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Das ist Hannovers neue Plattform für Bürgerengagement

Mitmachen Das ist Hannovers neue Plattform für Bürgerengagement

Einfach mal machen: Am Montag startet Hannovers erste Netzplattform für Bürgerengagement. Hier kann von nun an jeder Vorschläge einreichen, für die er Mitstreiter sucht. Hannover-Machen dagegen solle vor allem eine Aktiven-Plattform werden. Vorbilder sind lokale Crowdfunding-Plattformen gibt es etwa bereits in Hamburg mit „Nordstarter“.

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Noch ist die Seite im Wartungsmodus, aber am Montag um 18 Uhr geht die neue Mitmachplattform für Hannover dann offiziell an den Start. 

Quelle: Screenshot/Hannovermachen

Hannover. Die Internistin Stefanie Holm hat ein Problem. Sie braucht, vereinfacht gesagt, Hilfe beim Geldverteilen. Wenn am Montagabend mit Hannover-­Machen die erste lokale Crowdfunding-Plattform für Bürgerengagement an den Start geht, dann ist ihr Verein „A little help from my friends“ eines der Projekte, die plastisch machen sollen, worum es geht: Menschen zum Mitmachen zu begeistern.

Crowdfunding heißt: Man präsentiert seine Idee einer großen Masse (Crowd) und setzt darauf, dass die besten Ideen Zustimmung finden. Das Bürgerbüro Stadtentwicklung bietet dafür die Plattform. Jeder kann Vorschläge einreichen, für die er Mitstreiter sucht. Mit einem kleinen Team Ehrenamtlicher prüft Mitarbeiterin Anika Bogon die Vorschläge, coacht die Ideengeber, sucht Unterstützung und sorgt für Öffentlichkeit. Vorbilder für lokale Crowdfunding-Plattformen gibt es etwa in Hamburg mit „Nordstarter“ - dort aber suchen meist Künstler Geldgeber für CD-Veröffentlichungen oder Auftritte. Hannover-Machen dagegen solle vor allem eine Aktiven-Plattform werden, sagt Bogon: „Keine Idee ist zu klein oder zu groß.“

Die Idee von Internistin Holm etwa ist ungeplant zu groß geworden, weshalb sie jetzt Unterstützung braucht. Holm hat mit weiteren Ärzten eine Praxis mitten in der Stadt, nahe der Oper. „Wir haben hier immer wieder Patienten, denen es an ganz Alltäglichem mangelt“, sagt sie. Mal fehlten 10 Euro für ein Rezept, sodass die HIV-Therapie abgebrochen wird. Mal sitze eine Rentnerin zu Hause in einer Decke eingewickelt im Wohnzimmer, weil die Heizung nicht bezahlt ist. Manchmal hätten Menschen auch schlicht Hunger. „Anfangs habe ich den Leuten 50 Euro zugesteckt“, sagt Holm, „aber so geht das natürlich nicht, deshalb habe ich einen Verein gegründet, der für Menschen in Not eine schnelle, niedrigschwellige Soforthilfe organisiert.“ Niedrigschwellig, weil sie festgestellt hat, dass es zwar viele Hilfsangebote gibt, aber oft müssen Formulare mit Durchschlägen ausgefüllt werden, und meist dauert es einfach zu lange.

Ihr eigener Verein heißt „A little help from my friends“ und ist auch tatsächlich genauso entstanden. „Ich habe meine Freunde gefragt, ob sie nicht, statt abends eine Flasche Wein für 300 Euro zu trinken, monatlich einen kleinen Betrag spenden können.“ Die Bereitschaft ist tatsächlich hoch: Einige geben per Dauerauftrag, andere spenden Vortragshonorare. 1000 Euro sind es etwa im Monat, die so zusammenkommen. Die Informationen über Bedürftige bekommt Holm längst aus einem Netzwerk sogenannter Botschafter, die in sozialen Einrichtungen, Arbeitsämtern oder Verwaltungen beschäftigt sind. „Die sind mein Garant dafür, dass die Bedürftigen wirklich bedürftig sind“, sagt Holm. Ihr Problem ist inzwischen aber das Management: „Ich schaffe die Logistik nicht mehr.“ Jede einzelne Spendenquittung schreibt sie mit der Hand, die Homepage müsste überarbeitet, der Kontakt in soziale Netzwerke aufgebaut werden, um die Idee des Vereins weiterzuverbreiten. „Dafür“, sagt Holm, „suche ich engagierte Menschen, die mit anpacken wollen.“

Auftakt zu Hannover-Machen wird am Montag um 18 Uhr im Transformationswerk, Vahrenwalder Straße 269. Zeitgleich wird die Seite www.hannovermachen.de freigeschaltet.

Unterstützung für Baustellen-Blog gesucht

Was wird eigentlich wo gebaut in Hannover, wer ist die Triebfeder und warum ärgert sich jemand darüber? Über diese Fragen will der neue Internet-Blog „Hannover baut um!“ informieren – „neutral und transparent“, verspricht Ideengeberin Bettina Kühling. Es geht etwa um so umstrittene Projekte wie die Steintor-Bebauung, aber auch um die aufgerissene Straße vor der Tür oder den Umbau eines Bürohauses in der Nachbarschaft. Gemeinsam mit ihrem Arbeitskollegen Andre Weißgerber – beide sind bei der VGH beschäftigt – will Kühling den Blog pflegen, der im Gegensatz zu Internet-Foren wie Sky-scrapercity Hannover keine Diskussionsplattform sein will, sondern nur Informationen zur Verfügung stellen soll. „Es wird während der Bauphasen so viel gemeckert in Hannover – dabei finden die meisten Menschen nach Abschluss von Bauprojekten alles eigentlich meist ganz schön“, sagt die 49-jährige Kühling. Sie ist sicher: „Wenn alles transparent offenliegt, dann gibt es weniger Gemecker. Das Ziel ist, dass sich mehr Menschen mit Hannover identifizieren.“ Gesucht werden außer finanziellen Unterstützern vor allem auch Hinweisgeber.

Platz für Platz-Fans

Platz-da-Projekt. Sein Ziel: öffentliches Bewusstsein dafür schaffen, dass Stadtplätze ohne abgestellte Autos lebenswerter sind. In Linden sind es schon gut ein Dutzend Mitstreiter, die das Platz-da-Projekt unterstützen. Über die neue Plattform Hannover-Machen sucht Thiele jetzt „engagierte Bürger, Menschen auch in anderen Stadtteilen, die Lust haben, städtische Plätze anders zu nutzen“. Das könne ein Ein-Tages-Projekt wie am Lindener Marktplatz sein – aber wenn es nach Thiele geht, dann erwächst daraus eine auch langfristige Umwandlung von städtischen Parkflächen in städtische Freiräume.

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