfallwagen von einem Oberstudienrat gekauft. Für 200 Euro. Seitdem schraubt und schweißt und lackiert er an dem Wagen herum, hat rund 25000 Euro investiert, um dem A 80 zu einem neuen Leben mit Glanz und Gloria zu verhelfen. Und das hat geklappt.

Der 40-Jährige ist einer von Hunderten von Autonarren, die ihre Liebhaberstücke an diesem Wochenende auf dem American Car & Harley Festival auf dem Schützenplatz präsentieren. Und auch wenn sein Lowrider nicht aus US-Produktion stammt: Er findet ebenso viel Aufmerksamkeit und Anerkennung wie zahlreiche andere Vehikel.

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Klassiker der amerikanischen Automobilgeschichte: Die Street Mag Show gastierte auf dem Schützenplatz.

Mithilfe von Gardinenstoff als Schablone hat Kukla etliche Lackflächen des A 80 mit einem lebendigen Muster verziert. Das Dach. Die Seiten auf halber Höhe. Die Motorhaube von innen. Oder den Bremskraftverstärker. Das hat auch nicht jeder. Der Kofferraum ist belegt von den Zusatzbatterien für Hubhydraulik und Pumpe. Auf deutschen Straßen darf der Wunstorfer mit seinem Showcar nicht fahren, das Unikat wird auf dem Hänger von Veranstaltung zu Veranstaltung bewegt. „An die 50 Pokale habe ich mit diesem Wagen bestimmt schon gewonnen“, erzählt er. Jede Woche bastelt er 10 bis 20 Stunden daran herum. Seit 2001. Und ständig findet der 40-Jährige neue Ecken, die er noch verschönern kann. Verkleidet die Naben der vier Räder mit Deckeln von Energydrinkdosen. Oder die Radmuttern mit abgesägten Schrotpatronen. Ein Leben für ein Auto.

Straßenkreuzer ohne Gurte und Scheibenbremsen

Die breite Masse der Fahrzeuge auf dem Schützenplatz stammt aus US-Produktion. Unter fünf Meter Länge läuft hier gar nichts. Man lässt die 50er und die 60er Jahre wieder aufleben. Gelegentlich auch die Vorkriegszeit. Es glänzen Hollywoodkarossen in Bonbonfarben, gerne in rosa und mintgrün. Hier glänzt Kitsch as Crom can, gibt man sich windschnittig jenseits aller cw-Wert-Zwänge. Um sein 1955 gebautes Oldsmobile so richtig uramerikanisch wirken zu lassen, hat Hans-Jürgen Schulze eine landestypische Mahlzeit mit Pommes, Burger und Cola in eine Seitenscheibe montiert. Aus Plastik, wetterfest. Dass sein Straßenkreuzer keine Gurte und keine Scheibenbremsen hat, passt ins Bild.

Diese Frage kennt Michael Vogt schon: "Ist das ein Leichenwagen?" Nein, er steht mit einem Delivery auf dem Platz, einem Lieferwagen, bei dem die Holme um 20 Zentimeter gekürzt wurden. Jetzt ist das Dach tiefer gelegt. Für diese Formveränderung zeichnete der amerikanische Blechkünstler Larry Warson verantwortlich, schon in den 60er Jahren. Jetzt will Vogt, der mit US-Cars handelt, das frisch erworbene Schätzchen aufhübschen und dann weiterverkaufen: "Ich hab schon reichlich Anfragen."

In 1,2 Sekunden von Null auf 100

Der 46-Jährige aus Adelheidsdorf rühmt sich, das schnellste straßentaugliche Auto in Deutschland zu besitzen. Einen Chevrolet mit 2400 PS. Bei den szeneüblichen Viertel-Meilen-Rennen beschleunige das Monster, so Vogt, in 1,2 Sekunden von Null auf 100. Und in 7,6 Sekunden auf 300. Entschleunigt wird in dieser Liga mit Bremsfallschirm.

Tausende von Fans hubraumstarker und benzindurstiger Autos bummeln diesen Sonnabend über den Schützenplatz. In kleinen Convois schleichen sich aufgemotzte US-Cars, dreirädrige Motorrad-Trikes oder Exoten wie ein 35 Jahre alter Opel Rekord durch die Gassen. Sehen und gesehen werden, das zählt. An den Lenkrädern sitzen nur Männer, für die Frauen sind die Beifahrerplätze reserviert. Erst in den späten Abendstunden rückt die Weiblichkeit in den Mittelpunkt – beim Sexy-Car-Wash und der Striptease-Show. Am Sonntag sind dann wieder die Männer und ihre Maschinen am Zug. Die Kassenhäuschen haben von 11 bis 19 Uhr geöffnet.

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