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Aus der Stadt Hannover liegt bei Bus und Bahn zurück
Hannover Aus der Stadt Hannover liegt bei Bus und Bahn zurück
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00:15 05.12.2015
Von Bernd Haase
„Erfolg versprechende Ansätze“: Die Region will erreichen, dass mehr Leute den Nahverkehr nutzen.  Quelle: Katrin Kutter
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Hannover

Die Region Hannover hinkt beim öffentlichen Nahverkehr hinter den selbst gesteckten Zielen her. Schon in der Landeshauptstadt mit ihrem gut bestückten Bus- und Bahnnetz liegt der Bevölkerungsanteil derjenigen, die es nutzen, unter den Werten einiger vergleichbarer Großstädte. Im Umland, wo der Autoverkehr eine größere Rolle spielt, ist das Verhältnis noch ungünstiger. Region und Großraum-Verkehr Hannover (GVH) wollen das ändern – zum Beispiel durch neue Tarifangebote. In der Vergangenheit hatten Region und Stadt Hannover als eines der wichtigsten verkehrspolitischen Ziele genannt, den Anteil des Radverkehrs am Gesamtaufkommen zu erhöhen. Nun wenden sie sich auch den öffentlichen Verkehrsmitteln zu.

Die Region hatte den sogenannten Modal Split, also den Anteil der einzelnen Verkehrsträger, zuletzt im Jahr 2012 ermitteln lassen. Demnach legten Bewohner der Landeshauptstadt 37 Prozent ihrer Wege mit dem Auto, 24 Prozent zu Fuß, 20 Prozent mit Bussen und Bahnen sowie 19 Prozent mit dem Fahrrad zurück. Damit hat der Nahverkehrsanteil zugenommen, was sich auch an steigenden Fahrgastzahlen ablesen lässt. Der Zuwachs kommt aber in erster Linie aus Einzel- und Tagesfahrscheinen, wie eine andere Zahl aufzeigt, die der GVH ermitteln ließ. In Hannover kaufen sich nur knapp 12 Prozent aller Bewohner Monatskarten im Abonnement – „trotz moderater Preise“. Die bundesweiten Spitzenwerte beim Anteil dieser besonders treuen und daher gern gesehenen Kunden liegen bei 20 Prozent.

Rabatte für Großkunden vorgeschlagen

Weil die Region erreichen will, dass mehr Leute möglichst zulasten des Autos den Nahverkehr nutzen und sich dafür idealerweise Monatskarten besorgen, hat sie das Beratungsunternehmen Probst&Consorten aus Dresden eingeschaltet und um Lösungsvorschläge gebeten.
Die Sachsen sehen großes Potenzial für weitere Abonnenten vor allem im Großkundenbereich, also bei Job- und Firmentickets. „Dort gibt es strukturelle Probleme, die eine erweiterte Marktdurchdringung verhindern“, wie es in einem Zwischenbericht heißt. Erstens sei das Angebot in seinen Konditionen starr und zu sehr auf große Firmen ausgerichtet. „Kleinere Unternehmen sind im Hinblick auf das zu übernehmende Finanzrisiko und auf die Logistik überfordert“, schreiben die Gutachter. Zweitens schlagen sie vor, Institutionen wie Vereinen oder Wohnungsbaugesellschaften rabattierte Großkundenangebote zu machen. So etwas gibt es in der Region bisher nicht.

Bei den Tarifen selbst regen Probst&Consorten an, nicht grundlegend ins System einzugreifen, sondern Ergänzungen vorzunehmen. Zu den Vorschlägen zählen ermäßigte Preise in sogenannten Schwachlastzeiten, in denen nur wenige Fahrgäste in den Bussen und Bahnen sitzen, rabattierte Partnerkarten für Haushaltsgemeinschaften und ein Senioren-Abonnement, gültig im gesamten Netz.

„Aus Sicht der Verwaltung und des GVH bieten die Vorschläge Erfolg versprechende Ansätze zur konkreten Realisierung“, wie es in einer Mitteilung an den Verkehrsausschuss heißt. Im Klartext heißt das: Die Verwaltung schaut sich das noch einmal in Ruhe an und redet drüber. Dass zumindest einzelne Vorschläge zeitnah realisiert werden, steht nicht zu erwarten.     

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