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Aus der Stadt Hannover muss 335 Ein-Euro-Jobs abbauen
Hannover Aus der Stadt Hannover muss 335 Ein-Euro-Jobs abbauen
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20:25 19.07.2011
Von Bernd Haase
In der Region Hannover wird sich die Zahl der Ein-Euro-Jobber um die Hälfte verringern. Quelle: dpa
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Hannover

Die Zahl der sogenannten Ein-Euro-Jobber bei der Stadt Hannover wird sich bis zum Jahresende von ursprünglich 671 auf etwa die Hälfte verringern. Das bestätigte Sozialdezernent Thomas Walter (CDU). Er geht davon aus, dass zumindest ein Teil der entfallenden Stellen nicht durch Alternativen wie Bürgerarbeiter oder Langzeitarbeitslose in Qualifizierungsmaßnahmen ersetzt werden kann. „Wir haben 50 Anträge für Bürgerarbeiter gestellt, aber noch keinen bewilligt bekommen“, sagt Walter.

Die hannoversche Stadtverwaltung beschäftigt regionsweit die meisten Ein-Euro-Jobber, die wie auch Bürgerarbeiter nur als gemeinnützig deklarierte Arbeiten ausführen dürfen. Ihre Koordination übernimmt der Stützpunkt Hölderlinstraße in Kleefeld. Ein Drittel der Arbeitskräfte hat bisher städtische Grünflächen in Parks und an den Straßen gepflegt. Andere erledigen Malerarbeiten in städtischen Gebäuden, helfen in Museen und Bibliotheken oder in Alten- und Pflegeheimen, wo sie zum Beispiel den Bewohnern vorlesen.

Hintergrund für den nun fälligen Schwund bei den in der Wirtschaft nicht gerade beliebten Ein-Euro-Jobs sind Veränderungen in der Arbeitsmarktpolitik des Bundes. Arbeitsministerin Ursula von der Leyen hält die Bürgerarbeit für das geeignetere Mittel, Langzeitarbeitslosigkeit zu bekämpfen. Bei diesem Modell erhalten Hartz-IV-Empfänger für drei Jahre einen festen, sozialversicherungspflichtigen Job, dessen Bezahlung an die geltenden Tarife angelehnt ist.

Stützpunkte in kleineren Städten bereits geschlossen

Entsprechend wurden die Förderprogramme für Ein-Euro-Jobs stark reduziert. In der gesamten Region Hannover muss deren Zahl von 3000 auf 1500 halbiert werden. Massiv betroffen sind auch Organisationen wie die Arbeiterwohlfahrt und das Diakonische Werk. Die Besetzung der Bürgerarbeitsstellen gestaltet sich aus mehreren Gründen schwierig: Die Träger müssen einen Eigenanteil an den Kosten übernehmen, und über das Bundesverwaltungsamt muss geklärt werden, was als gemeinnützig gilt. Die Stadt hat etwa beantragt, Bürgerarbeiter als Assistenten für die Parkranger beschäftigen zu dürfen. „Das ist abgelehnt worden mit dem Argument, wenn die Tätigkeit der Ranger nicht gemeinnützig sei, könne es die der Assistenten auch nicht sein“, schildert Walter.

In kleineren Städten sind Stützpunkte, die ähnlich arbeiten wie der in der Hölderlinstraße, schon geschlossen worden. Für die hannoversche Einrichtung schließt Walter dies aus. „Wir werden dort aber Umstrukturierungen vornehmen müssen“, vermutet er. Wie diese aussehen, könne erst geklärt werden, wenn die Rahmenbedingungen feststünden.

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