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Aus der Stadt Hannover soll Hygiene-„Ampel“ für Restaurants testen
Hannover Aus der Stadt Hannover soll Hygiene-„Ampel“ für Restaurants testen
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20:56 29.12.2016
Von Juliane Kaune
Alles im grünen Bereich? Hannover soll Hygiene-Hinweis testen. Quelle: Jens Büttner
Hannover

Restaurantbesucher sollen künftig schon an der Eingangstür erfahren, wie sauber und hygienisch ein Betrieb arbeitet. So stellt es sich das niedersächsische Verbraucherschutzministerium vor, das einen Testlauf für ein Hygiene-Barometer angekündigt hat. Hannover ist neben Braunschweig und dem Landkreis Celle als einer von drei Standorten im Gespräch, die in einem Pilotprojekt die Neuerung testen sollen.

Nach den Plänen des Ministeriums sollen die amtlichen Lebensmittelkontrolleure, die ohnehin im Auftrag von Städten und Gemeinden die Hygienequalität in Lokalen überprüfen, die Ergebnisse ihrer Bewertungen öffentlich machen. Wie genau das aussehen wird, sei noch offen, sagt Ministeriumssprecher Manfred Böhling. Die Überlegungen gingen dahin, eine Skala mit den Ampel-Farben Grün, Gelb und Rot zu entwerfen, auf der das jeweilige Resultat markiert wird. Erhält ein Betrieb eine Markierung im grünen Bereich, soll das ein unmissverständlicher Hinweis auf einwandfreie Sauberkeit in Küche und Gastraum sein. Dieses „Gütesiegel“ können Lokale im Eingangsbereich anbringen.

Wer im roten Bereich landet, wird aber nicht dazu gezwungen, die Wertung öffentlich zu machen. „Das ist freiwillig“, betont Böhling. Neben Restaurants sollen auch Fleischereien, Kantinen und alle anderen Unternehmen, die Lebensmittel verarbeiten, in das „Barometer“ aufgenommen werden. „Nach den bisherigen Erfahrungen gehen wir davon aus, dass 90 Prozent der überprüften Betriebe in Sachen Hygiene völlig okay sind“, sagt Böhling. Mit guten Ergebnissen lasse sich gut werben, nennt er Vorteile des neuen Verfahrens, das nach Auswertung der Pilotphase landesweit eingeführt werden soll. Der Gaststättenverband Dehoga hält das für widersinnig. „Wenn nur 10 Prozent der Unternehmen im Fokus stehen, lohnt es sich nicht, die weit überwiegende Mehrheit unter Generalverdacht zu stellen“, sagt Geschäftsführerin Renate Mitulla. Sollte das System eingeführt werden, werde man rechtliche Schritte dagegen prüfen.

Stadtsprecher Udo Möller gibt sich abwartend. Noch überlege die Stadt, ob sie sich an dem Pilotprojekt beteilige. Dabei sei eine Abwägung von Kosten und Nutzen entscheidend.

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