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Aus der Stadt Hannover tanzt 24 Stunden lang
Hannover Aus der Stadt Hannover tanzt 24 Stunden lang
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00:15 02.05.2016
Von Martina Sulner
Auch Ballett konnte getestet werden. Quelle: Eberstein
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Hannover

Leichtfüßig läuft Beth Pump durch den Raum. Die Amerikanerin versprüht eine Extraportion guter Laune, doch ihr Blick ist konzentriert. „Die Füße schön unter die Hüften stellen“, fordert sie die 30 Frauen auf, die an diesem Vormittag an der Ballettstange stehen. Immer wieder korrigiert Pump die Haltung einer Hand, die einer Schulter, und ab und an streicht sie einer Frau über den Rücken und sagt: „Und schön locker werden.“ Einige der Frauen, die im Lindener Tanzstudio „upstairs“ ihre Positionen üben, sind zum ersten Mal überhaupt hier: Sie probieren den Workshop „Ballett für Erwachsene“ aus, ein Angebot des Projekts „Move your Town – 24 Stunden Tanz“.

Zur Galerie
Tanzschule upstairs in Linden.

Mehr als 40 Tanzschulen haben am Freitag solche Workshops angeboten; am Nachmittag begann dann das Tanzprogramm auf einer Bühne am Hauptbahnhof. In der Galerie Luise und in der Ernst-August-Galerie präsentierten sich unterschiedlichste Tanztruppen. Mehrere Kinos hatten Tanzfilme wie „Battle of the Year“ oder „Pina“ ins Programm genommen; und in der Schalterhalle des Anzeiger-Hochhauses konnte man Videoclips zu Arbeiten des hannoverschen Choreografen Felix Landerer sehen. Das Ticket für alle Veranstaltungen kostete gerade mal 5 Euro.

Die Frauen in der „upstairs“-Schule von Gabriele Hägele, ehemaliges Mitglied der Ballettcompagnie am hiesigen Opernhaus, wollen jedoch nicht zuschauen, sondern selber machen. Die 70-jährige Ursula, die ihren Nachnamen nicht in der Zeitung lesen möchte, hatte als Kind Ballettunterricht und hat vor zwei Jahren wieder damit angefangen. „Es ist so toll“, schwärmt sie.

Für „upstairs“ wie auch für andere Schulen ist „Move your Town“ gute Werbung, doch das Projekt bietet laut Gabriele Hägele noch etwas anders: „Die Schüler, von denen einige am Abend im Sprengel Museum auftreten, bekommen ein Gefühl dafür, Teil der Tanzszene zu sein.“ Und manche Hannoveraner bekommen durch den öffentlich zelebrierten Tanztag einen Eindruck davon, wie vielfältig die Szene ist. Auch deshalb hat die Stadt, unterstützt von Projektleiterin Iyabo Kaczmarek, „Move your Town“ initiiert – wenige Wochen vor dem Tanzkongress.

Die Stadt gibt 15 000 Euro für „24 Stunden Tanz“, der Rest des Etats (die Gesamtkosten betragen laut Stadt 90 000 Euro) kommt von Sponsoren. Bei den Teilnehmern – etwa beim Butoh-Workshop von Tadashi Endo im Sprengel Museum – sieht man viele begeistere Gesichter. Zahlreiche Angebote für Kinder waren am Vormittag allerdings nicht sonderlich gut belegt. Laut einer Sprecherin der Stadt müsse man „der Veranstaltung auch Zeit geben, sich zu etablieren und bekannter zu werden“.

An der IGS Bothfeld ist „Move your Town“ schon jetzt ein Hit. Lehrerin Katarina Kropp probiert mit einer Gruppe von Sechstklässlern begeistert Dancehall/Reggaeton im Dynamic Dance Studio von Olando Amoo. Dort haben Marianne und Henning Waindok zuvor eine Stunde Salsa geübt. Das Ehepaar aus Bennigsen ist so angetan, dass es demnächst einen Salsa-Kurs buchen will. Jetzt starten die beiden zur nächsten Station: Sie möchten es an diesem Nachmittag auch noch mit dem Dreißiger-Jahre-Tanz Lindy Hop versuchen.

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