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Aus der Stadt Hannover macht sich bereit für den Streik
Hannover Aus der Stadt Hannover macht sich bereit für den Streik
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18:50 18.03.2014
„Wir streiken“. Dieses Bild wird am Mittwoch wieder in Hannover zu sehen sein. Quelle: dpa (Archiv)
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Hannover

Diese Geschichte wiederholt sich jetzt – zunächst für einen Tag. Ob es zu weiteren Streiks kommt, hängt nach Angaben der Gewerkschaft ver.di von der Verhandlungsrunde mit den kommunalen Arbeitgebern am Donnerstag und Freitag, 20. und 21. März, ab. „Wenn sich nichts bewegt, werden wir nachlegen müssen“, sagt ver.di-Vertreterin Birgit Schütte.

Während eingeschränkte Öffnungszeiten bei den Bibliotheken verschmerzbar sein dürften, stellt der komplette Stillstand des öffentlichen Nahverkehrs etliche Hannoveraner vor Probleme. Jedoch bleiben nur die Üstra-Fahrzeuge in den Garagen, ausgenommen vom Streik sind die Regiobusse, die Deutsche Bahn, S-Bahnen, die Züge von Metronom und Erixx.

Auch bei der Kinderbetreuung dürfte es für viele Eltern eng werden, wenn die 39 städtischen Kitas, die rund 3500 Kinder betreuen, geschlossen bleiben. Einen Notfallplan hat die Stadt bei einem eintägigen Warnstreik nicht vorgesehen. „Die Erzieher haben ein Recht zu streiken, aber Leidtragende sind Eltern und Kinder – weniger die Arbeitgeber“, ärgert sich Katrin Göllinger vom Kita-Stadtelternrat.

Die HAZ gibt Tipps und Informationen, wie Sie durch den Streiktag kommen:

Kinderbetreuung:
Nur städtische  Kitas werden bestreikt, Einrichtungen anderer Träger (Elterninitiativen, Kirchen, Verbände) sind ausgenommen. Der Kita-Stadtelternrat empfiehlt betroffenen Eltern, sich mit Nachbarn und Freunden abzusprechen, um eine eigene Notgruppe auf die Beine zu stellen. Wenn das nicht gelingt, sollten Eltern das Gespräch mit dem Arbeitgeber suchen. „In manchen Firmen ist es möglich, Kinder mit ins Büro zu bringen“, sagt Göllinger vom Kita-Stadtelternrat. Tatsächlich hat ein Unternehmen wie die TUI nichts dagegen, dass Kinder an einem solchen Tag eine Spielecke im Büro bekommen. „Ansonsten bieten wir an, Überstunden abzubummeln oder einfach zu Hause zu arbeiten“, sagt TUI-Sprecher Michael Röll. Die Sparkasse richtet eine Not-Kita in ihrer Geschäftsstelle am Aegi ein. Bei Volkswagen Nutzfahrzeuge ist die Kinderbetreuung im Büro untersagt. Auch bei der VGH seien die Büros „für das Mitbringen von Kindern nicht geeignet“, sagt ein Sprecher. Man biete aber „flexible Arbeitszeitmodelle“ an. Schon gestern wurde die Kita in Burgwedel-Wettmar bestreikt, heute werden Einrichtungen in Klein- und Großburgwedel einem Aufruf der Fachgewerkschaft Komba folgen.

Nach einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts können Arbeitnehmer in einer Notsituation Anspruch auf einen Tag Sonderurlaub geltend machen, allerdings unbezahlt. „Ein normaler Urlaubstag müsste in jedem Fall gewährt werden“, sagt Rechtsanwalt Thomas Klapproth.

Autoverkehr:
 In der Verkehrsmanagementzentrale kann man sich noch gut an den Streik vor zwei Jahren erinnern. „Das Verkehrsaufkommen auf den Straßen war damals spürbar erhöht“, sagt Thomas Läpple. Ähnliches prophezeit er auch für den morgigen Mittwoch. „Berufspendler, die mit dem Auto unterwegs sind, sollten 15 Minuten mehr Zeit einkalkulieren“, rät er. Der Ansturm auf den Straßen sei aber auch vom Wetter abhängig. Sollte es regnen, dürfte der Verkehr noch dichter werden.

Taxiangebot:
Hannovers Taxiunternehmen werden „alles rausschicken, was vier Räder hat“, kündigt Michael Frenzel an, Chef der Taxisparte beim Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen. Allerdings weist er darauf hin, dass manche Fahrten aufgrund der Verkehrsdichte länger dauern könnten. Er empfiehlt, Fahrgemeinschaften zu bilden.

Leihautos:
Auch die Leihautofirma Stadtmobil verhehlt nicht, dass der Stillstand beim öffentlichen Nahverkehr für sie ein Grund zur Freude ist. „Schon jetzt sind für den Mittwoch 50 Prozent unserer Autos reserviert“, sagt Sprecherin Judith Siano. Die Auslastung werde vermutlich noch steigen, das wäre dann ein derart umsatzstarker Tag, wie man ihn nur zu Weihnachten erlebe. Aber jeder, der ein Auto braucht, werde auch eines bekommen, sagt Siano. Neben Stadtmobil bietet auch VW-Quicar Leihautos an.

