Seit genau 100 Tagen ist sie Kulturministerin in Niedersachsen, am Mittwoch war sie das erste Mal im Sprengel Museum. Johanna Wankas Besuch dort war schon lange geplant, aber nun hat er eine besondere Bedeutung bekommen. Nach der Sparklausur der Landesregierung wurde bekannt, dass das Land zwei Millionen Euro für den Erweiterungsbau des Sprengel Museums nicht wie geplant im kommenden Jahr, sondern später zahlen werde. Das Land beteiligt sich mit fünf Millionen Euro an der Sprengel-Erweiterung, zehn Millionen „Efre“-Mittel der europäischen Regionsförderung kommen hinzu, die Stadt Hannover wird fünf Millionen zahlen, weitere fünf Millionen sollen von Sponsoren kommen.
Jetzt beeilte sich die Ministerin, die Befürchtungen, dass der Erweiterungsbau deutlich später oder vielleicht gar nicht kommen würde, zu zerstreuen. „Der Erweiterungsbau wird in keiner Weise infrage gestellt“, sagte sie, die Landesmittel seien sicher. Auch Hannovers Kulturdezernentin Marlis Drevermann betonte, dass die Museumserweiterung „nach wie vor gemeinsame Sache“ sei. Stadt und Land, sagte sie, seien einander „verlässliche Partner“. Es herrschte demonstrative Einigkeit. Drevermann geht davon aus, dass Anfang 2012 mit dem Bau begonnen wird, im ersten Halbjahr 2014 könnte er fertig sein. Damit seien auch die EU-Mittel sicher.
Deutlich wurde aber auch, dass der ursprüngliche Entwurf des Schweizer Architektenbüros Meili & Peter wohl nicht zu den geplanten Höchstkosten von 25 Millionen Euro zu realisieren ist. Ende des Monats soll eine Machbarkeitsstudie abgeschlossen sein. Erste Ergebnisse gibt es schon: Die Ausstellungsfläche wird kleiner ausfallen als geplant. Bei der Vorstellung des Entwurfs war noch von 1800 Quadratmetern Ausstellungsfläche die Rede, die durch die Erweiterung entstehen sollte. Jetzt geht man – so Drevermann – nur noch von etwa 1400 Quadratmetern aus.
Drevermann sagte, man suche nach „vielen kleinen Kostenschrauben“ – würden die gedreht, könne man bauen, „ohne den Entwurf in seiner Substanz zu gefährden“. So soll an einigen Stellen der Bodenbelag anders ausfallen als geplant, auch auf den vom Museum gewünschten Einbau einer Holzwerkstatt wird man wohl verzichten.
Architekt Marcel Meili bestätigte gegenüber der HAZ die Reduzierung der Ausstellungsfläche. Er ist aber zuversichtlich, dass man die Museumserweiterung im geplanten Kostenrahmen erreichen werde. Und zwar ohne größere Probleme: „Von der Schmerzgrenze sind wir weit entfernt.“ Der Bau werde etwas kleiner ausfallen als geplant, die Veränderung der Größe sei aber minimal: „Das dürfte im städtebaulichen Zusammenhang gar nicht sichtbar werden.“
Ulrich Krempel, Direktor des Sprengel Museums, ist überzeugt, dass der überarbeitete Entwurf weiterhin „den Esprit“ haben wird, den man sich wünsche, und dass er einen „Akzent am Maschsee“ setzen werde. Und wenn das Geld am Ende für die von Meili geplante „Goldkante“ – einer Goldbeschichtung am unteren Rand der Glasfassade Richtung Maschsee – nicht reichen sollte? Dann, so Krempel, müsse man eben ohne Goldkante auskommen.
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Kommentare
einfach nur peinlich Sachmal – 04.08.10
... genau diese G-Truppe bekommt doch nichts auf die Beine gestellt. Kleinkrämeei, ohne Esprit, quasi perspektivfrei. Die Austellungsfläche am besten so verkleinern, dass nur noch die völlig deplazierte NaNa, die auf der Empore vergammelt, reinpasst. Anstatt mal rumzuschreien und ein Hilferuf an kulturbegeisterte von sich zu heraus zu posaunen, immer nur dieses Klein Klein. Ein Fall für die Kulturknappen?