Als Teil des Programms „Mehr Natur in der Stadt“, das die biologische Vielfalt im Stadtgebiet verbessern soll, wird in Isernhagen ein neuer Teich angelegt.
„Das Gewässer umfasst später eine Fläche von tausend Quadratmetern und soll maximal zwei Meter tief werden“, sagt Heino Kamieth, Chef im städtischen Fachbereich Umwelt und Stadtgrün. Ziel sei, die einstige Ackerfläche so umzugestalten, dass sie seltenen Wassertieren und -pflanzen einen Rückzugsraum bietet.
„Noch vor 100 Jahren haben die Menschen Sand- und Eisenerz auf dem eigenen Feld abgebaut. So konnten viele wassergefüllte Mulden entstehen“, sagt Kamieth. Heute seien viele der alten Tümpel verschwunden – und mit ihnen die dort lebende Flora und Fauna.
Wertvolles Ökosystem
Die Bedeutung der kleinen Wasserflächen ist groß. Sie sind Artenreservoire, Regenrückhaltebecken und Lebensraum für Amphibien, Libellen und viele Wasserpflanzen zugleich. „Es ist unsere Aufgabe, dieses wertvolle Ökosystem wieder in die Landschaft zu integrieren“, sagt Dieter Nußbaum vom Fachbereich Umwelt und Stadtgrün: „Wir nutzen jede Fläche, die uns für eine solche Renaturierung zur Verfügung steht.“
Mehr als 25 neue Kleingewässer sind so seit 2001 im Stadtgebiet entstanden oder erhalten worden. Hannover war erst kürzlich als Bundeshauptstadt des Artenschutzes ausgezeichnet worden. Die Stadt wolle ihr Engagement in diesem Bereich fortsetzen, sagt Agraringenieur und Diplom-Ökologe Kamieth.
In Isernhagen-Süd werden die Arbeiten in dieser Woche abgeschlossen sein. Und schon im nächsten Sommer soll dort erstes Leben erblühen. Pflanzen werden sich auf dem noch kahlen Boden ansiedeln und das Grundwassser langsam die Grube füllen. „Dann ist eine weitere Perle des Naturschutzes entstanden“, sagt Heino Kamieth. „Eigentlich ist es doch ganz einfach – man muss die Natur nur machen lassen.“
Anne Wecking
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