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Stadt fehlen weiterhin viele Krippenplätze

Ausbau stockt Stadt fehlen weiterhin viele Krippenplätze

Der Mangel an Krippenplätzen in Hannover ist nach wie vor dramatisch. Und das, obwohl die Stadt in diesem Jahr deutlich mehr neue Krippenplätze schaffen will als noch 2015. Gerade einmal 169 neue Plätze für Ein- bis Zweijährige und 103 Kindergartenplätze gingen im vergangenen Jahr an den Start.

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Eltern suchen sie händeringend: Krippenplätze wie in dieser Kita in Bemerode, wo Kleinkinder wie Frederik und Mathilda (Bildmitte) gut aufgehoben sind.

Quelle: Katrin Kutter

Hannover. Immerhin rund 350 weitere Krippen- und 200 Kindergartenplätze will die Stadt 2016 neu einrichten.

Das ist auch dringend nötig. Im Moment hat die Versorgungsquote bei den Ein- bis Zweijährigen trotz aller Bemühungen der Verwaltung, die Lage für berufstätige Eltern von Kleinkindern zu verbessern, einen neuen Tiefstand erreicht. Das geht aus dem Halbjahresbericht zur Kinderbetreuung in Hannover hervor, der am Montag im Jugendhilfeausschuss Thema war. Dabei ist die Not groß: Wie berichtet haben junge Familien immer mehr Probleme, einen Platz zu finden. Manche ziehen sogar weg, nur weil es in Hannover für sie keinen Krippenplatz gibt.

Dennoch: Ende 2015 ist die Versorgungsquote der Ein- bis Zweijährigen auf 52,4 Prozent gesunken. 2014 lag sie schon einmal bei knapp 54 Prozent. Die Stadt steht unter Druck: Eltern haben einen Rechtsanspruch – und können einen Platz einklagen. Dazu kommt, dass die Stadt weiterhin mit steigendem Bedarf rechnet. Rund 490 Kleinkinder mehr als noch jetzt – zum Anfang des Jahres – erwartet sie Ende 2016. Insgesamt wird die Zahl der Ein- bis Zweijährigen nach Schätzungen der Stadt Ende 2016 auf 10 672 gestiegen sein. Im September vergangenen Jahres hatte sie erstmals die Grenze von 10 000 überschritten.

Wie realistisch es gerade vor dem Hintergrund dieser Prognose sei, dass die dringend benötigten Betreuungsplätze 2016 auch kämen, fragte der jugendpolitische Sprecher der CDU, Lars Pohl, am Montag in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses. Es war die erste, die von der neuen Jugend- und Bildungsdezernentin Rita Maria Rzyski geleitet wurde. „Wir gehen davon aus, dass wir das schaffen“, sagte Petra Klinschpahn-Beil, stellvertretende Leiterin des Bereichs Kindertagesstätten. An zwei Standorten, an denen es besonders brennt, will die Stadt jetzt kurzfristig Abhilfe schaffen: mit Kindertagesstätten im Container. Zwei von ihnen mit insgesamt 75 Krippen- und 25 Kindergartenplätzen sollen in Hannover-Mitte am Waterlooplatz und im Sahlkamp am Rotkäppchenweg entstehen. Sie begrüße es, dass die Stadt es trotz der dramatischen Raumsituation gerade in unterversorgten Stadtteilen immer noch schaffe, Kindergruppen einzurichten, sagte Désirée Barnert (SPD). Auf dem Waterlooplatz, einem der markantesten Cityplätze Hannovers, werden dann gleich zwei Containerdörfer stehen. An anderer Stelle als die Container-Kita, nahe den Ministerien, will die Stadt Wohnmodule für Flüchtlinge aufstellen.

Kinderläden bekommen mehr Miete erstattet: Seit 2009 hat die Stadt die Höchstgrenze der Mietkosten, die sie Kinderläden mit ein- oder zwei Gruppen erstattet, nicht mehr erhöht. Jetzt tut sie dies – jedenfalls, wenn es nach dem Willen des Jugendhilfeausschusses geht. Der stimmte einstimmig dafür, dass die Obergrenze um 85 Euro auf 950 Euro angehoben wird. Betroffen sind 139 Gruppen; die Stadt rechnet mit Mehrkosten von höchstens 141.780 Euro.

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