Fahrradverleih:
Die Radstation am Hauptbahnhof richtet sich auf erhöhte Nachfrage ein, auch wenn sich die Reservierungen bisher in Grenzen halten. „Manchen fällt erst am Mittwoch auf, dass keine Busse und Bahnen fahren“, sagt Mitarbeiter Dennis Molle. Auch der „2 Rad Hof“ in der Schierholzstraße rechnet mit mehr Kunden.

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2012: Beim letzten Streik im öffentlichen Dienst gingen einige Tausend Menschen auf die Straße.

Müllabfuhr:
Am Mittwoch Grünschnitt aus dem Garten bei den aha-Wertstoffhöfen abzugeben, ist keine gute Idee. Denn die Höfe haben an diesem Tag geschlossen, ebenso die Deponien. Abgesehen von einem Notdienst, etwa für Krankenhäuser und Altenheime, ruht die komplette Abfallentsorgung in der Region Hannover. Die Müllabfuhr werde in den kommenden Tagen nachgeholt, verspricht aha.

Medizinische Versorgung:
Wie viele der zwölf Häuser des Klinikums Region Hannover und in welcher Intensität bestreikt werden, steht noch nicht fest. Für alle Krankenhäuser wurde aber eine Notdienstvereinbarung abgeschlossen, die gewährleistet, dass alle Notfälle sowie unaufschiebbare Operationen und Behandlungen durchgeführt werden. Große Auswirkungen auf die Notfallversorgung der Patienten erwartet das Klinikum nicht. Lediglich geplante Operationen könnten verschoben werden. Hierzu werden die betroffenen Patienten spätestens heute benachrichtigt.

MHH:
Die Medizinische Hochschule wird zwar nicht bestreikt, ist aber ohne Busse und Bahnen nicht ganz so einfach erreichbar wie sonst. Aus diesem Grund richtet die MHH von 6 bis 20 Uhr wieder einen kostenlosen Buspendelverkehr für Patienten, Besucher und Beschäftigte ein. Er verkehrt zwischen dem S-Bahnhof Karl-Wiechert-Allee und dem MHH-Campus. Die S-Bahnen werden nicht bestreikt, vom Hauptbahnhof fahren die Linien S3, S6 und S7 in wenigen Minuten bis zum S-Bahnhof Karl-Wiechert-Allee. Die Haltestelle für die Pendelbusse befindet sich an der Haupteinfahrt zwischen den Schranken und Rampen direkt an den Kassenautomaten.

Bäder:
Alle städtischen Bäder – Stadionbad, Vahrenwalder Bad, Nord-Ost-Bad und Stöckener Bad – bleiben am Mittwoch geschlossen. Das Sportleistungszentrum bietet nur Training für Kaderathleten an.

Ämter:
Die Türen aller acht Bürgerämter bleiben verschlossen, die Stadt hat aber eine Notfallnummer unter (05 11) 16 84 27 11 eingerichtet. Auch die Kraftfahrzeugzulassungsstelle am Schützenplatz, das Amt für Gewerbe- und Veterinärangelegenheiten und die Friedhofsbüros bieten am Mittwoch keinen Service. Alle Einrichtungen der Jugendpflege sind ebenfalls geschlossen. Die bereits terminierten Eheschließungen aber, so betont die Verwaltung, finden statt.

Bibliotheken:
Die Stadtbibliothek an der Hildesheimer Straße und die Einrichtungen in Döhren und List sind mit eingeschränktem Service geöffnet.

Demonstration:
Wie es sich gehört für einen Warnstreik, organisiert die Gewerkschaft ver.di einen Demonstrationszug durch Hannovers City mit einer Abschlusskundgebung. Die warnstreikenden Beschäftigten treffen sich um 10 Uhr vor dem Rathaus und marschieren dann zum Aegidientorplatz. Von dort geht es die Marienstraße hinunter und weiter auf der Berliner Allee. Danach biegt der Zug in die Lister Meile ein Richtung Hauptbahnhof ab. Auf dem Ernst-August-Platz findet gegen 11.15 Uhr die Abschlusskundgebung statt.


Mitfahrservice der HAZ

Wer am morgigen Mittwoch Mitfahrer oder eine Mitfahrgelegenheit sucht, kann sich auf der Facebook-Seite „HAZ-Mitfahrzentrale“ vernetzen. Wie das funktioniert? Einfach eine Nachricht oder einen Kommentar auf der Facebook-Seite der HAZ hinterlassen, in dem steht, wie viele Plätze Sie in Ihrem Auto frei haben, wann und von wo Sie losfahren und welche Orte sie ansteuern beziehungsweise umgekehrt: Wohin Sie mitgenommen werden wollen. Hier geht's zu Mitfahrzentrale.

Viel Glück!

Von Andreas Schinkel, Veronika Thomas und David Rosengart

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