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Aus der Stadt Hannover soll grüner werden
Hannover Aus der Stadt Hannover soll grüner werden
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21:19 23.01.2011
Von Bärbel Hilbig
So schön grün die Eilenriede im Sommer auch ist, eine Erweiterung wird es wohl vorerst nicht geben: Am Rand des Stadtwalds fehlen die notwendigen Brachen. Quelle: Rainer Surrey

Hannovers Waldgebiet soll wachsen – allerdings nur in Randlagen der Stadt, häufig sogar direkt an der Grenze zu den Nachbarkommunen. Die Verwaltung hat jetzt aufgrund eines Ratsauftrags detailliert 59 Flächen benannt, die sich nach erster Prüfung für eine Wiederaufforstung eignen. „Die Flächen sind zum Teil aber sehr klein“, schränkt Wirtschafts- und Umweltdezernent Hans Mönninghoff ein. Insgesamt handelt es sich um rund 122 Hektar, von denen bisher allerdings nur rund 44 Hektar im Besitz der Stadt sind. Die ins Auge gefassten Parzellen liegen überwiegend in Isernhagen-Süd, Bemerode (Kronsberg), Anderten, an den Forstgebieten Misburger Wald, Gaim und Bockmer Holz (Wülferode) sowie in Randbereichen von Badenstedt/Davenstedt, Ricklingen/Wettbergen, Marienwerder und Vinnhorst.

Die Grünen hatten im vergangenen Jahr dagegen mehrmals eine Vergrößerung der rund 642 Hektar großen Eilenriede eingefordert. Dafür sieht die Verwaltung weiterhin keine Chancen. Am Rand des zentral gelegenen Stadtwalds gebe es keine Brachen, führt das Verwaltungspapier aus. Angrenzende Sportplätze würden intensiv genutzt. Auch die Umwandlung von Kleingärten stößt offenbar an Grenzen. Eine kleine Anlage westlich der Eilenriede wird bereits aufgeforstet und Schrebergärten in Nähe der Medizinischen Hochschule sind für die Erweiterung der Kliniken reserviert. Die drei größeren Grünanlagen am Eilenriederand scheiden ebenfalls aus: Hermann-Löns-Park und Alte Bult stehen unter Denkmal- oder Landschaftsschutz. Die Hoppenstedtwiese am Übergang von Südstadt und Waldhausen wird ebenfalls stark von Spaziergängern, spielenden Kindern und Erwachsenen genutzt.

Die Stadt will die Aufforstung, die dem Klimaschutz dienen soll, ausschließlich aus Mitteln finanzieren, die zum Ausgleich für neue Bebauungspläne und ähnliches gezahlt werden. Ein Problem vieler der nun vorausgewählten Flächen besteht darin, dass sie nicht der Stadt gehören. Diese 78 Hektar in Privatbesitz können nur dann aufgeforstet werden, wenn die Stadt sie erwirbt. Und das dürfte oft an den Kosten scheitern, besonders wenn für ein Grundstück Baurecht besteht. Bei den anvisierten rund 20 Hektar Privatgrund in Anderten kommt noch ein weiteres Problem hinzu. Sie eignen sich aus ökologisches Sicht zwar gut zur Aufforstung, es gibt jedoch auch Interesse, die Flächen in direkter Nähe zu A 7 und B 65 für weitere Logistiknutzung auszuweisen.

Bisher gibt es in Hannover rund 2650 Hektar Wald, von denen 1270 Hektar der Stadt gehören. Die Eilenriede nimmt mit 642 Hektar mehr als die Hälfte der Waldfläche ein, die der Stadt selbst gehört. Im Innenbereich der Stadt sieht die Verwaltung nur wenig Möglichkeiten, weitere Waldgebiete anzulegen. Die dort meist gut erschlossenen Grundstücke sollten eher für Wohnbebauung oder Gewerbe genutzt werden. Aber auch Landschaftsflächen am Stadtrand bieten sich aus Sicht der Verwaltung keineswegs alle für die Aufforstung an. An der Leine fangen Wiesen und Felder Hochwasser ab und erfüllen damit eine wichtige Funktion. In manchen Gebieten in Randlage sollen auch Landwirtschaft oder offene Landschaften geschützt werden. In den vergangenen 25 Jahren hat sich der Wald trotz Ausbau von Pferdeturmkreuzung und Stadtbahn durch die Bewaldung der Kronsbergs um 67 Hektar vergrößert.

Der Stadtbezirk Ricklingen gehört zu den Gebieten innerhalb der Stadt, die vom geplanten Aufforstungsprogramm auf jeden Fall profitieren werden. Die Stadtverwaltung sieht nur bestimmte Parzellen als geeignet dafür an, Waldstücke anzulegen. Und Chancen auf eine Bepflanzung in absehbarer Zeit haben wiederum vor allem Grundstücke, die sich bereits im Besitz der Stadt befinden. In Wettbergen, das zum Stadtbezirk Ricklingen gehört, gibt es für die Ackerstücke Ronneberger Feld und Nach der hohen Bünte bereits Pläne, die frühestens ab 2012 verwirklicht werden könnten. Auf den Ackern Im See und Am Hirtenbach sind die ersten Gehölze schon gepflanzt worden. „Wir haben bisher das Glück gehabt, dass wir häufiger von Anpflanzungen zum ökologischen Ausgleich profitiert haben“, sagt Albert Koch, CDU-Fraktionschef im Bezirksrat Ricklingen. Doch andere Stadtbezirke wollten nun auch verstärkt berücksichtigt werden.

Auf der bisher unverbindlichen Vorschlagsliste der Verwaltung tauchen auch Erweiterungsflächen der Stadtfriedhöfe Seelhorst und Ricklingen auf. Jedes jetzt genannte Grundstück müsste vor einer Aufforstung allerdings noch genauer untersucht werden, zum Beispiel auch auf bestehende Pachtverträge und Altlasten. Erst danach erarbeitet die Verwaltung für jedes einzelne der Grundstücke eine Drucksache, über die die zuständigen Bezirksräten und Ratsgremien entscheiden.

In Isernhagen-Süd liegen einige, zum Teil auch größere Ackerflächen, die nach erster grober Prüfung geeignet erscheinen und sich im Besitz der Stadt befinden. Auch nördlich des Misburger Waldes gibt es direkt an der A 37 Grünland, das der Stadt gehört und das an den vorhandenen Wald anschließt. Eine etwas größere städtische Fläche liegt am Bockmerholz an der A 7. Kleinere städtische Ackerflächen oder -brachen gibt es außerdem in Vinnhorst, Ahlem und Marienwerder.

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