Heinz Hüppe, Geschäftsführer der See-Entwicklungsgesellschaft Phoenix in Dortmund
Herr Hüppe, in 30 Tagen beginnt bei Ihnen in Dortmund die Flutung des neuen, künstlichen Sees auf der Brache des Phoenix-Stahlwerks. Welche Hürden mussten Sie bis zu diesem Moment überwinden?
Zunächst muss man sagen: Der See liegt zwar auf dem Gelände einer Industriebrache, das Areal war aber geographisch ursprünglich eine Auenlandschaft. Der Hörder Bach und die Emscher flossen hier hindurch, erst vor etwa 150 Jahren wurde das Gelände für die Industrienutzung angeschüttet. Wir stellen also eigentlich eine historische Wasserlandschaft wieder her. Dafür haben wir 2,6 Millionen Kubikmeter Erde weggeschafft und etwa 420 000 Kubikmeter Stahl abgebrochen. Am Ende wird alles zusammen 200 Millionen Euro gekostet haben. Es gab also reichlich Hürden zu überwinden.
Die Hoffnung ist, dass sich das Projekt über den Grundstücksverkauf refinanziert?
Das ist keine Hoffnung, das ist Gewissheit. Etwa ein Drittel ist Fördergeld aus verschiedenen Töpfen, davon ein sehr geringer Anteil von der Stadt. Zwei Drittel der Gesamtfinanzierung kommen durch den Verkauf der Grundstücke wieder herein.
Was macht Sie da so sicher?
Wasserkanten sind attraktive Orte für Wohnen, Freizeit und Gewerbe. Im September 2009 haben wir mit der Vermarktung der 230 Grundstücke in Südlage am Nordufer begonnen, sie sind vollständig verkauft. Ein weiteres Wohngebiet entsteht gegenüber. Der Hafen mit Piazza und Promenade wird gewerblich genutzt. Beim Gewerbe verläuft die Vermarktung zwar etwas zäher, aber die Flächen am Wasser sind auch schon komplett vergeben.
Wie lange wird es am Ende vom ersten Spatenstich bis zum letzten bebauten Grundstück gedauert haben?
2005 war Baustart. Jetzt ist der See so weit fertig, dass am ersten Oktober das Fluten startet – das dauert etwa ein Jahr. Im März oder April kann die Bebauung beginnen, zugleich wird weiter vermarktet. Wir sind sicher, dass der Verkauf aller Wohnungsbaugrundstücke 2013 abgeschlossen sein wird.
Und – hat sich das Projekt dann gelohnt?
Der Ortsteil Hörde lag nach dem Ende des Stahlwerks am Boden. Durch die Rekultivierung entstehen 1000 Wohnungen, 2500 Arbeitsplätze, Grünflächen und Sportanlagen mit großartigen Wassersporteinrichtungen in direkter Nachbarschaft zum Technologiepark. Ich denke, man kann in jedem Fall sagen: Das hat sich gelohnt.
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