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Aus der Stadt Hannover könnte wieder Hansestadt werden
Hannover Aus der Stadt Hannover könnte wieder Hansestadt werden
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00:18 12.11.2017
Von Simon Benne
Bald Verwaltungssitz einer Hansestadt? Im Neuen Rathaus sprach sich der Oberbürgermeisterausschuss dafür aus, eine Mitgliedschaft im Städtebund zu prüfen. Quelle: Benne
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Hannover

Der Maschteich ist nicht die Ostsee, und das Mittelalter ist auch schon seit einer gewissen Zeit vorbei. Dennoch prüft die Stadt jetzt einen Beitritt zur Hanse. Anders als in vergangenen Jahrhunderten geht es dabei nicht um Piratenbekämpfung und Heringshandel, doch finanzielle Interessen spielen bei dem Vorhaben sehr wohl eine Rolle: "Aus wirtschaftspolitischer Sicht könnte die Mitgliedschaft in der Hanse ein sinnvolles Marketinginstrument für den Tourismus sein", sagt Ratsherr Florian Spiegelhauer (SPD).

Zwischen dem 13. und dem 16. Jahrhundert war Hannover schon einmal Mitglied des mittelalterlichen Städtebundes - ein fast vergessenes Kapitel der Stadtgeschichte. Hannoversche Kaufleute hegten damals Verbindungen zu wirtschaftlichen Hotspots in halb Europa, sie exportierten im großen Stil Leinwand nach London und kauften Pelze in Nowgorod. Nach einem HAZ-Artikel über Forschungen des Historikers Matthias Puhle zu dem Thema stellte die Satirepartei "Die Partei" - ganz ohne Flachs - den Antrag, der Hanse beizutreten, die 1980 als grenzüberschreitende Kulturgemeinschaft alter Hansestädte neu begründet worden ist.

"Wir lehnen den Plan nicht generell ab"

Im Rat stößt das Ansinnen immerhin auf vorsichtige Sympathie. "Wir lehnen den Plan nicht generell ab", sagt Jens Seidel (CDU). Die Grünen sind zwar nicht enthusiastisch, doch von einer Hanse-Mitgliedschaft könnten ja "Ideen zum Umgang mit Globalisierung und Europa" ausgehen, sagt ihr Ratsherr Daniel Gardemin. Dirk Machentanz (Gruppe Linke und Piraten) würdigte das Vorhaben im Oberbürgermeisterausschuss als "interessante Geschichte", und Gerhard Wruck (Hannoveraner) sagte, der Plan passe gut zu Hannovers Bewerbung als Kulturhauptstadt. Für grenzübergreifende Allianzen war die Hanse ja schon im Mittelalter gut.

Die Verwaltung soll nach einem gemeinsamen Antrag von SPD, CDU, Grünen, FDP, Linken und Piraten nun prüfen, welche Kosten und Effekten bei einem Hanse-Beitritt auf Hannover zukämen. "Gerade aus dem Kulturbereich gibt es große Sympathien dafür", sagt Oliver Förste (Die Partei). Die historische Hanse sei eine "Ouvertüre zur Globalisierung" gewesen, sagt Förste. "Außerdem war damals Bier ein wichtiges Exportgut Hannovers - für uns ein wichtiger Punkt." 

Ratsherr Wilfried Engelke (FDP) bedauert zwar, dass das Autokennzeichen „HH“ schon an Hamburg vergeben sei, doch auch er sieht den Antrag auf Hanse-Mitgliedschaft mit Wohlwollen – zumal er durch diesen überhaupt erst von Hannovers Hanse-Vergangenheit erfahren habe: „Ich hab’ was dazugelernt“, sagt Engelke. So gesehen ist der Antrag bereits jetzt ein Erfolg.

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