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Hannover löst Asyl-Notunterkünfte auf

Neues Unterbringungskonzept Hannover löst Asyl-Notunterkünfte auf

Immer weniger Asylbewerber kommen nach Hannover. Daher wird das Unterbringungskonzept überarbeitet. Alle großen Notunterkünfte werden aufgegeben. Möglicherweise werden frühere Bauvorhaben zurückgestellt. Weil das Land noch nicht sage, wie die neue Quote für Kommunen aussehe, wolle man „keine voreilige Entscheidung treffen“. 

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Nicht mehr gebraucht: Altbau an der Constantinstraße, Schulzentrum Ahlem, Oststadt-Klinikum. 

Quelle: Kutter/Archiv (Collage)

Hannover. Wöchentlich kommen nur noch etwa 50 Flüchtlinge nach Hannover. Die Stadt überarbeitet daher ihr Unterbringungskonzept: Alle großen Notunterkünfte sollen aufgegeben werden. Wie ursprünglich vor Beginn des Flüchtlingsthemas geplant, sollen Flüchtlinge in Hannover künftig nicht mehr in Gebäuden mit mehr als 150 Menschen leben. Der Deutsche Pavillon ist bereits leer, ebenso der ehemalige Baumarkt in Badenstedt, nur noch wenige Flüchtlinge leben in einem Möbelmarkt in Vahrenheide. Am Donnerstag gab die Stadt bekannt, dass voraussichtlich 2017 auch die Großunterkunft im alten Oststadt-Klinikum und das ehemalige Schulzentrum Ahlem geräumt werden sollen, 2019 dann das Maritim-Hotel am Rathaus. Gar nicht benötigt werde das alte Gebäude der VHV-Versicherung in der List. Ärgerlich: Es gehört einem Investor, mit dem bereits ein Vertrag geschlossen ist. Möglicherweise muss die Stadt für die Vertragsauflösung Ersatzsummen zahlen.

Welche neuen Standorte werden noch benötigt?

Wie viele von den geplanten stadtweit rund 30 neuen Unterkünften wirklich gebaut werden, will die Stadtspitze von der weiteren Entwicklung abhängig machen. Es handelt sich dabei überwiegend um Containerdörfer oder auch feste Bauwerke für bis zu 150 Personen. Sie sind flächig über das Stadtgebiet verteilt, zum Teil schon fertig wie in der Charlottenstraße (Herrenhausen) oder an der Steigertahlstraße (Linden), zum Teil gerade im Bau wie am Waterlooplatz (Mitte) oder in der Wülferoder Straße (Kronsberg). Vergangene Woche hatten Kommunalpolitiker gefordert, dass es schnell Transparenz geben müsse, welche Standorte künftig nicht benötigt würden. Oberbürgermeister Stefan Schostok wies die Kritik zurück: Weil das Land noch nicht sage, wie die neue Quote für Kommunen aussehe, wolle man „keine voreilige Entscheidung treffen“. Prinzipiell müsse Hannover zusätzlich zu den aktuell knapp 4300 Flüchtlingen in städtischen Unterkünften weitere 5400 unterbringen können - auch wenn die Ankunftszahlen eine andere Sprache sprechen.

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Verärgerung gab es in der Ratspolitik, dass Schostok etwa 40 Bezirksbürgermeister, Ratsfraktionschefs und Verwaltungsmitarbeiter am Donnerstag zu einer Informationsrunde um 8 Uhr einlud, aus Sicht einiger Teilnehmer aber kaum Neues zu verkünden hatte. „Ich hatte konkrete Vorschläge erwartet und muss mir reines Rumgeeiere anhören“, sagte FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke: „Als ehrenamtlicher Politiker kann man seine Zeit besser verbringen.“ So habe er etwa nichts Konkretes erfahren, was mit dem Deutschen Pavillon passieren soll, den die Stadt eigens gekauft hat. Die Stadt sagt, dass er zunächst als Reserve zur Verfügung stehen solle, falls wieder mehr Flüchtlinge kämen. Bemerodes Bürgermeister Bernd Rödel (SPD) verteidigte Schostok: „Alle fordern Transparenz, aber wenn informiert wird, ist es auch falsch.“ Engelke aber stand mit seiner Kritik nicht allein: Auch CDU-Wirtschaftspolitiker Jens-Michael Emmelmann verließ die Sitzung unzufrieden.

Unterstützer sind enttäuscht

Während es an einigen Standorten große Vorbehalte gegen Unterkünfte gibt, können die Anlieger an anderen Standorten sie kaum erwarten. So gab es für die Unterkunft Wülferoder Straße (Kronsberg) gut 300 interessierte Unterstützer. Die Eröffnung der fröhlich-bunten Containeranlage aber verzögert sich immer aufs Neue. Zunächst seien Trinkwasserproben nötig gewesen, hieß es gestern. Die sind nun endlich erledigt, jetzt aber gebe es Baumängel, sodass die für den 5. September geplante Besichtigung wieder abgesagt wurde. „Die Unterstützer sind enttäuscht“, sagt Bernd Rödel, Bezirksbürgermeister in Kirchrode-Bemerode. Viele hätten zunächst in anderen Stadtteilen ausgeholfen – einige blieben jetzt dort aktiv, weil man sich an die Menschen dort gewöhnt habe. Brigitte Schlienkamp, Bezirksbürgermeisterin in Ahlem, prophezeite in der Sitzung, auch die Ahlemer Flüchtlingshelfer würden mit großen Bedauern reagieren, wenn die Notunterkunft im Schulzentrum geschlossen würde.

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