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Aus der Stadt "City of Music". Und jetzt?
Hannover Aus der Stadt "City of Music". Und jetzt?
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00:35 31.07.2015
Von Andreas Schinkel
Was ist der Sound von Hannover? Musiker bei der Fête de la Musique (r., l.), der Mädchenchor und serbische Straßenmusiker beim Maschseefest. Quelle: Archiv
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Hannover

„Da bleibt noch viel Luft nach oben“, sagt Kai Schirmeyer. Der Projektleiter bei den Wirtschaftsförderern von Hannoverimpuls hat sich jahrelang für eine Bewerbung Hannovers auf den Unesco-Titel eingesetzt. Zwar will er nicht von Katerstimmung reden, „aber es sollte mehr passieren“, sagt er. Damit liegt Schirmeyer auf einer Linie mit dem städtischen Personal- und künftigen Kulturdezernenten Harald Härke.

„Was die Wahrnehmbarkeit der ,City of Music‘ anbelangt, können wir uns noch steigern“, sagt Härke. Deshalb habe er vor ein paar Wochen entschieden, eine neue Stelle zu schaffen. Ein „Koordinator“ soll sich künftig in Vollzeit darum kümmern, mehr Musik in die „City of Music“ zu bringen. „Ich verspreche mir einen Schub durch die neue Stelle“, sagt er. Härke wird ab November die Kulturverwaltung übernehmen. Die Amtszeit von Kulturdezernentin Marlis Drevermann (SPD) läuft Ende Oktober aus.
Acht Monate sind vergangen, seit Hannover für viele überraschend von der Unesco ausgezeichnet wurde. Geschehen ist schon etwas, aber für viele doch zu wenig.

Die Hannover Marketing und Tourismus Gesellschaft (HMTG) hat sogleich eine Werbekampagne mit dem neuen Musikstadt-Logo gestartet. „Selbst auf dem Flughafen von Hawaii hing ein Plakat“, sagt HMTG-Chef Hans Nolte stolz. Auf ihrer Internetseite wirbt die Stadt mit der Auszeichnung und versammelt darunter bekannte musikalische Aushängeschilder wie Mädchen- und Knabenchor sowie die einschlägigen Festivals (Masala, Fährmannsfest). Eine Art „City of Music“-Effekt“, der Neues hervorbringt, ist auf den ersten Blick nicht erkennbar.

So machen es die Konkurrenten

Glasgow: In der schottischen Metropole wird Musik gelebt, das zeigt sich nicht nur beim Family Fun Day mit dem Scottish Chamber Orchestra (Bild). Eine übersichtliche Website gibt Infos über alle Konzerte, Ensembles und den Sound der Stadt (mit Musikbeispielen).

Sevilla: Die andalusische Stadt hat 2006 als erste den Titel bekommen, vor allem wegen der Flamenco-Musik. Die Auszeichnung hat die Stadt genutzt, um die Flamenco-Kultur zu fördern, hier ein Konzert der Sängerin Aurora Vargas, und neue Festivals zu veranstalten.

Bologna und Mannheim: Die italienische Stadt kooperiert mit der ebenfalls ausgezeichneten Stadt Mannheim. Zwei Festivals sollen sich überlappen, elektronische Musik (Robot-Festival in Bologna, Bild) trifft visuelle Kunst (B-Seite-Festival) in Mannheim.

 

Neuer „Koordinator“ soll mehr Impulse geben

„Einen solchen Effekt hat es bei der Fête de la Musique gegeben“, sagt Schirmeyer von Hannoverimpuls. Dort haben auf den zahlreichen Bühnen Bands aus Städten gespielt, die ebenfalls das Siegel „City of Music“ tragen, etwa Sevilla, Glasgow und Mannheim. Auch beim Maschseefest, das am heutigen Mittwoch eröffnet wird, sollen Musikgruppen aus den Partnerstädten auftreten. Kommende Woche brechen Oberbürgermeister Stefan Schostok und Kulturdezernentin Drevermann nach Japan auf, um dort die Stadt Hamamatsu zu besuchen, ebenfalls eine „City of Music“.

Mehr Impulse verspricht man sich vom neuen „Koordinator“. In der Stellenbeschreibung ist nicht mehr nur von Netzwerkpflege die Rede, sondern davon, eigene Veranstaltungen auf den Weg zu bringen. Auch an der „strategischen Entwicklung“ soll die neue Frau oder der neue Mann mitwirken. Die Ratspolitik formuliert erste Wünsche. „Wir wollen eine deutlich übersichtlichere Website“, sagt SPD-Kulturpolitikerin Belgin Zaman. „Was ist der Sound von Hannover?“ – um diese Frage müsse er sich kümmern, sagt Zaman. Ihr Kollege von der CDU, Oliver Kiaman, wünscht sich jemanden, der die bisherigen musikalischen Aktivitäten der Stadt zusammenfasst und Neues kreiert.

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