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Hannover verliert seinen Superrechner

Nachfolgemodell geht nach Göttingen Hannover verliert seinen Superrechner

Herber Schlag für die Leibniz-Universität: Sie verliert Norddeutschlands schnellsten Supercomputer an die Universität Göttingen. Bisher war Hannover über viele Jahre unangefochtener Standort für den Hochleistungsrechner, der von Wissenschaftlern für komplexe Berechnungen genutzt wird.

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Leibniz prangt als Namensgeber auf dem hannoverschen Teil des Rechners HLRN-III. Technischer Direktor der Anlage ist Steffen Schulze-Kremer (re.).

Quelle: Michael Thomas

Hannover. Verbesserung von Windenergieanlagen, Vorhersagemodelle für Wirbelstürme, Entwicklung von abgasärmeren Triebwerken: Wenn Wissenschaftler komplexe Aufgaben lösen wollen, benötigen sie Großrechner, die ein Vielfaches der Rechenkapazität normaler Computer bewältigen. Zum Vergleich: Hannovers Supercomputer errechnet in einer Sekunde eine Lösung, für die die gesamte Menschheit 40 Jahre auf Taschenrechnern herumtippen müsste - ohne Pause. Doch die Technik ist nicht billig und muss ständig wieder auf den neuesten Stand gebracht werden.

Das aktuelle Modell HLRN-III ist erst im Januar 2014 im Rechenzentrum der Leibniz-Uni an der Schloßwender Straße in Betrieb gegangen. Die zweite Einheit des Doppel-Systems steht in Berlin. Doch jetzt stand bereits die Entscheidung für das Nachfolgemodell HLRN-IV an, das 2018 an den Start geht. Göttingen hat sich selbst dafür ins Gespräch gebracht - und jetzt vom niedersächsischen Wissenschaftsministerium den Zuschlag bekommen. „Bei der Entscheidung waren wirtschaftliche Fragestellungen maßgeblich“, sagt Jan Haude, stellvertretender Sprecher des Ministeriums. Pro Jahr fallen am Standort Hannover bis zu 2 Millionen Euro Kosten für Strom und Wartung an, in Berlin noch einmal ein ähnlich hoher Posten. Beides zahlen die sieben Betreiberländer. „Göttingen kann sich Energie günstiger beschaffen. Da die Technologie sehr energieintensiv ist, ist das ein wichtiges Kriterium“, sagt Haude.

Die Leibniz-Uni wurde von der Entscheidung kalt erwischt. Gerüchte über eine Konkurrenzbewerbung aus Göttingen hatte es seit geraumer Zeit gegeben. „Eine offizielle Aufforderung, Stellung zu nehmen, kam aber erst sehr kurzfristig und auch ohne Kriterienkatalog, was verglichen werden soll“, sagt Steffen Schulze-Kremer, Abteilungsleiter Hochleistungsrechnen im Rechenzentrum der Leibniz-Uni. Innerhalb weniger Wochen sei dann eine Stellungnahme vorgelegt worden. Schulze-Kremer hält das Verfahren für intransparent. „Für uns ist die Entscheidung nicht nachvollziehbar.“

Die Investitionskosten für den Rechner HLRN-IV mit Teilkomplexen an zwei Standorten liegen bei insgesamt 30 Millionen Euro - so wie bereits beim aktuellen Modell. In Hannover sind in den zurückliegenden Jahren allerdings zusätzlich 7,6 Millionen Euro in die Infrastruktur geflossen, die bei einem Umzug nach Göttingen verloren wären. Schulze-Kremer bezweifelt, dass sich dies allein durch eine günstigere Stromrechnung hereinholen lässt. Die Kosten für den neuen Superrechner teilen sich Bund und beteiligte Länder.

Von Bärbel Hilbig

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